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Sprüche 11: Eine aufgetakelte Sau!

In Kapitel 11 finden wir einen der bekanntesten, weil krassesten Sätze aus dem Buch der Sprüche: „Eine schöne Frau ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Ring durch die Nase.“ (Sprüche 11, 22). Mit diesem Satz wird die aus dem Gleichgewicht geratene Verhältnismäßigkeit von Schönheit und Persönlichkeit in sehr auffälliger Weise thematisiert.

Körperliche Schönheit ist eine wertvolle Gabe Gottes und findet auch in der Bibel anerkennende Bewunderung. Aber ohne innere Werte, d. h. ohne Charakter und Anstand, wird die äußere Attraktivität nicht nur relativiert, sondern ins Lächerliche gezogen. Für die Ausstrahlung einer Person ist das innere Wesen ausschlaggebender als die „aufgehübschte“ äußerliche Erscheinung. Ein schöner Mensch ohne inneres Format und ohne Werteorientierung ist so abstoßend und peinlich wie ein Schwein mit Nasenpiercing.

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Lukas 22, 1-38: Zieht euch warm an!

„Habt ihr je Mangel gehabt? Sie sprachen: Niemals.“ Lk. 22,35

Lukas beschreibt auch die letzten Gespräche Jesu mit seinen Jüngern beim Passamahl. Jesus bereitet sie vor, dass es in Zukunft anders werden wird – sie sollen sich auf Auseinandersetzungen einstellen. Er spricht zu ihnen im Bild: „verkaufe den Mantel und kaufe ein Schwert“ (V. 36). Die Jünger missverstehen das und zeigen Jesus zwei Schwerter, die sie versteckt bei sich trugen. Zum Jüngerkreis gehörte mindestens auch ein „Zelot“ („Zelos“ = Eifer) (Lk. 6,15). Zeloten waren jüdische Freiheitskämpfer. Auch unter den Jüngern waren welche, die vielleicht noch lange glaubten, mit Jesus einen Befreiungskampf gegen die Römer zu gewinnen. Auch Petrus trug ein Schwert bei sich (Joh. 18,10). Jesus antwortete: „Es ist genug“. Damit meinte er nicht: „Die beiden reichen“, sondern: „Genug zu diesem Thema, lasst es gut sein, ihr habt mich verstanden!“

Wie oft ist Jesus missverstanden worden! Im Mittelalter hat daraus Papst Bonifatius VIII. (1302) die sogenannte „Zweischwerter-Theorie“ zugespitzt: Die Kirche habe zwei Schwerter, das geistliche und das weltliche, welches sie den Fürsten und Königen leiht…

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5Mose 11: Segen oder Fluch?

Gottes „Erziehung“ (5Mose 11, 2) und sein rettendes Handeln in der Vergangenheit sollte es Israel eigentlich leicht machen, sich ihm auch in Zukunft anzuvertrauen. Zur Entscheidungshilfe werden in diesem Kapitel zwei Möglichkeiten der Lebensgestaltung einander gegenüber gestellt. Auf der einen Seite wird der Segen Gottes beschrieben und auf der anderen Seite der Fluch Gottes nicht verschwiegen. Das sind die beiden Optionen für unser Leben (5Mose 11, 26). Andere gibt es nicht. Wir müssen uns entscheiden. Ganz  grundsätzlich, ob wir zu Gott gehören wollen, und jeden Tag neu, ob wir ihm gehorchen wollen. Ich möchte gerne eine Gesegneter sein.

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Sprüche 10: Auskommen mit dem Einkommen?

Auf ganz  klassische Weise wird auch in Sprüche 10 durch Gegenüberstellungen im Sinne der hebräischen Weisheitsliteratur Aufklärungsarbeit geleistet und eine Orientierungshilfe für die eigene Standortbestimmung gegeben.

Unter anderem erfolgt eine Gegenüberstellung von Hunger und Gier (Sprüche 10, 3). Die von Gott geschaffene Welt bietet ausreichend für die Bedürfnisse aller Menschen, aber nicht für die Begierden eines jeden (Mahatma Gandhi). Ein Mensch Gottes zeichnet sich dadurch aus, dass er mit einem geringen Einkommen zufrieden ist; während anderen auch ein großer Reichtum nicht zum Glück, sondern zum Verhängnis wird (Sprüche 10, 16). Unabhängig von unserer gegenwärtien Lebenslage wird Gott die unersättliche Gier der Menschen nicht befriedigen, aber die berechtigte Sehnsucht seiner Leute stillen (Sprüche 10, 28).

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Markus 14, 53-72: Du auch!?

„Du warst auch mit dem Jesus von Nazareth.“ Mk. 14,67

Nach der Gefangennahme Jesu gab es eine Nachtsitzung des Hohen Rats – 70 Älteste, die eilig geweckt und zusammengerufen wurden: Es war soweit! Peinlich: Die Zeugenaussagen der Anklage stimmten in ihren Aussagen nicht überein (V. 56). Jetzt hatte man ihn und der „Prozess“ lief nicht gut. Da löst der Hohepriester das Debakel auf und stellt die Frage aller Fragen: Bist du der Messias?

