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1. Könige 9: Gott ist willig, der Mensch ist schwach

Die große Verheißung, die Gott dem Salomo bei seiner ersten Erscheinung gab (1. Könige 3) und im Laufe der zurückliegenden Jahre auch erfüllt hatte, wird bei der zweiten Erscheinung Gottes (1. Könige 9) ergänzt durch eine sehr ernste Ermahnung.

Einerseits verspricht Gott dem König Salomo, dass sein Name nicht nur auf dem Klingelschild des Tempels stehen soll, sondern dass er selbst mit seinen Augen und seinem Herzen anwesend sein wird (1. Könige 9, 3). Aber diese Nähe Gottes wird sich genau in das Gegenteil verwandeln, göttlicher Widerstand und Gott-Verlassenheit, wenn sich Salomo mit seinem Volk von Gott entfremdet (1. Könige 9, 6ff).

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Jeremia 28: Leider behält Jeremia Recht

Als ein anderer Prophet mit Namen Hananja gegen Jeremia auftritt und ihm widerspricht (Jeremia 28), indem er nicht Gericht durch den König von Babel, sondern stattdessen Israels bevorstehende Befreiung vom babylonischen Joch ankündigt, da wird diese „gute Nachricht“ von Jeremia begrüßt.

Aber leider bestätigt Gott nicht Hananja, sondern er bestätigt seinen Gerichtspropheten Jeremia. Für den positiven Denkakrobat und Stimmungsmacher Hananja bleibt dagegen nur die offensichtliche Widerlegung und Strafe, weil er mit seinen selbst erdachten Nachrichten die Menschen von der Wahrheit fern hält.

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1Korinther 5: Verschwommenes Profil

“Ich habe euch geschrieben in dem Brief, dass ihr nichts zu schaffen haben sollt mit den Unzüchtigen.” 1Kor. 5,9

Von den “Leuten der Chloe” (1Kor. 1,11), die von Korinth nach Ephesus kamen und Paulus über die Zustände in der korinthischen Gemeinde berichteten, hörte er auch von dem Unzuchtsfall in der Gemeinde. Das Bild vom Sauerteig, der, als Symbol der Reinigung, vor dem Passahfest aus der jüdischen Küche ausgefegt wird (V. 7-8), wendet Paulus für die Christen in Korinth an: Sauerteig durchsäuert den Restteig. Wenn ein Fall von Unzucht in der Gemeinde geduldet wird, steckt das an, bekommen Christen und Nichtchristen den Eindruck, das wäre normal und ok (V. 11)! Paulus erinnert sie an den uns nicht erhaltenen 1. Brief, den er der Gemeinde schrieb, und in dem er anscheinend schon auf die Gefahr der akzeptierten offenen Sünde in der Gemeinde hinwies.

Und falls sogar die Heiden das ethische Verhalten der Christen kritisieren (V. 1), bekommt die christliche Gemeinde einen schädlichen Ruf (V. 6). Gottes Gebote sollen in der Gemeinde positiv abgebildet werden – nicht als eine Gemeinde der perfekten, sündlosen, über alle anderen erhabenen Heiligen, sondern als eine Gemeinde der Sünder, die Sünde benennen, bekennen und lassen. Wo Sünde nicht benannt, bekannt und unterlassen wird, verschwimmen die Grenzen der Gemeinde zur Welt und die Gemeinde verliert ihr Profil, ihre Botschaft, ihre Anziehung, ihren Auftrag.

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1. Könige 8: Unfassbar, aber erreichbar!

Im Mittelpunkt des Berichts über die Einweihung des Tempels in 1. Könige 8 steht das Gebet Salomos. Der Tempel ist zwar eine Art Bodenstation Gottes, aber seine Bedeutung wird direkt bei der Einweihung relativiert, „denn alle Himmel können Gott nicht fassen“ (1. Könige 8, 27). Aus diesem Grunde ist dieses „Gotteshaus“ – wie alle anderen Kirchen in der Welt auch – nur ein symbolischer Ausdruck für die Verbindungsmöglichkeit mit Gott, die auch weit entfernt von diesem Gebäude in Anspruch genommen werden kann (1. Könige 8, 47). Auf dieser Grundlage bittet Salomo, dass Gott von seinem wirklichen Wohnort im Himmel aus, das Gebet der Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsort, sondern entsprechend ihrer Herzenshaltung zu erhören (1. Könige 8, 39-40).

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Jeremia 27: Glauben heißt: Drunter bleiben!

In Jeremia 27 benutzt Gott ein „Joch“ für eine Gegenstandslektion. Er wird sein Volk und viele andere Völker für eine bestimmte Zeit zu Untertanen von Babylon machen.

Wer sich unter dieses von Gott verordnete Joch beugt, bleibt verschont (Jeremia 27, 11-12).

Wer sich von falschen Propheten zur Auflehnung gegen dieses Joch auflehnt und zu falschen Erwartungen (Jeremia 27, 16) verführen lässt, wird vertilgt (Jeremia 27, 8).

Gottes Erwartung an sein Volk besteht darin, dass sie sich „demütigen unter die gewaltige Hand Gottes, damit er sie erhöhe zu seiner Zeit“ (1. Petrus 5, 6).

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1Korinther 4: Sich selbst verteidigen…?!

