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1. Samuel 20-21: Freundschaft benötigt Absprachen

Die Freundschaft zwischen David und Jonathan ist ja sprichwörtlich geworden. Vor allem in 1. Samuel 20 wird allerdings belegt, dass diese Beziehung sich nicht selbstverständlich aus der bloßen Kraft der gegenseitigen Sympathie und von ganz allein ergeben hat. Sondern bei aller Liebe zu einander hielten diese beiden Männer es für erforderlich, ihren Freundschaftsbund bewusst zu schließen und zwischendurch mit Worten und Zeichen zu bestätigen und zu befestigen.

Es gibt kein „Verstehen ohne Worte“ und es gibt auch keine Freundschaft ohne Absprachen.

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Jesaja 57: Wo ist Gott zu Hause?

Jesaja 57 beinhaltet eine Adressenangabe des ewigen Wohnsitzes Gottes: „Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name der Heilige ist: In der Höhe und im Heiligtum wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist, damit ich den Geist der Gedemütigten belebe und das Herz der Zerschlagenen erquicke.“ (Jesaja 57, 15)

Einerseits wohnt Gott nicht in Tempeln, die von menschlichen Händen gemacht wurden. Sondern er befindet sich in einer eigentlich unerreichbaren Dimension und in einem für uns Menschen nicht verkraftbaren Zustand der Heiligkeit.

Andererseits ist Gott mitten unter uns und ganz besonders denen ganz nahe und verbunden, die niedergeschlagen und an sich selbst und dem Leben zerbrochen sind. Den Menschen wendet sich Gott in spezieller Weise zu, weil hier die Voraussetzungen gegeben sind für seine Anwesenheit und sein belebendes und veränderndes Eingreifen.

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Apostelgeschichte 25, 13-27: Paulus vor dem König

„Ich möchte den Menschen auch gerne hören.“ Apg. 25,22

König Herodes Agrippa II. (Enkel des Königs Herodes des Großen) kommt mit seiner Schwester Bernice nach Cäsaräa und macht seinen Antrittsbesuch bei dem neuen Prokurator Festus. Agrippa war zwischen den Römern und Juden eine wichtige Vermittlungsfigur. Die Römer waren an einem friedlichen Judäa interessiert – was oft nicht gelang. Der jüdische König Herodes Agrippa II., der mit den römischen Behörden zusammenarbeitete (er hatte seit dem Jahr 50 das Aufsichtsrecht über den Tempel), war für Festus ein wichtiger Ansprechpartner. Agrippa war den Römern gegenüber immer loyal (er versuchte z.B. den jüdischen Aufstand 66 n.Chr. zu verhindern – vergeblich).

Da Agrippa sich im Judentum genau auskennt, sucht Festus seinen Sachverstand (V. 26), um überhaupt einen Anklagegrund zu finden, der es rechtfertigt, Paulus an ein römisches Gericht zu überweisen. Ohne solchen Grund würde Festus sich in Rom lächerlich machen (V. 27). Heilsgeschichte mitten drin in römisch-jüdischer Politik!

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1. Samuel 18-19: Eine Familie – zwei Richtungen

Der noch amtierende König Saul war von einem großen Hass gegen David erfüllt (1. Samuel 19), aber sein Sohn, der Kronprinz Jonathan, liebte David wie seine eigene Seele (1. Samuel 18). Zwei Generationen einer Familie gelangen zu vollkommen unterschiedlichen Standpunkten im Hinblick auf David. Was für ein Widerspruch, was für eine Spannung!

Die Liebe zu David änderte nichts an der Loyalität des Jonathans gegenüber seinem Vater. Aber sobald sich sein Vater gegen David stellte, blieb Jonathan stets standhaft in seiner Liebe zu David. Der Widerstand seines Vaters, der ganze Hass und Neid des Saul, konnte Jonathan nicht irremachen in seiner Liebe zu David. Wenn er vor der Wahl stand, zwischen seinem Vater und seinem Freund David, dann entschied er sich stets für David.

Jesus Christus, der „Sohn Davids“, erwartet von uns dieselbe Entschiedenheit: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.“ (Matthäus 10, 37).

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Jesaja 56: Einladung an extreme Außenseiter

In diesem Kapitel (Jesaja 56) werden zwei Gruppen angesprochen: die „Einheimischen“ (Hiesigen, Insider) und die „Zugezogenen“ (Außenstehenden, Fernstehenden).

Gottes Einladung und Verheißung wird hier ausdrücklich auf die bisherigen Außenseiter bezogen: die „Fremden“ und die „Verschnittenen“ (Jesaja 56, 3). Diese Menschen befanden sich bisher auf Grund der unumkehrbaren Hintergründe und Spuren der Entfremdung in ihrem Leben am Rand der Gesellschaft und gehörten nicht in den Bereich des Volkes Gottes.

Nun werden diese Extreme extra angesprochen und ihre Vertreter in ihrer kritischen Selbsteinschätzung korrigiert und zu Gott eingeladen. Denn bei Gott ist nicht unsere Herkunft oder unser äußere Verfassung ausschlaggebend, jeder erhält die Stellung bei Gott, die seiner inneren Haltung gegenüber Gott entspricht.

