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1Mose 50: Schlecht gemeint. Aber gut gemacht.

„Schlecht gemeint“ und bösartig ausgerichtet war das Verhalten der Brüder Josefs ihm gegenüber gewesen. Das wird von Josef nicht beschönigt, sondern ganz nüchtern festgestellt (1Mose 50, 20).
Aber Gott hat alles „gut gemacht“. Gott hat seine positiven Zielsetzungen verwirklicht. Die Intrigen und die Boshaftigkeit der Menschen haben das nicht verhindern können. Sondern dieses für Josef schmerzhafte Geschehen hat Gott sogar benutzt, um eine Rettung für viele zu schaffen.
Das ist keine Entschuldigung dafür, wenn Menschen an einander schuldig werden. Aber Gottes heilende und gestaltende Kraft beschränkt und relativiert nicht nur die Macht der Fehler und Sünden in unserem Leben, sondern Gott macht aus dem Minus ein Plus.
Wenn Gott das kann, dann stell Dir bitte mal vor, was das für Dein Leben bedeutet!

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Hiob 42: Entwicklung einer Beziehung

Hiobs Freunde waren bereits längst mit ihrem Latein am Ende! Sie haben nichts Gutes erreicht. Im Gegenteil stellen sie das eigentliche Problem für Hiob dar. In den vorangehenden Kapiteln hat Gott das Wort ergriffen und persönlich zu Hiob gesprochen. Das führte zu einem Bekenntnis des Hiobs, in dem die stufenartige Veränderung seiner Beziehung zu Gott beschrieben wird:
1.    Zuerst hatte Hiob seiner rückblickenden Bewertung nach lediglich ein unklares Bewusstsein von Gott: Denn er sagt: „Nur vom Hörensagen hatte ich von dir etwas erfahren.“ (Hiob 42, 5). Seine Beziehung zu Gott bestand nur indirekt. Es war ein Wissen aus zweiter Hand, eine Ahnung, die auf ein Gerücht zurück ging.
2.    Dann kam es zur Begegnung mit Gott: „Aber nun hat mein Auge dich gesehen!“ (Hiob 42, 5). Er hat Gott auf eine außergewöhnliche Weise erlebt. Die Wirklichkeit korrigierte seine bisherige Gottesvorstellung.
3.    Aus diesem Grunde kam es zur Beugung vor Gott: „Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und in Asche!“ (Hiob 42, 6). Hiob unterwirft sich Gott und wird bestätigt und gesegnet.

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Matthäus 9,1-17: Ein knallharter Zöllner ist beeindruckt

„Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer!“ Mt. 9,13; Hosea 6,6

Wir haben gelesen, wie Markus, Lukas und Matthäus die ersten Taten Jesu berichteten. Jeder aus seinem Blickwinkel, z.T. gleichlautend. Das kann bedeuten, dass sie teilweise einander kannten (siehe Lukasprolog Lk. 1,1), ähnliche mündliche Überlieferungen hatten, vor allem aber gleiche Begebenheiten beschrieben und jeder vom Heiligen Geist geleitet war.

Matthäus berichtet seine eigene Berufungsgeschichte (Mt. 9, 9-13). Die gipfelt in dem Zitat Jesu aus Hosea 6,6 (einen Vers, den er öfters zitierte Mt. 12,7) und der Anwendung Jesu für sich: „Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.“

Wie stark muss die selbstgerechte Gesetzlichkeit der Pharisäer gewesen sein – und die Barmherzigkeit und Menschenliebe Jesu?! Sehr beeindruckend für Matthäus. Sehr beeindruckend für uns?!

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1Mose 48-49: Unausgeschöpfte Möglichkeiten

Im Rückblick auf sein Leben spricht Jakob auch von seinen Versäumnissen. Er hat den Mut, seine Schwächen, seinen Kleinglauben, seine Trägheit einzugestehen, um mit diesen Zugeständnissen anderen eine Hilfe zu sein.
Selbst Jakob, der ein auffälliges Gebetsverhalten zeigte (1Mose 32, 27), muss das Zugeständnis machen, dass sein Gebets- und Glaubensmut unzureichend war (1Mose 48, 11). Aber obwohl Jakob es nicht wagte, um etwas Bestimmtes zu bitten, hat Gott ihm nicht nur das, sondern noch viel mehr geschenkt.
Im Gebet stehen wir vor unerschöpflichen Möglichkeiten. Gottes Möglichkeiten.
Das Eingeständnis des Jakob ist als Aufforderung zu verstehen, nicht hinter diesen Möglichkeiten zurück zu bleiben, sondern im Gebet mehr zu wagen.

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Hiob 40-41: Wen meinst du, wenn du „Gott“ sagst?

In seinen Reden (Hiob 40-41) beschreibt Gott Tiere. Der amerikanische Autor Hermann Melville bringt diese Passagen mit den Walen in Verbindung und zitiert darum in seinem Buch „Moby Dick“ ausführlich aus dem Buch Hiob. Allerdings können wir diese Schilderungen keiner Tierart genau zuordnen und können darum nur Vermutungen anstellen: Handelt es sich um Nilpferde, Krokodile oder Saurier?
Trotz dieser Unsicherheit wird eines hier deutlich: Wenn der Mensch noch nicht einmal die geschaffene Tierwelt beherrschen kann, wie viel weniger ist er dem Schöpfer dieser Wesen gewachsen!

