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1. Mose 39-40: Kein einfaches, aber ein gutes Leben

Immer wieder steht in den Berichten von 1Mose 39-40, dass „der Herr mit Josef war“ und dass Gott „es ihm gelingen ließ“.
Damit wird nichts ausgesagt über Josefs Glücksgefühle, sondern seine Wirkung auf die Umwelt wird beschrieben.
Denn für Josef war das Leben überhaupt nicht leicht, aber er hat sich in den verschiedenen Herausforderungen als ein von Gott bestimmter Mensch bewährt:
•    In einer herausragender Verantwortungsposition (1Mose 39, 1-6) genauso
•    wie in einer extrem verführerischen Lage (1Mose 39, 7-20)
•    und in einer lang anhaltenden Phase der Verfolgung (1Mose 39, 21 – 40, 23).

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Hiob 33-34: Keiner behält Recht

Elihu wendet sich in Kapitel 33 an Hiob. Respektvoll und behutsam erläutert er die verschiedenen Formen von Gottes Reden zu den Menschen. Wenn Gott durch Leiden zu Menschen redet (Hiob 33, 19), dann ist das nicht zwangsläufig ein Strafleiden als Antwort auf besonders schwerwiegende Verfehlungen, sondern es kann ein Erziehungsleiden sein (Hiob 33, 26-28). Damit wird die bisherige Argumentation von Hiobs Freunden korrigiert.

Die Rede in Kapitel 34 ist an die Beobachter der Ereignisse um und mit Hiob gerichtet. Sie sollen aus den vorläufigen Stellungnahmen von Hiob keine voreiligen und falschen Schlussfolgerungen ziehen, sondern wissen, dass Gottes Handeln frei ist von Ungerechtigkeit (Hiob 34, 12) und dass er nicht nur seine eigenen Interessen verfolgt (Hiob 34, 13). Auf diese Weise werden auch die vorübergehenden Reaktionen von Hiob einer Kritik unterzogen.

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Matthäus 6: Echt sein!

„Hütet euch, eure Frömmigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen!“ Mt. 6,1

Die Bergpredigt bringt den Gegensatz Jesu zur Lehre der Pharisäer auf den Punkt: Hier besonders zum Thema „mehr Schein als Sein“. 3x geht es um’s „gesehen werden vor den Leuten“: V. 1, V. 5 und V. 16! Heuchelei ist der Defizitausgleich zwischen Schein und Sein, der uns von Gott und von uns selbst entfremdet.

Echtes Gebet macht uns ehrlich. Es ist nicht Information und Motivation oder gar Bestechung Gottes (so die Heiden), sondern Gemeinschaft mit dem Vater.

Solche Gemeinschaft bindet uns an unseren wahren Herrn (V. 19-24) und entkrampft von unseren Sorgen (V. 25-34).

 

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1Mose 38: Wohin nicht erfüllte Versprechen führen

Die Leviratsehe (von lat. levir = Schwager) wird hier zum ersten Mal erwähnt. Sie beruht auf der Pflicht, die Witwe des kinderlos verstorbenen Bruders zu heiraten und ihm Nachkommen zu schenken, die sein Erbe antreten können.
Onan wurde von Gott nicht für eine bestimmte Sexpraxis bestraft, sondern weil er verhinderte, dass Tamar, die Frau seines verstorbenen Bruders, zu einer eigenen Familie und sein verstorbener Bruder damit posthum zu Nachkommen käme. Denn das hätte bedeutet, dass das Erbe u. a. mit den Kindern der Tamar hätte geteilt werden müssen. Daran hatte Onan kein Interesse und erfüllte darum nicht seine Pflicht.
Und weil Tamar auch darüber hinaus ihr Recht vorenthalten wurde, nimmt sie sich das Recht auf ihre Weise, die nicht gut ist. Aber sie wurde dazu getrieben von Männern, die sich ihr gegenüber verweigerten und ihre Versprechen nicht eingehalten haben.