“Seid meine Nachfolger!” 1Kor. 4,16

Wenn Paulus den sich gegenseitig bekämpfenden Gruppen und Leitern in Korinth schreibt, so weiß er, dass er selbst in ihrer Kritik steht – und er versucht sie zu gewinnen. Hintergrund war: Paulus hatte einen ersten Brief nach Korinth geschrieben, der uns nicht übermittelt ist. Auf diesen hin reist eine Gruppe Korinther (1Kor. 1,11) zu Paulus nach Ephesus, die ihm von den Spannungen berichten und viele praktische Gemeindefragen stellen. Auf diese Nachrichten hin schreibt Paulus unseren 1. Korintherbrief mit vielen Gemeindethemen, Ermahnungen zur Einheit und zu seiner eigenen Verteidigung (V. 3). Dies kommt in diesem Abschnitt besonders hervor (V. 10). Diesen zweiten Brief (1. Korintherbrief) schickt Paulus durch Timotheus (V. 17) nach Korinth und hofft auf deren Einsicht. Er ahnt aber schon, dass es damit nicht getan ist und kündigt seinen Besuch an (7 Jahre nach der Gemeindegründung) (V. 18-19).

Gute Leiter der Gemeinde können sich an Paulus und Apollos ein Vorbild nehmen: Sie sind “Diener”, “Haushalter”, “treu” (V. 1-2).

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1. Könige 7: Der Vollstrecker

Mit der Fertigstellung des Tempels „vollendete Salomo das ganze Werk“ (1. Könige 7, 51). Er erfüllt damit die Pläne und Versprechen seins Vaters David, die für viele Jahre zu seiner Lebensaufgabe wurden und die er umgesetzt und zu Ende gebracht hat. Salomo beschäftigte sich in erster Linie nicht mit seinen eigenen Ideen und Lebenszielen. Dieser Verzicht auf eine selbst gewählte „Selbstverwirklichung“ und die Übernahme einer überlieferten Lebensbestimmung haben Salomo jedoch nicht geschadet. Denn in dieser Phase seines Lebens war er so nahe bei Gott und so nahe bei sich selbst, wie es leider nachher nie wieder der Fall war.

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Jeremia 26: Staat schützt vor Kirche

Das ist eine verkehrte Welt, die in Jeremia 26 erkennbar wird, die aber im Laufe der Geschichte keinen Seltenheitswert hatte.

Die politische Obrigkeit schützt den von Gott autorisierten Propheten Jeremia vor den Nachstellungen der „Volkskirche“, die sich durch dessen Predigten zu sehr in Frage gestellt sieht.

Die politischen Volksvertreter sind empfänglicher für eine kritische Botschaft als die hauptamtlichen religiösen Vertreter. Oft wurden religiöse Menschen von einem brutalen Staatsapparat verboten und bedrängt. Aber genauso häufig haben weltliche Regime Christen eine Zuflucht geboten, die von der offiziellen Kirche verfolgt wurden.

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1Korinther 3: Wie ist ein guter Leiter?

“Wir sind Gottes Mitarbeiter…” 1Kor. 3,9

In Kap. 3 kommt Paulus auf das zu Eingang erwähnte Problem in der Gemeinde Korinth zu sprechen: Ihre Spannungen durch Gruppenbildungen (V. 4), die sich gegenseitig ausgrenzten – äußerlich gespalten hatte sich die Gemeinde offensichtlich noch nicht. Mit großer Offenheit diagnostiziert er ihre Motive: Eifersucht, Zank und zeigt ihre geistliche Unreife auf. Leiter der Gemeinde sind Diener, Gottes Mitarbeiter mit unterschiedlicher Begabung an dem einen Bau Gottes und nicht Anführer gegenerischer Parteien. Kein Mensch hat das Fundament (Christus) der Gemeinde gelegt, sondern Gott selbst. Unsere Verantwortung ist es, richtig darauf aufzubauen. Sowohl “Anführer”, als auch “Anhänger” müssen aufpassen, dass sie nicht den größeren Blick auf Christus verlieren.

Dass sich die Korinther in dieser verkürzten Sicht bestimmter Leiter rühmten (V. 21), zeigt ihre schwache Auffassung vom Evangelium (V. 1-2). In der Kirchengeschichte sind wir dankbar für herausragende Leiter und Lehrer – aber wie oft hat gerade dieser Segen zur Spaltung in der Gemeinde Jesu geführt?!

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1. Könige 6: Überwältigend, aber nicht überzeugend!

Nach einer 7jährigen Bauzeit stand in Jerusalem ein Tempel, der nach dem Bericht in 1. Könige 6 sowohl in seinen Ausmaßen als auch in seiner Ausstattung „großartig“ war. Die Hinweise auf die Kunst der Fachleute und auf verschiedene Details der Gestaltung vermitteln uns den Eindruck von einem sehr imposanten und wuchtigen Gebäude. Ein echter Tempel eben, erhaben und kunstvoll, ästhetisch und repräsentativ…

Ein kleiner Einschub in der ausführlichen Beschreibung des Tempels (1. Könige 6, 11-13) gibt die Mitteilung Gottes an den Bauherrn Salomo wieder, dass trotz dieser überwältigenden Ausstattung des Gebäudes der Segen nicht bedingungslos garantiert wurde, sondern abhängig blieb von der Herzens- und Lebenshaltung der Menschen. Gott bindet seinen Segen auch heute nicht an äußere Formen, wie kunstvoll und feierlich und kostspielig diese auch sein mögen. Er bezieht sich mit seiner Zusage von Segen und Leben auf die innere Ausrichtung und das praktische Verhalten der Menschen.

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