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Lukas 5, 17-39: Jesus gibt zu denken

„Ihr könnt die Hochzeitsgäste nicht fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist.“ Lk. 5,34

Jesus redete viel in Bildern, die die Menschen aus ihrem Alltag kannten: Er verglich den Himmel mit der Erde. So konnten die Menschen von der Erde auf den Himmel schließen.

  • Hochzeit: Es wurde gefeiert, gegessen und getrunken – so war die Gegenwart Jesu für seine Jünger damals ein Fest. Der normale Alltag, der oft genug Fastenzeiten mit sich brachte, würde für die Jünger nach Jesu Himmelfahrt auch kommen…
  • Neue Flicken auf alten Kleidern und neuer Wein in alten Schläuchen: Das neue, radikale Verständnis Jesu des Willens Gottes passte nicht auf (in) die alten Traditionen der Pharisäer. Die kommende Gemeinde Jesu ist auch Reich Gottes, aber etwas völlig Neues! Die Pharisäer liebten aber ihren alten Wein…

Auch wenn die Menschen damals nicht alles verstanden, ich glaube, sie ahnten etwas davon, was Jesus sagen wollte. Seine Andeutungen gaben ihnen zu denken… Wie gut verstehen wir Jesus?

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1Mose 46-47: Migrant meets Machthaber

Jakob begegnet dem Pharao (1Mose 47, 7), dem mächtigsten Machthaber der damaligen Welt. Er steht als Wirtschaftsflüchtling und Bittsteller vor ihm. Doch eigentlich ist er der Gebende. Denn weil Jakob aus der Begegnung mit Gott kommt und unter seinem Segen steht (1Mose 46, 2-4), kann der alte und gebrechliche Migrant Jakob den gewaltigen ägyptischen Machthaber segnen (1Mose 47, 10). Was das über das eigentliche Machtverhältnis dieser beiden Personen aussagt, steht in Hebräer 7, 7.

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Hiob 39: Wohl dem, der an seine Grenzen stößt!

Die Fortsetzung der Fragen in Hiob 39 verfolgt den Zweck, Hiob von seiner Unwissenheit zu überzeugen.
Der bekannteste und am häufigsten zitierte Satz von dem griechischen Philosophen Sokrates (5. Jahrhundert v. Chr.) lautet: „Ich weiß, dass ich nichts weiß, darum bin ich weise.“ Ein weiser Mensch kennt seine Grenzen. Das zeichnet ihn aus. Es ist eine Grundbedingung der Weisheit.
Ein leibhaftiger Christ zeichnet sich ebenfalls dadurch aus, dass er seine Grenzen kennt und sie auch für andere erkennbar macht. Darum gesteht Paulus in Römer 8 ein: „Ich weiß nicht, was und wie ich beten kann!“. Das ist ein wahrhaft christlicher Satz, weil er unsere menschliche Ohnmacht und vollkommene Abhängigkeit von Gott deutlich macht, selbst beim Beten.

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Markus 2: Ständig ist Jesus anders…

„Wie redet dieser so?“ Mk. 2,7

In diesem Kapitel folgen 4 Geschichten über Jesus, die alle zeigen, dass er radikal anders war, als die Menschen um ihn her von ihm dachten…

  • Er vergibt Sünden – was doch nur Gott kann…
  • Er hat Tischgemeinschaft mit Zöllnern und Sündern, was ein frommer Jude nie tat…
  • Er fastet nicht mit seinen Jüngern, wie es der wöchentliche Brauch der Pharisäer und Johannesjünger war…
  • Er setzt sich (scheinbar) über das Sabbat-Gebot hinweg und erklärt den Sabbat als „für den Menschen gemacht“.

Von Anfang an lehrte und lebte Jesus ein Kontrastprogramm – das zeigte, wie weit die Menschen in ihrer vermeintlichen Frömmigkeit von Gottes Willen entfernt waren! Jesus zu „lesen“, Gemeinschaft zu pflegen mit Jesus, bedeutet, Gott und seinem Willen näher zu kommen…

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1Mose 44-45: Warum konnte Josef vergeben?

Josef hatte einen weiten Horizont und ordnete seine Erfahrungen in den Gesamtplan Gottes ein. Er wusste, dass Gott letztlich der verantwortliche Drahtzieher in seinem Leben ist. Dreimal versucht Josef, seinen Brüdern das Geschehen als Gottes Führung zu erklären: 1Mose 45, 5.7.8.
Josef konnte das Erlebte verarbeiten und vergeben, weil in ihm die Grundüberzeugung vorhanden war, dass Gott die Dinge lenkt. Denn wenn Gottes Wille geschieht, dann würde er persönlich nicht zu kurz kommen, auch wenn Menschen ihn ganz kurz halten wollen und ihm Schaden zufügen möchten. Aber Gottes gute Absichten übersteigen alle schlechten Erfahrungen. Bei aller menschlichen Bosheit, mit der wir rechnen müssen, behält Gott die Regie. Das Wissen um diese Vorsehung Gottes war der Ausgangspunkt für die Fähigkeit zur Versöhnung bei Josef.
Schmerzhafte Erfahrungen aus unserer Vergangenheit sind nur zu bewältigen in dem Vertrauen darauf, dass Gott das Böse zum Guten wenden kann.

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