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Markus 6, 1-29: Der Biss des Gewissens

„… wenn er ihn gehört hatte, wurde er sehr unruhig; und doch hörte er ihn gerne.“ Mk. 6,20

Welch ein dramatisch-trauriges Kapitel!

  • Jesus ist überall hoch willkommen, Menschen drängen sich um ihn – nur nicht in seiner Heimatstadt Nazareth. Zu stark wird er durch die Brille der Zimmermanns-Vergangenheit gesehen.
  • Dann sandte Jesus seine Jünger aus, gab ihnen Vollmacht (= Autorität) über Dämonen: Sie verkündigten durch den Ruf zur Umkehr und durch Zeichen das kommende Reich Gottes.
  • Und wir lesen den Rückblick auf Johannes, den Täufer, der im Gefängnis saß, weil er Herodes Antipas (siehe  Wikipedia) doppelten Ehebruch vorgeworfen hatte. Markus schildert dies sehr sensibel: Herodes beunruhigte das Gerede der Leute, Jesus sei der auferstandene Johannes – die Auferstehung seines schlechten Gewissens! Herodes wollte Johannes nicht töten. Er fürchtete sich vor dem unerschrockenen Propheten, der ihm die Wahrheit gesagt hatte. Er hörte ihn im Gefängnis einerseits sogar gern – und doch erschrak er andererseits vor diesem Mann (V. 20). Der Hass der Herodias forderte letztlich den Kopf des Johannes.

Die Bibel zeigt unser Herz – so wahr, so brutal, so listig, so traurig…

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2Mose 24: Erste Annäherungsversuche

Der in 2Mose 24 geschlossene Bund zwischen Gott und dem Volk Israel ist bei aller Feierlichkeit und Nachdrücklichkeit von vornherein eine begrenzte Angelegenheit.

Zum einen ist die Beziehung personell begrenzt, denn nur Mose darf sich Gott nähern. Alle anderen müssen auf Sicherheitsabstand bleiben (2Mose 24, 1-2).

Außerdem ist sie im Erfolg begrenzt: Denn die Grundlage des Bundes sind „alle Worte des Herrn“ (2Mose 24, 3-4), die zu diesem Zweck komplett schriftlich erfasst werden und auf die sich das Volk Israel verpflichtet (2Mose 24, 7).

Der Hebräerbrief erklärt, dass der Mensch vor diesem Anspruch scheitern muss, aber sich auf der Grundlage einer besseren Hoffnung Gott auf eine Weise nähern darf, die Moses Möglichkeiten übersteigt: Hebräer 7, 19.

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Markus 5: Jesus bemerkt Dich!

„Wer hat mich angerührt?“ Mk. 5,31

Markus ist das kürzeste Evangelium. Gleichzeitig ist Markus oft am ausführlichsten. Er begrenzt die Anzahl der Berichte von Jesu Auftritten auf einzelne für ihn, bzw. für seine Leser wichtige, dafür aber dann detailliert.

Markus betont in der Geschichte von der Frau mit dem zwöfjährigen Blutfluss gegenüber Lukas und Matthäus (V. 25-34) besonders die Überlegungen der Frau (die sie dann erzählte, als sie „ertappt“ wurde). Die Frau spürt bei der Berührung des Saumes des Obergewandes Jesu, dass eine Kraft von ihm ausgeht, die sie augenblicklich heilt. Jesus spürt, dass eine Kraft zu jemandem von ihm ausgeht. Magie? Magische Heiler benutzen Mittel (Wässerchen, Stoffteile, Pendel, Berührungen usw.) um Kräfte aus der Geisterwelt auf einen Menschen zu lenken. Magisches Weltbild der Antike bis in die Postmoderne? Vielleicht dachte die Frau so. Jesus aber ist kein magischer Heiler, sondern er bemerkt Menschen, die ihn brauchen und er geht mit Gottes Kraft auf sie ein!

Er bemerkt Dich auch heute – bemerkst Du ihn?

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2Mose 23: Streng demokratisch in die Irre

Auch 2Mose 23 spricht von dem Recht Gottes und macht unter anderem deutlich, dass die Mehrheitsmeinung in einer Personengruppe nicht automatisch mit Wahrheit und Gerechtigkeit gleichgesetzt werden kann.
Gottes Leute sollen darum keine Opportunisten sein, die sich ausschließlich an den Mehrheitsverhältnissen orientieren: „Du sollst der Menge nicht auf dem Weg zum Bösen folgen und nicht so antworten vor Gericht, dass du der Menge nachgibst und vom Rechten abweichst.“ (V. 2).
Denn Beliebtheitswerte, Politbarometer und Abstimmungsergebnisse sind kein sicherer Indikator für Recht und Gesetz. Wir stellen im Gegenteil fest, dass viele Gebote Gottes in unserer Zeit und Gesellschaft nicht mehr mehrheitsfähig sind.
Wo folge ich dem öffentlichen Druck der Masse und nicht mehr den Ordnungen Gottes?

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Psalm 23-24: Lebenslänglich verfolgt!

