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5Mose 24: Anfang und Ende einer Ehe

In diesem bemerkenswerten Kapitel 5Mose 24 erklärt Mose die alttestamentlichen Bedingungen für eine Ehescheidung. Jesus erklärt dazu, dass diese Regelung nur unter Berücksichtigung der Herzenshärte der Menschen und zum Zweck der Schadensbegrenzung erteilt wird (Matthäus 19, 7-9). Grundsätzlich hat Gott jedoch eine andere Vorstellung von Ehe und wertet darum jede geschiedene Ehe als Ehebruch. Trotz dieser Beurteilung ist es so, dass auch für Gott eine Ehe durch Scheidung und Wiederverheiratung an ihr Ende gekommen ist (vgl. 5Mose 24, 4).

Um einer solchen Entwicklung vorzubeugen, ist es in Gottes Augen wichtig, dass der Start in die Ehe unter einem besonderen Schutz steht und konzentrierte Aufmerksamkeit verdient (5Mose 24, 5).

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Sprüche 23: Nur kein Neid!

Das Leben eines Menschen, der sich nicht an Gottes Gebote hält, wirkt manchmal sehr attraktiv. Denn das ist ein so „unverschämter“ und darum auch so unkomplizierter Lebensstil. Außerdem scheint das in mancher Hinsicht sehr erfolgreich zu sein. Wer sich dagegen gewissenhaft an Gottes Ordnungen orientiert, kommt sich im Vergleich damit manchmal benachteiligt vor. Jedenfalls ist das die ständige Gedankenfalle der Frommen: vgl. Psalm 73 und Psalm 37.

Der Neid verblasst allerdings je langfristiger die Perspektive ist, die wir einnehmen (Sprüche 23, 17-18). Denn was wirklich erfolgreich ist, entscheidet sich an der Beurteilung Gottes. Und nur wenn etwas am Ende noch Aussicht auf Bestand und Gültigkeit und Anerkennung hat, können wir von einer hoffnungsvollen Lebensperspektive sprechen.

Alles, was noch nicht „endgültig“ ist, sind Zwischenergebnisse. Die sind nur von vorübergehender Bedeutung.

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Johannes 19, 17-42: Vordergrund und Hintergrund…

„Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.“ Joh. 19,36

Es musste also am Freitagnachmittag, dem „Rüsttag“ für den nach Sonnenuntergang anberechenden Sabbat schnell gehen. Gekreuzigte konnten sich, je nach körperlicher Konstitution, bis zu zwei Tage lang am Kreuz zu Tode quälen. Dem Gehängten senkte sich der Brustkorb und er schien zu ersticken. Deshalb richtete er sich unter wahnsinnigen Schmerzen aufgestützt auf den Fußnagel auf, um Luft zu holen, um dann wieder abzusacken. Es gab am Kreuz nur eine Gnade: Dem Gehängten die Schienbeine zu brechen, so dass er sich nicht mehr aufrichten konnte und tatsächlich erstickte. So wurde das Leiden verkürzt. So geschah es mit den beiden Verbrechern rechts und links neben Jesus (V. 32), damit sie den Sabbat über nicht noch am Kreuz hingen. Jesus aber war schon gestorben, ihm brauchten die Beine nicht gebrochen zu werden – so von den Propheten vorausgesagt (V. 36).

Johannes betont: Jesus starb nicht einfach einen römischen Kreuzestod, er starb „nach der Schrift“ (24. 36. 37.)!

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5Mose 23: Aushilfe ja! Abzocke nein!

In 5Mose 23 finden wir im Hinblick auf verschiedene Gesetze einige Detailaussagen, die eine Schlüsselbedeutung haben. Denn mit diesen ergänzenden Informationen wird die ausgewogene Zielsetzung von Gottes Anweisung erkennbar.

Gott fordert die wohlhabende Bevölkerung zum Beispiel zur Großzügigkeit auf und erwartet von ihnen unter anderem, dass einem Reisenden nicht verwehrt werden darf, sich zu sättigen von den landwirtschaftlichen Früchten der Gegend, durch die er zieht (5Mose 23, 25-26).

Aber mit dem Hinweis darauf, dass dabei 1. nichts in Behälter (d. h. nicht auf Vorrat) gesammelt und 2. nur von Hand (d. h. nicht im großen Stil) geerntet werden darf, wird der Unterschied zwischen einer Sozialgesetzgebung und einer parasitären Struktur erkennbar gemacht.

