Permalink

Amos 7: Priester kämpft gegen Prophet

Dieser Konflikt ist in der Kirchengeschichte immer wieder aufgetreten.

Amazja ist dabei der klassische Vertreter einer vom Staat gestützten und leider liberal und sittenlos gewordenen religiösen Institution. Er denunziert den Propheten bei der Obrigkeit, will ihn aus dem Land treiben und erteilt ihm zuletzt einen Maulkorb (Amos 7, 10-13).

Gegen diese Angriffe verteidigt sich Amos als Vertreter der Erweckungsbewegung. Er weist darauf hin, dass er kein Religionsbeamter unter der Gewalt des Oberpriesters Amazja ist, sondern seine Legitimation allein aus der Berufung Gottes bezieht, sich aber darum auch diesem Auftrag verpflichtet weiß (Amos 7, 14-17).

Permalink

1Petrus 5: Der alte, reife Petrus…

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch!“ 1Petr. 5,7

In seinem Abschlusskapitel (Kap. 5) spricht er die Wichtigkeit und Autorität von Leitung in der Gemeinde an. Selbstlos Hirten sein, als Vorbilder ziehen und nicht als Herrscher drücken, das sind gute Hinweise für geistliche Leitung. Diese soll auch anerkannt werden!

Und Petrus weiß: Demut vor Gott macht stark! Gottes Gegenspieler hasst Demut. Die Beugung vor Gott gibt Widerstandskraft. Auch ist es gut zu wissen, dass die Christen in Kleinasien nicht allein sind in ihren Verfolgungen (V. 9). Petrus abschließender Segen gibt Mut und Kraft! (V. 10).

Wir lernen den Petrus der Evangelien hier als reifen Christen kennen! Was ist aus den Jüngern von damals doch geworden!

Permalink

2. Chronik 32: Nicht der Erfolg gibt uns recht…

„Worauf wollt ihr euch verlassen?“ (2. Chronik 32, 10) – Das ist die verständliche Frage des bisher unbesiegten und total erfolgreichen Kriegsherrn Saherib an die Bewohner in der belagerten Stadt Jerusalem. Denn Sanherib hatte bis zu diesem Zeitpunkt jedes Volk besiegt und jeden Widerstand niedergeschlagen. Was machte also die Israeliten so wahnwitzig, dass sie sich von dieser Erfolgsgeschichte so unbeeindruckt zeigten?

Es war der Zuspruch des Königs Hiskia an sein angegriffenes und verängstigtes Volk: „Mit uns ist ein Größerer als mit ihm!“ (2. Chronik 32, 7).

Permalink

Amos 5-6: Den Realitätsverlust genießen!

Die Israeliten widersetzen sich dem Recht Gottes (Amos 5, 10) und unterdrücken den Armen und Wehrlosen (Amos 5, 12). Gleichzeitig zelebrieren sie fröhlich und feierlich die großartigsten Gottesdienste (Amos 5, 21-23). Sie leiden nicht etwa an Realitätsverlust, sie genießen ihn geradezu.

Aber diese Sorglosigkeit (Amos 6, 1) und der unbegründete Optimismus im Hinblick auf die Zukunft wird enttäuscht werden. Denn Gottes Strafgericht lässt sich weder positiv überrollen noch kann man ihm ausweichen (Amos 5, 18-20). Dann stößt der unbeirrbare Optimist auf das unentrinnbare Gericht.

Permalink

1Petrus 4: Nicht passiv leiden, sondern aktiv lieben!

„Dient einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat…“ 1Petr. 4,10

Petrus macht den Christen Mut um Christi willen zu leiden, das Befremden der Nichtchristen auf sich zu nehmen (V. 4) und vielleicht sogar für Christus zu sterben. Vers 6 spricht nicht von einer nachträglichen Entscheidungsmöglichkeit der Toten, sondern von den verstorbenen Christen, die vielleicht um des Glaubens willen getötet wurden (V. 6 nach NGÜ) aber jetzt „ein Leben im Geist führen können“.

