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Richter 2: Die Bedeutung des Einzelnen!

Richter 2 bildet in komprimierter Weise die sich wiederholenden Abläufe der Richterzeit ab: Die Israeliten fallen immer wieder von Gott ab und erleben als Folge davon die Unterdrückung durch andere Völker. Diese Erfahrung treibt sie in die Rückbesinnung auf Gott, der ihnen als Antwort auf ihre Umkehr Richter schenkt: Richter 2, 18. Das waren Leiterpersönlichkeiten, die von Gott erweckt und bestimmt wurden. Unter ihrer Regie wurde die Bedrohung durch Feinde beseitigt und eine oft Jahrzehnte dauernde Ruhe für das Land sicher gestellt. Aber leider fand diese Friedenszeit oft ihr Ende, wenn die von Gott geschenkte Leiterpersönlichkeit starb. Das bedeutet: In einer Zeit allgemeiner Schwäche wurde die Entwicklung des Volkes oft durch die Präsenz und den Einfluss einzelner maßgeblicher Personen bestimmt.

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Jesaja 14: Richten, aber nicht vernichten!

Das Spottlied über die zum Untergang verurteilte Weltmacht Babylon (Jesaja 14, 4-23) und andere feindliche Völker (Jesaja 14, 24-31) ist eingebetet in zwei Zusagen für das Volk Israel, die die ewige Erwählung Gottes zum Ausdruck bringen.

Gott wird sein Volk zwar richten, aber er wird es nicht vernichten, sondern danach wieder aufrichten: Jesaja 14, 1-3 und Jesaja 14, 32.

Was Jesaja hier andeutet, wird von ihm im letzten Drittel des Buches breit ausgeführt. Auch wenn Jesaja in den gegenwärtigen Kapiteln besonders viel und betont vom Gericht spricht, steckt immer wieder die Gnade darin.

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Apostelgeschichte 11, 1-18: Ein neues Denken macht sich breit

„Als sie das hörten, schwiegen sie still…“ Apg. 11,18

Jetzt mussten die Judenchristen in Jerusalem überzeugt werden, dass Gott auch die Heiden gleichberechtigt der Gemeinde Jesu hinzufügt. Diese Überzeugungsarbeit geschieht hier, wie auch an etlichen anderen Stellen in der Apostelgeschichte, durch schlichtes Berichten, was Gott getan hat. Dabei fällt Petrus ein Wort Jesu ein, dass er ihnen vor seiner Himmelfahrt gesagt hat (Kap. 1,5). Jesus hat es vorausgesagt, der Heilige Geist erinnert daran, das Aha-Erlebnis findet statt! Für Judenchristen der damaligen Zeit eine echte Überraschung (V. 18)!

Tatsächlich hat in den weiteren Jahrzehnten eine große Verlagerung stattgefunden – von den judenchristlichen Gemeinden Judäas und Samariens hin zum Verbund der heidenchristlichen Gemeinden des römischen Reiches, in denen auch immer Judenchristen waren.

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Jesaja 13: Die langfristige Perspektive entscheidet!

Nach der internen Kritik an Israel (Jesaja 1-12) richtet sich der Blick des Propheten nun nach außen (Jesaja 13-23) und kündigt das Gericht Gottes über die Nachbarvölker an.

Aber nicht die gegenwärtige Bedrohung durch Assyrien steht im Vordergrund, sondern der Schwerpunkt in Jesaja 13 liegt auf dem Gericht über die Großmacht Babylon, die zur Wirkungszeit von Jesaja lediglich eine kleine Provinz war und auf der weltpolitischen Bühne noch überhaupt gar nicht als Großmacht in Erscheinung getreten war.

Die Ankündigung des Aufstiegs und des Untergangs von Babylon vermittelte den Betroffenen Orientierung im Erleben der Nötigungen und Schwierigkeiten, die durch das babylonische Volk ausgeübt werden. Wenn die Ankündigung des Aufstiegs zutreffend war, dann wird es auch die Ankündigung ihres Untergangs sein.

Für diese Welt und Gottes Gemeinde sagt die Bibel schwere Zeiten und Erfahrungen voraus. Aber über allen diesen vorübergehenden Bedrohungen steht das Ziel: „Dass Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht!“ (Christoph Blumhardt).

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Apostelgeschichte 10, 25-48: Wer agiert?

„Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht…“ Apg. 10,34

Der Geist Gottes beherrscht und lenkt das Geschehen. Nicht Petrus ist der souverän agierende, sondern Jesus selbst! Unter der Verkündigung des Petrus von Jesus, dem Herrn über alle, der gekreuzigt und auferstanden ist, dem Richter über Tote und Lebendige, fällt der Heilige Geist auf die zuhörenden Heiden, Freunde der jüdischen Synagoge in Cäsarea. Selbst hier noch sind die Judenchristen entsetzt (V. 45) und selbst Petrus zeigt sich überwunden (V. 47). Wie schwer war das alles zu verstehen? Die Zungenrede der Heiden ist hier ein wichtiges Zeichen für die Judenchristen, dass hier Gott selbst handelt und an dem Glauben dieser Menschen nicht mehr zu zweifeln ist.

Zweierlei ist hier beachtenswert:

  • Gott ist der Akteur, Jesus handelt über das Verständnis der Boten hinaus, der Heilige Geist treibt Mission. Auch wir sollten mehr verstehen, dass Gott agiert – wo müssen wir ihm folgen? Nicht umgekehrt: Wir agieren und Gott möge uns doch bitte folgen!
  • Welche Blokaden und Grenzen haben wir im Kopf, durch die das Evangelium gehindert wird sich auszubreiten?
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Josua 23-24: Nachhaltige Leiterschaft

Diese beiden abschließenden Kapitel 23 und 24 im Buch Josua beschreiben das Ende des Lebens und der Leitungsverantwortung von Josua. Bei dieser Gelegenheit will Josua die Ausrichtung des Volkes über seine eigene Lebenszeit hinaus nachhaltig gestalten. Wie macht er das?