Ein Bedürftiger darf nach Gottes Willen in seiner akuten Notsituation auf die Unterstützung aus seiner Umwelt rechnen. Aber der Umfang der in Anspruch genommenen Hilfe soll nicht über seinen gegenwärtigen Bedarf hinaus gehen und dazu einladen, dauerhaft und selbstverständlich auf Kosten anderer zu leben.

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Sprüche 22: Eine das Leben bestimmende Macht!

Gemeint ist die berühmte „Macht der Gewohnheit“, die in Sprüche 22, 6 beschrieben wird: „Gewöhne einen Knaben an seinen Weg, so lässt er auch nicht davon, wenn er alt wird.“.

Zuerst ist das eine ganz allgemeine Aussage. Wir können es als Verheißung verstehen und als Ratschlag im Hinblick auf die positiven Möglichkeiten der frühkindlichen Prägung. Darüber hinaus ist es aber auch ein Hinweis auf die schwere Hypothek, die einem Menschen bereits am Anfang seines Lebens auferlegt werden kann durch negative Vorbilder, Vorgaben und Vorurteile.

Wir sind alle mehr oder weniger stark von anderen „auf Spur gebracht“ worden und folgen einem eingetretenen Trampelpfad. Es gibt bestimmte Erfahrungen, eindrückliche Beispiele und tiefsitzende Bemerkungen, die unser Denken und Verhalten nachhaltig geprägt haben.

Es gilt, sich dieser Mächte im Leben bewusst zu werden und sie gegebenenfalls loszuwerden (1. Pe. 1, 18). Und es gibt manche Gelegenheit, wo wir anderen etwas „angewöhnen“, Einfluss ausüben und Menschen prägen. Welche Saat streuen wir aus?

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Lukas 23, 33-56: Die Ruhe vor dem Sturm

„Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gesetz.“ Lk. 23,56

Was geschah am Karfreitagnachmittag? Jesus war um 15.00 Uhr (9. Stunde) am Kreuz gestorben. Bis zum Anbruch des Sabbats – am Freitagabend nach Sonnenuntergang mit dem ersten Stern am Himmel – musste noch wichtiges geschehen.

  • Der Ratsherr Joseph von Arimathäa, ein stiller Freund Jesu, der das Todesurteil über Jesus nicht mitgetragen hatte (V. 50-51), erbat sich den Leichnam von Pilatus und begrub in in einem Felsengrab (wahrscheinlich seinem eigenen). Joseph trauerte um Jesus und wartete auf das Reich Gottes – so beging er den anbrechenden Sabbat.
  • Die Jüngerinnen Jesu wollten den Leichnam einbalsamieren. Da sie den Sabbat einhalten wollten (V. 56) und am Sonntagmorgen noch vor Sonnenaufgang zum Grab gingen, mussten sie am Freitagnachmittag noch vor Sonnenuntergang die Öle und Salben zubereiten.
  • Die Jünger schlossen sich ein und befürchteten nach dem Sabbat verfolgt und verhaftet zu werden.
  • Die Pharisäer und Schriftgelehrten und Ratsherren bereiteten sich auf den anbrechenden Sabbat vor – vielleicht noch ein bischen aufgewühlt von den Ereignissen, aber im übrigen hoch zufrieden und erleichtert – ihr Erzfeind war vernichtet!

Alles kam mit der Sabbatruhe zum Ende – bis Gott am Sonntagmorgen einen Anfang setzte, den die Welt noch nicht gesehen hatte!

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5Mose 22: Säge nicht an dem Ast, auf dem Du sitzt!

In 5Mose 22 finden wir unter anderem ein Naturschutzgesetz. Wenn ein Vogelnest aufgestöbert wurde, dann durfte man die Jungtiere mitnehmen, aber das Muttertier sollte in Ruhe gelassen werden (5Mose 22, 6-7). Indem das Muttertier am Leben und in der Freiheit gelassen wurde, ergab sich für den Moment zwar ein bewusst reduzierter Jagderfolg. Aber für die Zukunft bestand die Möglichkeit, dass das geschonte Tier neuen Jungtieren das Leben schenken würde.

