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Johannes 18, 28-40: Was ist Wahrheit?

„Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.“ Joh. 18,37

Das Verhör vor Pilatus zeigt, dass die Juden unter römischer Herrschaft für Todesurteile keine Autorität hatten, andere juristische Urteile standen ihnen die Römer zu. Todesurteile aber durften nur die Römer fällen (V. 31). Als Pilatus prüfen will, ob Jesus ein jüdischer Freiheitskämpfer ist, für den die Todesstrafe gilt, merkt er, dass Jesus anders ist, als all die anderen Rebellen. Er stellt Jesus, dem König der Wahrheit (V. 37), die philosophische Frage: „Was ist Wahrheit?“ Er will aber gar keine Antwort. Nur, er merkt, Jesus ist kein Schwerverbrecher.

Was ist Wahrheit? Eine Frage, die sich heute subjektiv auflöst in vielen Wahrheiten – „meine“, „deine“. Die Bibel: Die Wahrheit ist eine Person. Jesus: „Ich bin die Wahrheit!“ (Joh. 14,6)

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5Mose 14: Keine Frage des Geschmacks!

Das Volk Israel wird am Anfang von 5Mose 14 auf dreifache Weise in seiner Beziehung zu Gott charakterisiert als: „Kinder des Herrn“ und „heiliges Volk“ und „sein Eigentum“ (5Mose 14, 1-2).

Diese besondere Stellung hat Auswirkungen auf alle anderen Lebensbereiche, auch auf die Ernährungsweise. Selbst das Essen, die Auswahl und Zubereitung der Speisen erfolgte in dem Bewusstsein, zu Gott zu gehören und von ihm bestimmt zu sein. Manche dieser Vorgaben sind aus ästhetischen, ethischen oder gesundheitlichen Gründen nachvollziehbar. Aber nicht alle. Und zum Zeitpunkt ihrer Entstehung waren einige Speisegebote vielleicht noch weniger begründbar.

Aber als Christ zu leben, beinhaltet die Bereitschaft, viele Lebensentscheidungen nicht vom eigenen Geschmack, sondern vom Willen Gottes abhängig zu machen.

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Sprüche 13: Die Last des Reichtums

Mit dem Satz „Wenn ich einmal reich wär…“ beginnen viele Wunschphantasien, in denen Reichtum mit der Steigerung der Lebensqualität gleichgesetzt wird.  Eine sehr viel nüchternere Einstellung vertritt Sprüche 13.

Das Leben eines Reichen steht unter Belastungen und Bedrohungen, die ein nicht so wohlhabender Mensch gar nicht kennt: „Mit Reichtum muss mancher sein Leben erkaufen; aber ein Armer bekommt keine Drohung zu hören.“ (Sprüche 13, 8).

Der Reichtum eröffnet nicht nur viele Möglichkeiten, sondern der Reichtum muss gleichzeitig für die Absicherung investiert oder als Schutzgeld eingesetzt werden gegenüber den Angriffen und Problemen, die speziell das Leben eines Reichen bedrohen. Und darum ist mit dem Reichtum immer die Gefahr verbunden, dass er mehr nimmt als er gibt.

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Johannes 18, 1-27: Wen sucht ihr?!

„Ich bin’s!“ Joh. 18,5

Johannes erwähnt in seinem Bericht über die Gefangennahme Jesu mehr Einzelheiten, als die anderen Evangelisten. Als Judas mit den Soldaten Jesus im Garten Gethsemane sucht, tritt Jesus ihnen entgegen. Dabei betont Johannes die Souveränität Jesu: Als die Soldaten ihn sehen und er sie anspricht, fallen sie vor Schreck zu Boden. Jesus ist der Herr, der sich schützend vor seine Jünger stellt.

Johannes berichtet auch von „einem Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war“ (V. 15). „Bekannt“ kann auch „befreundet“ bedeuten. Wir wissen nicht, wer das war. Markus? Jedenfalls hatte Jesus Jünger bis in die höchsten Kreise Jerusalems, die ihre Jüngerschaft nicht so offen zeigten. Siehe Joseph von Arimathäa und Nikodemus (Joh. 19,38-39).

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5Mose 13: Bestrafung ohne Ansehen der Person…

…d. h. ohne Beachtung der besonderen Begabung der Personen und ohne Rücksicht auf die besondere Beziehung zu diesen Personen, verordnet 5Mose 13.

Propheten, die ein Wunder ankündigten und damit Recht behielten, sollten trotzdem sofort beseitigt werden, wenn diese große Fähigkeit bei ihnen verbunden war mit der Zielsetzung, Menschen zur Abwendung von Gott zu verleiten.

Selbst der liebste und intimste Mensch sollte nicht geschont werden, wenn sich nach sorgfältiger Prüfung herausstellte, dass er mit voller Absicht daran arbeitete, zum Götzendienst zu verführen.

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Sprüche 12: Intervention im Alltagsstress

Ein ganzer Sack voller bedrückender Sorgen kann in seiner Last relativiert und aufgefangen werden durch ein einziges freundliches Wort (Sprüche 12, 25).