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Apostelgeschichte 25, 1-12: Römisches Recht

„Ich berufe mich auf den Kaiser.“ Apg. 25,11

Der Nachfolger des Prokurator Felix versucht Ordnung in den Laden zu bringen. Zügig packt Festus (59 – 62 in Cäsaräa) (V. 1) die liegen gebliebenen Dinge an. Die Jerusalemer Feinde von Paulus sind nach zwei Jahren immer noch heiß darauf, ihn zu töten. In dem Verfahren, das Festus in Cäsaräa neu aufnimmt, merkt Paulus, dass es zu gefährlich wäre, den Prozess in Jerusalem zu beenden. So wagt er die Flucht nach vorne und beruft sich auf den Kaiser in Rom (das war Nero!). Er nutzt seine Rechte aktiv und geschickt aus. Jeder römische Bürger hatte das Recht vor ein Gericht in Rom gestellt zu werden, um nicht der Willkür ausländischer Gerichte der unterworfenen Völker ausgeliefert zu sein. Nach Rom wollte Paulus ja immer schon. Dass es unter diesen Umständen sein würde, hatte er nicht geahnt.

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1. Samuel 17: Wie man Riesen besiegt!

David erledigt Goliath und dokumentiert damit seine zukünftige Ausnahmestellung als von Gott berufener König über Israel. Ihm ist der Sieg über Goliath gelungen, weil er vier Dinge richtig gemacht hat:

  1. David konnte sich richtig aufregen: 1. Samuel 17, 26
  2. David erinnerte sich in dieser Situation an die richtigen Ereignisse in seinem Leben: 1. Samuel 17, 36-37
  3. David wählte die richtigen Waffen: 1. Samuel 17, 38-44
  4. David kämpfte mit der richtigen Einstellung: 1. Samuel 17, 45
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Jesaja 55: Kaufen ohne Geld!

Jesaja 55 beginnt mit der 3maligen Aufforderung: „Kommt!“. Wir werden eindringlich und herzlich eingeladen, uns mit den lebensnotwendigen Gaben beschenken zu lassen. Das ist eine Einladung an alle, die durstig oder hungrig sind. An alle, die leben wollen, auch wenn sie selbst keine Gegenleistung dafür liefern können, d. h. wenn sie kein Geld haben.

Das „Kaufen ohne Geld“ ist in der Bibel ein Bild für die Gnade (Offb. 22, 17; Joh. 7, 37). Beschenken will uns Gott, nicht ausnehmen oder einspannen oder ausnutzen. Er will keine Gegenleistung. Nicht weil das, was er uns schenkt, wertlos wäre, sondern weil es so kostbar ist, dass wir es niemals bezahlen könnten (Psalm 49, 8.9). Aber weil Gott unbedingt will, dass wir an seinem ewigen Leben teilhaben, bietet er uns an, dass wir es uns rechtskräftig aneignen (= kaufen), ohne etwas dafür zu bezahlen.

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Apostelgeschichte 24, 22-27: Zwei Jahre leichte Haft

„Felix kam mit seiner Frau Drusilla, die eine Jüdin war, und ließ Paulus kommen und hörte ihn über den Glauben an Christus Jesus.“ Apg. 24,24

Felix war Stadthalter in Cäsaräa, ein freigelassener Sklave der Kaiserinmutter Antonia. Als erster Freigelassener erhielt er das Amt eines Prokurators. Auch über seine drei Frauen machte er Karriere. Eine von ihnen war die Enkelin des Marc Antonius und Kleopatra. Seine jetzige, dritte Frau Drusilla, war die jüngste Tochter des König Agrippa.

Als Felix merkt, dass es sich um jüdisch-theologische Fragen handelt, zieht er den Prozess zwei Jahre lang hin – bis er versetzt wird (V. 27). Er wollte es sich nicht mit den Juden verderben.

Diese zwei Jahre in Cäsaräa sind eine wichtige Zeit für Lukas. Lukas konnte Paulus bei leichter Haft besuchen (V. 23) und viel von Paulus erfahren – was er in seinem Lukasevangelium aufschrieb. Er konnte sogar nach Jerusalem reisen und Augen und Ohrenzeugen befragen und die Örtlichkeiten besichtigen…

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1. Samuel 16: Den hatte niemand auf der Rechnung

Gott hatte den Richter Samuel aus dem Ruhestand gerufen und wieder reaktiviert, um durch ihn dem König Saul den Entzug der Verheissung Gottes anzukündigen, aber auch mit Hilfe von Samuel eine Ära der Heilsgeschichte anzukündigen. In dem Bericht aus 1. Samuel 16 wird gezeigt, wie selbst ein so erfahrener und gereifter Gottesmann wie Samuel einige Lektionen über die Führungsprinzipien Gottes erhält.

  1. Lektion: Gott fängt etwas Neues an, während wir dem Alten noch nachtrauern: „Wie lange trägst du Leid um Saul, den ich doch verworfen habe, daß er nicht mehr König über Israel ist? Fülle dein Horn mit Öl und gehe hin, ich will dich zu Isai, dem Bethlehemiten, senden, denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen König ersehen.“ (1. Samuel 16, 1).
  2. Lektion: Gott prüft das Herz, während wir am Äusseren hängen bleiben: „Schaue nicht auf sein Aussehen, noch auf die Höhe seines Wuchses, denn ich habe ihn verworfen. Denn Gott sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht auf das Äußere, der Herr sieht auf das Herz!“ (1. Samuel 16, 7).
  3. Lektion: Gott erwählt einen Mann, mit dem niemand gerechnet hat: Gott erklärt die ersten sieben Söhne Isais für ungeeignet. Und als Samuel sich über die Vollständigkeit der Familie informiert, stellt sich heraus, dass noch ein Sohn fehlt, den niemand auf dem Plan hatte (1. Samuel 16, 10-11), aber es war der „Mann nach dem Herzen Gottes“ (1. Samuel 13, 14).
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