Manchmal sagen wir von einem Menschen: „Er ist vom Unglück verfolgt!“.
David entfaltet in Psalm 23 eine ganz andere Sicht auf sein Leben. Obwohl er mit vielen negativen Erfahrungen klarkommen musste. Er hat sich in erster Linie nicht als von seinen Feinden Verfolgter verstanden, sondern er wusste sich verfolgt von der Güte und Barmherzigkeit Gottes (Psalm 23, 6).
Der Glaube kann sich in Erinnerung rufen, dass wir nicht der Willkür, Bosheit und dem Unverstand der Menschen ausgeliefert sind, sondern dass Jesus immer das letzte Sagen hat.
Das ist ein befreiender Blick: Wir haben es nicht nur mit dem Bösen, sondern mit Gott zu tun.
Wovon fühlst Du Dich verfolgt?

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Markus 4, 26-41: Gemeinde Jesu – wie unscheinbar, wie groß!

„… wenn sie allein waren, legte er seinen Jüngern alles aus“ Mk. 4,34

Jesus liebte es, in Gleichnissen zu reden, „ohne Gleichnisse redete er nicht“ (4,34). Die beiden Bilder in diesem Text illustrieren die Größe des Reiches Gottes.

Bei der „von selbst wachsenden Saat“ geschieht, bei aller Arbeit des Bauern, das Entscheidende ohne ihn, während er schläft. Wachstum und Gedeihen des Reiches Gottes liegen, Gott sei Dank, bei Gott. Deshalb wächst Gemeinde Jesu weltweit letztlich unabhängig von menschlichem Engagement.

Das Gleichnis vom Senfkorn ist kein allegorisches. Wir fragen nicht nach den Vögeln, Sträuchern und Schatten, sondern nehmen den Hauptvergleichspunkt wahr: Die Gemeinde Jesu war und ist manchmal sehr klein, wird aber einmal die Größe sein in dieser Welt.

 

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2Mose 22: Gott schützt die Schwachen

Die Anweisungen Gottes für sein Volk in 2Mose 22 stellen drei Bevölkerungsgruppen der damaligen Gesellschaft ganz besonders unter den Schutz des Gesetzes. Die „Fremdlinge“ (V. 20), die „Witwen und Waisen“ (V. 21- 23) und die „Armen“ (V. 24-26) waren und sind in der Gesellschaft oft besonders der Gefahr ausgesetzt, übervorteilt und bedrängt zu werden, weil ihnen die Macht zur Durchsetzung ihrer berechtigten Interessen fehlt. Daraus ergeben sich für sie oft Übergriffe und Benachteiligungen, denen sich Gott ganz bewusst entgegenstellt. Sein Gesetz will nicht nur allgemeine Spielregeln festlegen, sondern er verfolgt die ausdrückliche Zielsetzung, dass die Interessen der Schwachen berücksichtigt werden.

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Psalm 22: Schwacher und starker Jesus

Der Psalm 22 hat eine prophetische Dimension. Denn er beschreibt nicht nur das Leiden von David oder das Leiden des frommen Menschen ganz allgemein. Sondern hier wird uns gleichzeitig im Voraus angekündigt, was Jesus an Leiderfahrung aushalten musste und zu welchen Auswirkungen es gekommen ist: In der Gemeinde (V. 23-25), bei den Elenden (V. 26-27) und in der ganzen Welt (V. 28-32). Jesus wurde ein ganz Schwacher und errang so den größten Sieg.

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Markus 4,1-25: Tolle Geschichten!

„Wer Ohren hat, zu hören, der höre!“ Mk. 4,9.23

Jesus lehrte durch Beispielgeschichten, die das Reich Gottes mit unserem Leben verglichen, Gleichnisse, die neben einer ausgeschmückten „Story“ meist nur einen Bezugspunkt, eine Anwendung auf unser Leben hatten. Hier ist ein allegorisches Gleichnis mit mehreren Bezugspunkten: „Vierfach ist das Ackerfeld – Mensch, wie ist dein Herz bestellt?“, sagt ein Spruch, der den Punkt trifft.

Die Gleichnisse Jesu waren nicht nur Offenbarung, sondern auch Verhüllung – für die, die sich daran ärgerten. Seinen Jüngern erklärte er es noch genauer, damit sie es eines Tages den Menschen breit gestreut erklären konnten. Er schulte sie als zukünftige Lehrer.

Das Gleichnis vom „Licht“ (V. 21-23) und vom „Maß“ (V. 24-25) kann man nur im Licht des Reiches Gottes verstehen: Jesu Lehre war öffentlich, keine Geheimerkenntnis. Er ermutigt seine Jünger zu öffentlicher Verkündigung. Und Gott wird uns nach unserem Maßstab messen: Der z.B. Barmherzige erfährt von Gott Barmherzigkeit, der z.B. Hartherzige Gottes Gericht. Das Gericht ist größer als die Summe der Hartherzigkeiten und die Gnade ist auch größer als die Summe der Barmherzigkeiten.