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5Mose 20: Befreiung vom Fronteinsatz

Kriegsgesetze wie in 5Mose 20 sind kein Zeichen dafür, dass der Krieg verherrlicht oder bewusst angestrebt wird. Kriegsgesetze begrenzen die Not im eventuell eintretenden notwendigen Kriegsgeschehen. Zu diesen Notverordnungen Gottes für sein Volk gehörte auch die Anweisung, dass Menschen vom Fronteinsatz befreit werden. Dazu zählten die Furchtsamen, die aus Gründen der Truppenmoral zurück bleiben sollten. Aber vorher werden bereits drei exemplarische Lebenssituationen beschrieben, in denen eine Beteiligung am Fronteinsatz ausgeschlossen wird. (1) Männer, die kurz vor der Einweihung ihres neuen Heims stehen, (2) die kurz vor der Erntephase eines aufwendigen Arbeitsprojekts stehen oder (3) die kurz vor der Eheschließung stehen. Weil der Krieg solche kurz vor der Erfüllung stehende Lebensperspektiven zunichte machen kann, werden diese Männer nach Hause geschickt. Durch diese Freistellungen wurde auch verhindert, dass berufliche oder private Initiativen in Zeiten der Bedrohung unterblieben.

Wir können uns fragen, warum Gott diese Eroberungskriege verordnet hat. Aber es wird an diesen Vorgaben auf jeden Fall erkennbar, dass die vernichtende und schreckliche Wirkung des Krieges nicht verharmlost wurde.

Aus neutestamentlicher Sicht können wir uns auch nicht damit zufrieden geben, selbst vom Krieg verschont zu bleiben. Sondern wir sollen „Friedensstifter“ (Matthäus 5, 9) sein und Kriege zu verhindern suchen.

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Sprüche 19: Grenzen der Erziehung

Für alle Erziehungsberechtigen gibt es in ihrer Aufgabe einerseits eine zeitliche Grenze: Ab einem gewissen Alter sind die uns anvertrauten Kinder mündig und werden dann nicht mehr erzogen, sondern nur noch beraten und begleitet (Epheser 6, 4).

Aber auch innerhalb der Erziehungszeit von Unmündigen gibt es eine Grenze, die nicht übertreten werden darf und die in Sprüche 19 angesprochen wird: „Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist, aber lass dich nicht hinreißen, ihn zu töten.“ (Sprüche 19, 18).

Der Begriff „Züchtigung“ ist ein umfassender Ausdruck für die ganze Erziehung, vornehmlich aber auch für das Erziehungsmittel der Strafe. In der Zeit des Alten Testamentes gehörte dazu auch die Möglichkeit einer körperlichen Züchtigung. Aber trotz dieser für unsere heutigen Verhältnisse schwer nachvollziehbaren und auf unsere Zeit nicht einfach übertragbaren „Selbstverständlichkeit“, wird auch unter diesen alttestamentlichen Rahmenbedingungen darauf geachtet, dass das erzieherische Handeln immer eine konstruktive, hoffnungsvolle Perspektive verfolgt und nicht zu einer destruktiven Angelegenheit wird.

Die Verordnung von Strafe bei der Erziehung von Kindern ist dann destruktiv, wenn sie aus nichtigen Anlässen oder aus der Motivation von Zorn und Wut heraus erfolgt. Oder wenn das in einer Häufigkeit oder in einer Form geschieht, die die seelische und körperliche Gesundheit unserer Kinder gefährdet. In diesem Sinne werden die Eltern auch im Neuen Testamen davor gewarnt, ihre Kinder „zum Zorn zu reizen“ (Epheser 6, 4) oder zu „verbittern“ (Kolosser 3, 21). Die Autorität der Eltern über ihre Kinder wird von Gott begrenzt.

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Markus 15, 1-28: Mitten drunter

„Und sie kreuzigten ihn.“ Mk. 15,24

Markus erzählt, dass Jesus mitten zwischen zwei Räubern gekreuzigt wurde (V. 27). Diese Einordnung war gewollt: Jesus sollte mitten unter Verbrechern als Verbrecher erscheinen. Gleichzeitig ließ man Barabbas, den tatsächlichen Verbrecher und Mörder, frei laufen. Alles so ungerecht!

Aber genau so sollte es sein: Jesus gehört mitten unter die Sünder, so wie er auch mitten unter den Huren und Zöllnern saß und mit ihnen aß. Da ist sein Platz und da macht er eine so gute Arbeit.