Das ist die Frage, die sich durch die Weltgeschichte zieht: Wenn es einen Messias gibt – ist es Jesus? Die religiöse und säkulare Welt lehnen ihn ab. Jeder Anhänger Jesu, der sich öffentlich zu ihm bekennt, muss potentiell auch mit dieser Ablehnung rechnen. Dass Jünger Jesu damit ihre Schwierigkeiten haben – zeigt das Beispiel des Petrus… (V. 66-72).

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5Mose 10: Trotz allem bist Du Gottes 1. Wahl!

In den zurückliegenden Kapiteln wurde mit dem Irrtum aufgeräumt, dass eine Beziehung zu Gott von menschlicher Seite durch besondere Eigenschaften, durch eine besondere Anhänglichkeit oder eine besonders starke Frömmigkeit garantiert werden könnte.

In 5Mose 10 berichtet Mose, dass Gott von seiner Seite aus die Voraussetzungen für die Gemeinschaft mit ihm schafft. Denn nach einer großen Enttäuschung fängt er mit seinem Volk neu an und vertraut ihnen ein weiteres Mal das Gesetz an.

Gott ist in seiner Beziehung zu uns Menschen unbestechlich (5Mose 10, 17). Seine Liebe gilt auch den „Fremdlingen“ (5Mose 10, 18) und damit allen!

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Sprüche 9: Zwischen zwei Frauen!

Das ist die Dramatik, die in Sprüche 9 dargestellt wird. Beide Frauen werben um unsere Gunst und wollen uns unbedingt als Mitbewohner in ihrem Haus haben.

Es gibt zwei Einladungen für Dich! Wo gehst Du hin? Es ist nicht einerlei, für welche der zwei Möglichkeiten Du Dich entscheidest. Es sind ganz gegensätzliche Lebensentwürfe und sehr verschiedenartige Ergebnisse. Darum überlege gut!

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Markus 14, 22-52: Markus war dabei!

„Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen…“ Mk. 14,49

Jesu Gefangennahme war ein Politikum: Wie konnte man ihn ergreifen ohne einen Volksaufstand zu provozieren? Hier half Judas. Er wusste, wo Jesus in Jerusalem übernachtete – im Freien, in einer Ölbaumplantage am Ostrand Jerusalems, außerhalb der Stadtmauern. Er führte die Tempelwache in diesen Garten Gethsemane, um Jesus und die Jünger im Schlaf zu überraschen und festzunehmen. Wie Jesus Judas beim Abendmahl versteckt kennzeichnete durch einen Brotbissen, so kennzeichnete Judas Jesus zur Unterscheidung von den anderen 11 Jüngern durch einen Kuss. Natürlich wollte man Jesus mit allen 11 Jüngern festnehmen. Das wird deutlich an einem Zeugen: Ein junger Mann mit einem Leinengewand, der den Wachen nachgeschlichen war. Nicht nur die elf Jünger flohen in das Dunkel der Nacht, sondern auch dieser junge Mann. Er konnte nur entfliehen, weil er blitzschnell sein Leinenobergewand löste, das die Soldaten schon erfasst hatten (V. 52). Vielleicht ist dies ein Hinweis auf den Autor des Evangeliums: Markus, der sich damit als Augenzeuge ausweist.

Nach der gelungenen Flucht hatten die Jünger berechtigte Angst, nach der Kreuzigung Jesu ebenfalls aufgespürt zu werden…

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5Mose 9: Du bist nicht besonders fromm!

Zu Beginn von 5Mose 9 wird zum wiederholten Male festgestellt, dass andere Völker größer und stärker sind als Israel (5Mose 9, 1-2). Nun soll Israel jedoch nicht der Selbsttäuschung erliegen, dass ihre Frömmigkeit der Anlass für Gottes Erwählung gewesen wäre. Insgesamt wird 3mal ausdrücklich festgestellt (5Mose 9, 3-4), dass Gott Israel „nicht um seiner Gerechtigkeit willen“ zu seinem besonderen Volk erklärt hat.

Hier wird aufgeräumt mit dem religiösen Missverständnis, dass Gott uns Menschen annimmt, weil wir ausreichend gut und lieb wären. Gott nimmt uns Menschen an, weil er gut und lieb ist (1. Johannes 4, 10).

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Sprüche 8: Eine alte Dame im Wahlkampf

Wenn die politischen Parteien auf Kosten der Steuerzahler die Republik mit den Portraits Ihrer „Spitzenkräfte“ zuplakatieren und das Ganze noch mit reißerischen und gleichzeitig sehr oberflächlichen und opportunen Parolen garnieren, dann nennen wir das „Wahlkampf“.

In Sprüche 8 ist davon die Rede, dass eine sehr alte, aber auch sehr ehrwürdige Dame sich in einem ständigen Kampf um die Aufmerksamkeit der Menschen befindet. Dafür geht sie in die Öffentlichkeit, trägt ihre Haut zu Markte und setzt sich unbequemen Reaktionen aus. Denn die Zustimmung zu ihren Aussagen kann mit unbequemen Konsequenzen verbunden sein. Trotzdem verdient dieses Programm die volle Anerkennung, denn es gibt keine Wahrheit, die älter und die von einer weitreichenderen Bedeutung ist als die Botschaft dieser Wahlkämpferin. Bevor man eine Wahl für´s Leben trifft, sollte man sich mit der von ihr vertretenen Überzeugung auseinandergesetzt haben.

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