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Hiob 32: Zornige junge Männer…

So wurde die Nachkriegsgeneration in der englischen Kunstszene bezeichnet, die mit der alten Garde abrechnete und sich in beißender Sozialkritik übte.
Elihu, der nun als vierter Freund von Hiob in Erscheinung tritt, trägt ähnliche Charakterzüge.
Er ist wütend auf den seiner Meinung nach selbstgerechten Hiob. Und er ist noch zorniger auf seine Vorredner, die darauf keine angemessene Antwort gefunden haben.
Und nun kündigt er gewaltige Stellungnahmen von seiner Seite an, die dem allem endlich ein Ende setzen sollen. Wir dürfen gespannt sein!

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Matthäus 5, 38-48: Überraschend anders…

„Liebt eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel…“ Mt. 5,44.45

In den „Antithesen“ („ich aber sage euch…“) widerspricht Jesus nicht dem AT, sondern der verdrehten Auslegung der Pharisäer. Er legt seinen Jüngern das Gesetz Gottes richtig aus: Der Wille Gottes lässt sich nicht in menschliche Machbarkeit einebnen. Das wird am stärksten beim Thema Feindesliebe deutlich!

Christen sollen sich in dieser Welt nicht ausnutzen, ausrauben, mobben lassen – sondern ihre persönlichen und bürgerlichen Rechte wahrnehmen. Um ihres Glaubens an Jesus willen aber Zeichen der Liebe (Feindesliebe!) setzen.

Wem, der mir nicht gut gesonnen ist, kann ich heute Gutes tun, für ihn beten?

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1Mose 37: Ein Leben mit Vision

Josef kam aus sehr schwierigen, verwirrenden und belasteten Familienverhältnissen, in denen er selbst auch eine ganz spezielle Rolle spielte:
•    Von seinem Vater wurde er bevorzugt: 1Mose 37, 3
•    Und von seinen Brüdern wurde er beneidet: z. B. 1Mose 37, 4.8.11
•    Aber von Gott wurde Josef berufen: 1Mose 37, 5.9

Das Reden Gottes durch die Träume gab ihm eine Vision, die ihm für sein ganzes Leben eine Orientierung gab (1Mose 42, 9).

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Hiob 31: Hiobs Verhältnis zur Pornographie…

…ist eine besondere Demonstration für seine moralische Integrität. Die Auflistung der Arten von Fehlverhalten, derer er sich nicht schuldig gemacht hat, beginnt mit der Möglichkeit der sexuellen Unreinheit in Gedanken und in der visuellen Ausrichtung (Hiob 31, 1-4).

Hiob ist sich der Intensität dieser Versuchung, aber auch ihrer Bewertung durch Gott sehr nüchtern bewusst (vgl. Matthäus 5, 27-28) und hat sich darum eine Selbstverpflichtung auferlegt: Hiob 31, 1.

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Matthäus 5, 21-37: Ganzheitliche Sexualität

Jesus vertritt hier im Hinblick auf verschiedene ethische Bereiche einen hohen Anspruch.

In seinen Aussagen zur Sexualität (Matthäus 5, 27.28) vertritt er ein vertieftes Verständnis (Sexualität hat ihre Wurzel im Denken) und auch ein vertieftes Verständnis von Moral.

Damit wendet er sich nicht gegen erotisches Verlangen, sondern er setzt sich ein für Reinheit. Im Kopf beginnt nicht nur positive Lust, sondern auch destruktive Gier. Ehebruch beginnt nicht erst mit dem vollzogenen Geschlechtsverkehr, sondern mit dem Begehren. „Die Gedanken sind frei“, aber sie sind nicht wirkungslos.

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1Mose 36: Expansion erfordert Aufteilung

Zwei Brüder trennen sich…
•    begründet: ihr Hab und Gut war zu groß, der gemeinsame Raum zu klein (1Mose 36, 7);
•    geordnet: der eine bleibt in Kanaan, der andere geht nach Seir (1Mose 36, 6);
•    friedlich: d. h. ohne Streit.

Das ist die Voraussetzung dafür, dass aus zwei Brüdern zwei Völker werden.