Im Buch der Sprüche allgemein und auch in Sprüche 12 wird die große Bedeutung unseres Redens beschrieben, die sich vollkommen unterschiedlich auswirken kann: vgl. Sprüche 12, 13-14; Sprüche 12, 17-18.

Wo könnten wir heute mit einem (!) freundlichen (!) Wort ein menschliches Herz „aufpäppeln“?

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Lukas 22, 39-71: Agonie!

„Betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt!“ Lk. 22,40

Im Garten Gethsemane „rang Jesus mit dem Tode“ (V. 44). Er lag nicht im Todeskampf, aber seine innere Bewegung war so heftig wie bei einem Kämpfer, der um sein Leben rang. Sein Schweiß floss und tropfte wie Blut aus einer Wunde. Ein einsamer Kämpfer – seine Jünger schliefen, sogar noch, als er sie dreimal weckte. Die Anfechtung, mit der Jesus rang, war, dem Tode am Kreuz zu entgehen. Gott erhörte sein Gebet: „Dein Wille geschehe!“ (Hebr. 5,7).

Mit Anfechtungen kämpfen – das bleibt auch Jesu Jüngern nicht erspart. Jesu Aufruf dazu:

  • Nicht verdrängen/nicht schlafen – sondern…
  • beten und mit Einsatz Gottes Nähe suchen – und …
  • Partner suchen/wecken, nicht allein bleiben!

Jesus hatte alle Anfechtungen – die am Anfang in der Wüste, die am Ende in Gethsemane und alle anderen mittendrin – überwunden. Wir nicht. Aber sein Sieg ist unser Sieg!

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5Mose 12: Auf meine oder auf Seine Weise?

Menschen streiten leicht darüber, wie Gott auf angemessene Weise angebetet und ihm im richtigen Sinne nachgefolgt wird. In 5Mose 12 wehrt sich Gott dagegen, dass ihm in beliebiger Form und an jedem willkürlich gewählten Ort ein Opfer dargebracht und damit Gottesdienst gefeiert werden kann (5Mose 12, 13-14). Denn er weiß um die damit verbundene Gefahr, dass wir Menschen Gott mit den Götzen verwechseln (5Mose 12, 2-5), dass wir seine Wirklichkeit mit unserer Vorstellung verwechseln und seinen Wille gegen unsere Wünsche eintauschen.

Wie er in 5Mose 12 festlegt, dass er den Ort und den Stil des Gottesdienstes bestimmt, so beschreibt er in der ganzen Bibel, wie er sich ein Leben unter seiner Regie vorstellt. Und wir haben uns immer wieder zu fragen, ob ich Christsein auf meine oder auf Seine Weise lebe?

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Sprüche 11: Eine aufgetakelte Sau!

In Kapitel 11 finden wir einen der bekanntesten, weil krassesten Sätze aus dem Buch der Sprüche: „Eine schöne Frau ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Ring durch die Nase.“ (Sprüche 11, 22). Mit diesem Satz wird die aus dem Gleichgewicht geratene Verhältnismäßigkeit von Schönheit und Persönlichkeit in sehr auffälliger Weise thematisiert.

Körperliche Schönheit ist eine wertvolle Gabe Gottes und findet auch in der Bibel anerkennende Bewunderung. Aber ohne innere Werte, d. h. ohne Charakter und Anstand, wird die äußere Attraktivität nicht nur relativiert, sondern ins Lächerliche gezogen. Für die Ausstrahlung einer Person ist das innere Wesen ausschlaggebender als die „aufgehübschte“ äußerliche Erscheinung. Ein schöner Mensch ohne inneres Format und ohne Werteorientierung ist so abstoßend und peinlich wie ein Schwein mit Nasenpiercing.

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Lukas 22, 1-38: Zieht euch warm an!

„Habt ihr je Mangel gehabt? Sie sprachen: Niemals.“ Lk. 22,35

Lukas beschreibt auch die letzten Gespräche Jesu mit seinen Jüngern beim Passamahl. Jesus bereitet sie vor, dass es in Zukunft anders werden wird – sie sollen sich auf Auseinandersetzungen einstellen. Er spricht zu ihnen im Bild: „verkaufe den Mantel und kaufe ein Schwert“ (V. 36). Die Jünger missverstehen das und zeigen Jesus zwei Schwerter, die sie versteckt bei sich trugen. Zum Jüngerkreis gehörte mindestens auch ein „Zelot“ („Zelos“ = Eifer) (Lk. 6,15). Zeloten waren jüdische Freiheitskämpfer. Auch unter den Jüngern waren welche, die vielleicht noch lange glaubten, mit Jesus einen Befreiungskampf gegen die Römer zu gewinnen. Auch Petrus trug ein Schwert bei sich (Joh. 18,10). Jesus antwortete: „Es ist genug“. Damit meinte er nicht: „Die beiden reichen“, sondern: „Genug zu diesem Thema, lasst es gut sein, ihr habt mich verstanden!“

Wie oft ist Jesus missverstanden worden! Im Mittelalter hat daraus Papst Bonifatius VIII. (1302) die sogenannte „Zweischwerter-Theorie“ zugespitzt: Die Kirche habe zwei Schwerter, das geistliche und das weltliche, welches sie den Fürsten und Königen leiht…

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