Zuerst erinnert Josua an die Erfahrungen, die Israel mit Gott gemacht hat (Josua 23, 3). Damit hat Gott unter Beweis gestellt, dass er in allen seinen Zusagen verlässlich ist (Josua 23, 14). Darum weist Josua darauf hin, dass diese Verlässlichkeit Gottes auch im Hinblick auf seine negativen Konsequenzen gilt. Um das Volk Israel davor zu bewahren, vermittelt Josua einen Rückblick in die Geschichte (Josua 24, 1-13) und fordert auf dieser Grundlage zu einer Entscheidung auf (Josua 24, 15). Die erste positive Reaktion des Volkes (Josua 24, 16) wird nicht sofort aufgegriffen, sondern noch mal einer kritischen Selbstreflexion ausgesetzt (Josua 24, 19). Erst als die erneute Bestätigung des Volkes erfolgt, wird das von Josua mit einem offiziellen Bundesschluss dokumentiert und schriftlich festgehalten und mit einem Denkmal im öffentlichen Alltagsleben verankert (Josua 24, 25-26).

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Jesaja 11-12: Große Aussichten!

Die Kapitel 11 und 12 bilden den Höhepunkt der Jesajaprophetie im ersten Teil des Buches!

Jesaja 11 beschreibt den zukünftigen Messias und sein Friedensreich:

1. Die Ausbildung/Auswahl des Messias: Jesaja 11, 1

2. Die Ausrüstung des Messias: Jesaja 11, 2

3. Die Ausübung seiner Herrschaft: Jesaja 11, 3-5

4. Die Auswirkung seines Handelns: Jesaja 11, 6-9

5. Die Ausdehnung seiner Herrschaft: Jesaja 11, 10-16

Weil Siegesfeiern und Danklieder zusammen gehören, folgt in Jesaja 12 das „Danklied der Erlösten“.

1. Was sie sagen werden: Jesaja 12, 1-2

2. Was sie tun werden: Jesaja 12, 3

3. Was sie anderen sagen werden: Jesaja 12, 4-5

4. Was ihre Prägung und Bestimmung sein wird: Jesaja 12, 6

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Apostelgeschichte 10, 1-24: Mühsame Öffnung!

„Als aber Petrus noch ratlos war, was die Erscheinung bedeutete, die er gesehen hatte, siehe, da fragten die Männer, von Kornelius gesandt, nach dem Haus Simons..“ Apg. 10,17

Die Geschichte wechselt nach Cäsarea (in Samarien). Dort ist ein römischer Hauptmann, der große Sympathien für den jüdischen Glauben hat. Er war nicht beschnitten, gehörte also nicht zur jüdischen Gemeinde, glaubte aber an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Diesen Glauben machte er auch öffentlich deutlich, in dem er der Synagoge „viele Almosen“ (V. 2) spendete. Solche „Judengenossen“ unter den Heiden gab es damals viele im römischen Reich.

Hier knüpft der Heilige Geist an. Für uns erstaunlich ist, dass er zuerst Petrus selber überzeugen muss, das Evangelium zu den Heiden zu bringen. Erst eine dreimalige Vision überwindet Petrus Schwerfälligkeit. Das zeigt, wie stark das Bewusstsein am Anfang verwurzelt war, dass Christsein eine jüdische Sache war. Im weiteren Verlauf der Apostelgeschichte stellt sich die Verlagerung vom Judenchristentum zum Heidenchristentum dar.

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Josua 22: Kein Ersatz, sondern eine Erinnerung

Die Mehrheit des Volkes Israels sieht die Ehre Gottes und die Einheit des Glaubens in Gefahr, als eine Minorität jenseits des Jordans einen großen Altar aufrichtet (Josua 22).

Dann stellt sich jedoch heraus, dass dieser Altar nicht erbaut wurde, um in Ergänzung oder als Alternative zum eigentlichen Brandopferaltar im zentralen Heiligtum Opfer darzubringen. Dieser Altar war nicht für die praktische Nutzung bestimmt, sondern sollte lediglich zur Erinnerung an das Eigentliche und Wesentliche dienen.

Die „Altartische“ in manchen Kirchen und Gemeindehäusern sind nur Sinnbilder und Hinweise auf den eigentlichen Altar auf dem Berg Golgatha, wo Jesus Christus sich geopfert hat für uns. Die vielen Ausdrucksformen des Glaubens (Kreuze, Symbole, Rituale und zeugnishafte Zeichen) sollen nie wichtiger werden als die eigentlichen Inhalte und der eigentlichen Bezugspunkt unseres Glaubens: das ist Jesus Christus!

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Jesaja 10: Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

Gott bedient sich bestimmter Menschen und Völker, um sein eigenes Volk oder andere Völker zu erziehen und manchmal auch hart zu bestrafen.

Wenn diese Gerichtswerkzeuge Gottes aus ihrer momentanen Bevorzugung eine grundsätzliche Überlegenheit ableiten, dann schätzen sie ihre eigene Stellung falsch ein und haben kein Verständnis für die eigentliche Zielsetzung Gottes.

In Jesaja 10 nimmt Gott dazu Stellung: Er wird den Stolz dieser Menschen und Völker auf jeden Fall korrigieren und die Ungnade im Hinblick auf sein Volk beenden.

Wenn Du in einer sicheren, einflussreichen, bevorzugten Position bist, dann führe diese Rahmenbedingungen nicht auf das eigene Können zurück, sondern mache Dir die mit dieser besonderen Voraussetzung verbundene Verantwortung bewusst.

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