Wir sollen nicht da sitzen, wo die Spötter sitzen (Ps. 1,1) und mit ihnen heucheln oder gleichgültig abhängen, sondern mit Jesus mitten unter den Menschen sein, die Jesus als Retter brauchen.

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5Mose 19: Notausgang frei halten!

„Freie Bahn dem Tüchtigen“ oder meinetwegen auch „Freie Bahn für freie Bürger“ (ADAC) – das sind Slogans, die man nachvollziehen kann. Aber in 5Mose 19 geht es um Fluchtwege für Totschläger, auf denen sie sich einer unmittelbaren Strafaktion entziehen können.

Zum wiederholten Male wird in den fünf Büchern Mose auf diese Freistädte als Zufluchtsorte für schuldig gewordene Menschen aufmerksam gemacht. An dieser Stelle wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Fluchtwege angemessen gestaltet und offen gehalten werden (5Mose 19, 3). Keine Hindernisse, keine Schwellen, keine Hürden und Stolperfallen sollen den um sein Leben Laufenden aufhalten.

Kennst Du den Notausgang, wenn Du Mist gebaut hast und schuldig geworden bist?

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Sprüche 18: Lecker, aber giftig!

Der „Verleumder“ (Sprüche 18, 8) ist ein unterhaltsamer Geselle. Das, was er über andere berichtet, ist manchmal amüsant, manchmal spannend und auf eine verruchte Art und Weise interessant. Deswegen macht es manchmal regelrecht Spaß, einem „Verleumder“ zuzuhören, auch oder gerade wenn dabei andere Personen sehr schlecht wegkommen und in ihrem Ansehen immer geschädigt werden. Aber der „Verleumder“ kann das so lustig und treffend zum Besten geben. Manche sind darin so gut, dass sie dafür sogar Geld verlangen und – was für eine Schande – sogar auch kriegen.

Allerdings ist dieser Unterhaltungswert sehr fragwürdig. Denn zum einen wird damit Dein Respekt vor Menschen, die Gott mit Würde versehen hat und die er liebt, geschmälert. Außerdem wird der „Verleumder“, der Dich gerade mit pikanten Anekdoten aus dem Leben der Prominenz oder vielleicht sogar aus dem Leben Deiner Freunde und Gegner versorgt, sich danach wahrscheinlich mit Detailinformationen aus Deinem Leben bei einem anderem Publikum aller höchster Aufmerksamkeit erfreuen. Darum ächte den „Verleumder“, egal wie leicht und amüsant es ist, solchen Leuten zuzuhören.

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Matthäus 27, 45-66: Dem kann man sich einfach nicht entziehen

„Jesus schrie abermals laut und verschied.“ Mt. 27,50

Jesus war nicht nur von Schmerz gequält, von allen verspottet, sondern auch von Gott verlassen (V. 46). Er empfand das nicht nur so, er war es auch. Gott hatte die Sünde der ganzen Welt auf seine Schultern gelegt (Jes. 53,5-6), (2Kor.5,21). Dieses gewaltige Geschehen wird begleitet von einem Erdbeben, so dass der Vorhang im Tempel zerriß. Auch Tote standen aus ihren Gräbern auf. Selbst die ganz Harten, wie der römische Hauptmann, der schon viele gekreuzigt hatte, erschraken und bekamen den Eindruck, hier ist Gott am Werk.

Die Evangelienberichte vom Sterben Jesu sind von solcher Dramatik, in gleichzeitig schlichter, knapper Prosa, dass man sie einfach nicht unberührt lesen kann.

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5Mose 18: Große Leute unter Beobachtung

Priester und Propheten hatten auch nach 5Mose 18 einen sehr hohen Status in der Volksgemeinschaft Israels. Aber sie hatten auch einem ganz bestimmten Anspruch zu genügen. Die Israeliten werden darauf hingewiesen, die Authentizität der Priester und die Autorität der Propheten prüfend im Auge zu behalten. Und wenn man „merkt“, dass bei diesen großen Leuten „nichts draus wird“ (5Mose 18, 21.22), dann haben diese Leute in der Ausübung ihrer Funktionen keine Anerkennung verdient.

