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Psalm 85-86: Gebet eines Wissensdurstigen

Von John Hyatt (1660) stammt der Satz: „Über nichts sind wir so unwissend wie über unsere Unwissenheit!“. Ganz anders David in Psalm 86. Er wusste um seine Ahnungslosigkeit und um seine eingeschränkte Sichtweise. Darum betet er: „Weise mir deinen Weg, Herr! Ich möchte in Treue zu dir mein Leben führen. Richte mein Herz auf eines aus: deinem Namen in Ehrfurcht zu begegnen.“ (V. 11)

Wer so betet, der drückt damit die Überzeugung aus, dass Gott einen Plan für unser Leben hat. Und darüber hinaus setzt der Beter voraus, das wir mit Gottes direkter Führung rechnen können, weil Gott sowohl in der Lage als auch selbst interessiert daran ist, uns diesen Plan mitzuteilen. Unser Glaube ist nicht nur ein philosophisches System, sondern die Beziehung zu dem lebendigen Gott, der sich uns zu verstehen geben will. Darum lohnen sich wissensdurstige Gebete!

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Lukas 14, 1-14: Hochnotpeinlich…

„Wer ist unter euch, dem sein Sohn oder sein Ochse in den Brunnen fällt, und der ihn nicht alsbald herauszieht, auch am Sabbat?“ Lk. 14,5

Jesus war häufig zu Gast eingeladen. Als Gast belehrt man nicht den Gastgeber oder die Gäste. Jesus aber wurde „belauert“, er war nicht gastfreundlich eingeladen. So nahm er die Herausforderung an und versuchte, das Herz des Gastgebers und der Gäste zu gewinnen. Sie aber wollten ihm nicht Recht geben, obwohl seine Beispiele überhaupt keinen anderen menschlichen und logischen Schluss zuliessen. Sie schwiegen lieber hochnotpeinlich (V. 6). Jesus deckt ihre Motive auf – nicht, um sie zu beschämen, sondern um sie zur Umkehr zu bewegen.

Jesus deckt auch unsere Motive auf, wenn wir ihn durch sein Wort in unser Herz schauen lassen. Das ist sehr hilfreich

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3Mose 24: Entlastet!

In einer bestimmten Situation (3Mose 24) wird Gott von dem Volk Israel um eine klare Beurteilung einer Straftat gebeten (3Mose 24, 12). Gottes Mitteilung ist eindeutig: „Wer seinem Gott flucht, der soll seine Schuld tragen!“ (V. 15). Das Erschreckende an dieser Beurteilung ist nicht nur die irdische Strafe, sondern die ewige Konsequenz. Aus diesem Grunde sind David seine Schulden zu schwer geworden (Psalm 38, 5). Kein Mensch kann die Last seiner Schuld tragen. Deswegen bin ich dankbar für die positive Schlussfolgerung aus dieser Wahrheit: „Wer seinem Gott vertraut, der muss seine Schuld nicht tragen!“, weil sie ein anderer getragen hat (Jesaja 53, 4-5).

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Psalm 83-84: Mit Haut und Haaren glauben

Da ist jemand endlich nach Hause gekommen, weiß sich gut aufgehoben und fühlt sich darum rundum wohl. In Psalm 84 geht es um die Ganzheitlichkeit des Glaubens. Christliche Frömmigkeit ist nicht nur eine innere und lediglich intellektuelle Einstellung, sondern sie erfasst den ganzen Menschen nach Leib und Geist. Es geht um leidenschaftliche Spiritualität, die alle Bereiche unseres Menschseins berührt und sich auf allen Ebenen unseres vielfältigen irdischen Lebens ausdrückt: „Ich sehne mich von ganzem Herzen, ja, ich verzehre mich vor Verlangen nach den Vorhöfen am Heiligtum des Herrn. Mit Leib und Seele juble ich dem lebendigen Gott zu.“ (V. 3)

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Lukas 13, 22-35: Welch ein Schmerz!

„… wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen…“ Lk. 13,34

Wer kommt ins Reich Gottes? In diesen Versen zeigt Jesus (für ihn selbst sicher sehr schmerzlich) auf, dass viele, die Gottes Offenbarungen seit Abraham hatten – es verpassen, oder zuletzt kommen – Erste, die Letzte sein werden. (V. 29-30). Hingegen viele Nichtjuden (aus allen Himmelsrichtungen) dabei sein werden – Letzte, die Erste sein werden.

Mit leichter Ironie weist er darauf hin, dass alle Propheten ja in Jerusalem sterben (umkommen) müssen (V. 33) und er noch nicht in Jerusalem angekommen sei. Aber er ist auf dem Wege dorthin… Jesus klagt über die Verstocktheit Israels und Jerusalems – er kennt seinen Weg und das Ende der Heilsgeschichte (V. 35)!

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3Mose 23: Feiern auf Befehl?