Wir haben es hier mit einem Gesetz zu tun, dass die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen verhindern sollte. Beim Jagen, Fischen und Fangen sollte beachtet werden, dass sich die Tierbestände wieder regenerieren können. Diese Sorgfaltspflicht kann und soll natürlich auf alle anderen Bereiche übertragen werden. Gottes Ordnungen dienen zum Erhalt der Schöpfung und damit auch zum Erhalt unserer eigenen Lebensgrundlagen.

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Sprüche 21: Wer einsam ist, der…?

„…der hat es gut, weil niemand da, der ihm was tut!“, sagt der Humorist Wilhelm Busch. Und Recht hat er damit, wenn die Alternative zur Einsamkeit nur darin besteht, an einen streitsüchtigen und wütenden Partner gebunden zu sein.

So wird es in Sprüche 21 direkt 2mal zum Besten gegeben und damit vor dem leichtfertigen Eingehen einer Beziehung gewarnt. Einer von Missgunst, Konkurrenz und Streit geprägten Verbindung ist der Aufenthalt im letzten Winkel (Sprüche 21, 9) oder in einer großen Wüste (Sprüche 21, 19) vorzuziehen.

Die Bibel beschreibt immer wieder die vielen Vorteile und den großen Segen der Gemeinschaft. Aber weil sie weiß, dass die zwischenmenschliche Gemeinschaft auch zu einer großen Belastung und Qual werden kann, warnt sie uns vor einer nur aus lauter Sehnsucht willkürlich eingegangenen Beziehung.

Wer einsam ist, der hat es nicht unbedingt gut. Aber er könnte es unter Umständen noch schlechter haben.

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Lukas 23, 1-32: Mitten in unserem Zeitfenster…

„… er hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen.“ Lk. 23,8

Lukas erwähnt in der Gerichtsverhandlung bei Pilatus eine interessante Begegbenheit: Pilatus schickt Jesus als unangenehmen Fall zu Fürst Herodes Antipas (Sohn von Herodes des Gr., unter dem Jesus geboren wurde, regierte 4 bis 39 n.Chr. als Herrscher über Galiläa und Peräa), der zufällig in Jerusalem weilte. Der sollte entscheiden (weil Jesus aus Galiläa stammte V. 7). Herodes sah diese Episode als hoch willkommen an. Wollte er doch schon immer einmal den berühmten Rabbi und Wundertäter Jesus persönlich erleben. Nun hatte er ganz unerwartet sein Hofvergnügen. Aber Jesus geht nicht auf ihn ein. Das kränkt Herodes und er versucht Jesus durch Spott zu reizen – vergeblich. So schickt er ihn wieder zurück – dennoch dankbar für eine solche Abwechslung, die ihm Pilatus beschert hat. Sie wurden dadurch Freunde, obwohl sie sich vorher nicht mochten.

Gottes Heilsgeschichte ist total in menschliche Zeitgeschichte eingewoben. Das hatten Pilatus und Herodes nicht geahnt, dass sie mit dem König der Welt in ihrem Geschichts-Zeitfenster zutun gehabt hatten… Wo schaut Gott heute durch Dein Zeitfenster…?

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5Mose 21: Ein unaufgeklärter Mordfall

Trotz der unerbittlichen Kriegsführung in der damaligen Zeit und trotz rauer Gesetze, die sehr häufig die Todesstrafe vorsahen, hatte das Leben eines jeden einzelnen Menschen einen unantastbaren Wert. Das wird in 5Mose 21 daran deutlich, dass beim Auffinden eines Erschlagenen dieser unaufgeklärte Mordfall nicht einfach zu den Akten gelegt wird. Die Ältesten wurden verpflichtet, der Sache nachzugehen. Und wenn die kriminalistischen Ermittlungen nicht zur Entlarvung des Täters führten, dann wurde von der naheliegendsten Stadt stellvertretend ein Sühnopfer dargebracht. Denn man wollte nicht unbeabsichtigt „eine Leiche im Keller haben“, die – weil in Gottes Augen das Leben jedes einzelnen Menschen heilig ist – zu einer Hypothek für das ganze Land werden könnte. Auch das anonyme und unbemerkte Sterben von Embryos, Patienten und vielen anderen Menschen gehört in die Verantwortung der Gesellschaft und kann uns darum nicht egal sein.

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