Es ist klar, dass alle Menschen – auch die ehrlichsten und fähigsten – in solchen hohen Aufgaben auch versagen können. Aus diesem Grunde beinhaltet dieses Kapitel, dass von der großen Bedeutung der Leiter spricht, den Hinweis auf Jesus Christus als den wahren Propheten, der die volle Aufmerksamkeit und unseren ganzen Gehorsam verdient (5Mose 18, 15).

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Sprüche 17: Warum in die Ferne schweifen…?

Der Autor Philipp Holstein beschrieb die Wirkung des Internets mit den Worten: „Es gibt kein Dort mehr, nur noch ein Hier.“ – Ich bin geneigt, es genau anders herum zu sehen. Die modernen Medien, die „Überwindung von Zeit und Raum“ durch eine weltweite Vernetzung, sorgen dafür, dass es für uns kein „Hier“ mehr gibt, sondern nur noch ein „Dort“. Denn ohne seinen Hintern in Bewegung setzen zu müssen, „schweifen die Augen des Toren am Ende der Erde umher“ (Sprüche 17, 24). Dank Internet sind wir mit allem Möglichen beschäftigt und erliegen der Suggestion, überall live dabei zu sein. Aber wir sind nicht mehr im „Hier“, bei uns selbst, und erfassen nicht mehr „die Weisheit, die vor Augen liegt“ (Sprüche 17, 24).

Wir sind sehr virtuos in der virtuellen Welt unterwegs. Aber selbst wenn wir uns beim Ritt durch das weltweite Netz weder auf der Festplatte noch im Herzen Viren einfangen, habe ich das unruhige Gefühl, dass wir dabei die Realität zu einem großen Teil versäumen. Denn bei aller Wertschätzung für das Internet fürchte ich das damit verbundene gigantische Ablenkungsmanöver, das mich mit viel Schrott und mit viel Gutem konfrontiert und dadurch von dem Besseren und Wesentlicheren abhält.

Der Menschenkenner Blaise Pascal schreibt, „dass das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrührt, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können“.  Und weiter: „Das einzige, was uns über unser Elend hinwegtröstet, sind die Zerstreuungen. Und doch sind sie unser größtes Elend. Denn gerade sie sind das Haupthindernis, wenn wir über uns selbst nachdenken sollen, und sie stürzen uns unmerklich ins Verderben. Ohne Zerstreuungen litten wir an Langeweile, und diese Langeweile würde uns drängen, ein zuverlässiges Mittel zu suchen, um uns davon zu befreien; die Zerstreuungen aber unterhalten uns und lassen uns unmerklich dem Tode anheimfallen.“

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Matthäus 27, 27-44: Blut und Spott!

„Und sie saßen da und bewachten ihn.“ Mt. 27,36

Die körperlichen Schmerzen Jesu waren furchtbar. Kreuzigung war der qualvollste Tod der Antike. Stundenlang kämpfte der Angenagelte zwischen Ersticken und wahnsinnigen Schmerzen. Matthäus aber betont noch einen weiteren Schmerz: Die Verspottung!

  • Die Soldaten verspotten ihn mit dem Purpur (V. 29)
  • Die Vorübergehenden lästerten ihn (V. 39)
  • Die Hohenpriester spotteten (V. 41)
  • Die mitgekreuzigten Räuber schmähten ihn (V. 44)

Völlig unverstanden, verspottet, einsam, stirbt Jesus am Kreuz. Sieht das nach Sieg aus?

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5Mose 17: Gott weiß im Voraus unsere Fehler

In diesem bemerkenswerten Kapitel 5Mose 17 wird von Gott bereits ein Königsgesetz verabschiedet. Obwohl es noch lange keinen König geben würde Und obwohl ein Königtum eigentlich gar nicht den Absichten Gottes entsprach, sondern etwas war, was das Volk Israel im Ungehorsam durchsetzte.

Diese frühzeitigen Anweisungen zeigen, dass Gott sich keinen Illusionen hingegeben hat, sondern genau wusste, mit was für „Pappenheimern“ er es zu tun hatte. Das hat ihn nicht davon abgehalten, sich weiter um Israel zu kümmern. Er hat den irgendwann entstehenden Schaden bereits im Vorfeld begrenzt, indem er eine Notverordnung einsetzte für den Fall, dass Israel sich einen König wünschen wird.

Gott weiß, wer wir sind und wie schwach wir sind. Er hat heute bereits einen Notfallplan für alle Fehler, die ich noch machen werde, und er hat in Jesus Christus für meine ewige Zukunft gesorgt.

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