3Mose 23 beinhaltet eine ziemlich umfassende Darstellung des israelitischen Festkalenders. Neben den ganz persönlichen Anlässen für Opfer und Anbetung gab es auch nationale und allgemein verbindlich festgesetzte Feste.

Die Anbetung Gottes blieb also nicht der eigenen Lust und Laune überlassen, sondern es gab klare Vorgaben, dass zu bestimmten Zeiten bestimmte Feste stattfinden sollten, bei denen die Menschen „fröhlich sind vor dem Herrn, ihrem Gott“ (V. 40)!

Diese Anordnung zum Feiern diente einmal zur Erholung, denn alle Feste waren verbunden mit einer Befreiung von der Arbeit. Zum anderen verfolgten die Feiern den Zweck, in regelmäßigen Abständen an Gottes Taten zu erinnern und damit die Gottesbeziehung zu beleben und das Vertrauen in diesen gleichbleibenden Gott zu stärken.

In ähnlicher Weise kann uns heute die festgelegte Ordnung des Kirchenjahres die wesentlichen Fakten des Glaubens (z. B. Tod und Auferstehung von Jesus Christus) wieder neu in Erinnerung rufen und damit Orientierung und Impulse für unser Glaubensleben geben.

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Psalm 81: Gut gefeiert!

Psalm 81 liefert uns ein Beispiel dafür, wie die „verordnete“ (Psalm 81, 5) Feierlichkeit in Israel aufgegriffen und genutzt werden sollte. Am Anfang steht die Aufforderung, Musik zu machen (Psalm 81, 1-4), weil das eine wichtige Sprache der Anbetung sein kann. Diese spezielle Art der Kommunikation verfolgt wiederum das Ziel, an Gottes einzigartiges Reden in der zurückliegenden Geschichte des Volkes Israels zu erinnern: „Eine Sprache hörte ich, die ich bisher nicht kannte!“ (V. 6). Diese Erinnerung sollt das Bewusstsein der Menschen in der Gegenwart füllen (Psalm 81, 9-11) und ihnen deutlich machen, welche großartigen Möglichkeiten auf sie warten, wenn sie diesem Gott auch in Zukunft nicht nur Gehör, sondern auch Gehorsam entgegenbringen (Psalm 81, 14-17).

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Lukas 13, 1-21: Kurz und bündig

„… mussten sich schämen alle, die gegen ihn gewesen waren. Und alles Volk freute sich…“ Lk. 13,17

Manchmal kommt Jesus mir vor wie ein Schachweltmeister, der mit 30 Gegnern gleichzeitig spielt, von einem Brett zum nächsten geht, kurz seinen Spielzug macht und den jeweiligen Spieler in großen Überlegungen hinterlässt.

  • Hier beantwortet er zum Staunen der Leute kurz und bündig die Frage nach dem Unglück in dieser Welt und der Schuld der Betroffenen – nein sie sind nicht schuldiger, sondern die Fragesteller sind am Zug… (V. 1-5).
  • Im Gleichnis vom Feigenbaum zeigt er auf, dass Zeit zum „Fruchtbringen“ abläuft. (V. 6-9).
  • Er setzt sich gegen die Gesetzlichkeit der Juden durch, die am Sabbat keine Heilung zulassen wollten und beschämt sie. (V. 10-17).
  • Er zeigt den Horizont des Reiches Gottes auf, das – obwohl es jetzt noch klein erscheinen mag – sich letztlich überragend ausbreitet. (V. 18-21).

Jesus hinterlässt Menschen, die betroffen sind, ratlos, staunend, beschämt, erfreut. Das macht er auch heute noch so…

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3Mose 22: Transparente Verwaltung von Spenden

Dieses Kapitel 22 legt nicht nur Wert auf eine sorgfältige Auswahl der Opfergaben (3Mose 22, 17-25), sondern auch auf einen sorgfältigen Umgang mit den Opfergaben durch die Priester (3Mose 22, 1-16).

Wir können die hier angeführten Anweisungen Gottes vielleicht nicht alle bis ins Detail hinein nachvollziehen. Aber mit diesen Regelungen wird verhindert, dass eine Priesterkaste mit den ihnen anvertrauten Gaben willkürlich nach ihren eigenen Vorstellungen und Interessen umgehen kann. Bereits im alten Testament wurde genau darauf geachtet, dass Spenden  bestimmungsgemäß verwendet wurden (3Mose 22, 15).

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Psalm 80: Im Vorgarten Gottes

…steht Israel als Weinstock, der von Gott selbst eingepflanzt (Psalm 80, 9) und gehegt und gepflegt wurde (Psalm 80, 10). Nun aber ist diese Pflanze anscheinend sich selbst und damit dem Untergang preisgegeben (Psalm 80, 14).

Asaph bittet Gott 3mal intensiv um seine Aufmerksamkeit (Psalm 80, 4.8.20). Denn wie eine Pflanze das Sonnenlicht benötigt, brauchen wir Menschen die Zuwendung von Gottes „leuchtendem Angesicht“, damit wir „gesund werden“ und überleben können.

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