Christen sollen sich nicht unter Druck ducken, sondern aktiv antworten: Mit Gebet, mit Liebe untereinander, mit Gastfreundschaft, mit Ausübung der Gaben, die jeder empfangen hat. Die Hitze, die ihnen widerfährt, ist nicht etwas Ungewöhnliches, sondern normal – siehe Christus! Das können sie ertragen, weil der Geist Gottes auf ihnen „ruht“.

Permalink

2. Chronik 31: Reform mit Nachhaltigkeit

Um einer guten Sache Kontinuität zu ermöglichen, müssen nicht nur bleibende „Ordnungsprinzipien“ definiert und eingeführt werden (2. Chronik 31, 2), sondern es geht auch immer um die Frage, wie diese Strukturen dauerhaft am Leben erhalten bleiben können. Hierfür sind in der Regel Finanzen erforderlich.

Hiskia beantwortet dieses Frage, indem er:

Permalink

Amos 3-4: Treibende Kräfte

Unter allen Völkern ist Gottes Gericht in besonderer Weise auf Israel bezogen, weil es durch Gottes Erwählung auch eine besondere Stellung und Würde erhalten hat und deswegen in besonderer Verantwortung steht (Amos 3, 2).

Was hat dieses große Vorrecht, Gottes Volk zu sein, ins Gegenteil verändert und zu einer besonderen Last gemacht?

Eine treibende Kraft waren die „fetten Kühe“ (Amos 4, 1). So werden die habgierigen und verwöhnten Ehefrauen von Gott angeredet, die mit ihren Forderungen und maßlosen Erwartungen die Rechte anderer übergehen und ihre Männer zu Handlungen und Ungerechtigkeiten nötigen, die alle ins Unglück stürzen. Könnte es sein, dass Du selbst zwar vielleicht kein Täter bist, aber ein Mensch, der so viel Druck aufbaut, dass dadurch Böses veranlasst wird?

Permalink

1Petrus 3: Hilfe für gestresste Christen

„Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.“ 1Petr. 3,15

Wie Paulus in seinen Briefen auch einen praktisch-ethischen Teil hat, so auch Petrus. Seine Gedanken kreisen eher und so schreibt er zwischen drin über das Verhalten von Frauen (V. 1-6) und das der Männer (V. 7) und aller in der Gemeinde (V. 8-12). Alle sollen sich weise vor den nichtchristlichen Heiden verhalten: Sich allezeit verantworten können, mit gutem Gewissen, um des Zeugnisses für Jesus auch lieber ungerecht leiden.

Darin ist Christus den Gläubigen DAS Vorbild. Sein Tod (V. 19) und seine Himmelfahrt (V. 22) veranlasst Petrus zu der Andeutung, dass Christus im Tode dort den Geistern seinen Sieg verkündet hat. Das ist in manchen Auslegungen fälschlicher Weise als nachträgliche Entscheidungsmöglichkeit der Gestorbenen dargestellt worden. Über Noah kommt Petrus auf das Zeichen der Taufe zusprechen. Sie bestätigt unser Heil (gutes Gewissen durch Jesu Auferstehung!).

Das war wichtig zu wissen für die kleinasiatischen Heidenchristen: Christus ist für uns gestorben und auferstanden, wir sind auf seinen Tod getauft und er herrscht von nun an. Sein Vorbild gibt uns Mut im Leiden!

Permalink

2. Chronik 30: Reformation mit Reichweite

Eine erfolgreiche Reformation benötigt starke Leiter wie Hiskia. Seine Stärke bestand nicht darin, dass er in einer selbstherrlichen Dominanz seinen persönlichen Willen durchsetzte, sondern sie zeigte sich darin, dass er die „ganze Gemeinde“ (2. Chronik 30, 2.4.23.25) mitnahm auf diesen Prozess der Veränderung.

Das wurde zum einen dadurch erreicht, dass Hiskia keine einsamen Entscheidungen traf, sondern sich mit den Oberen und der ganzen Gemeinde beriet (V. 2) und auf diese Weise zu gemeinsamen Ergebnissen kam (2. Chronik 30, 4-5.12).

Und eine zweite wichtige Voraussetzung für die flächendeckende Wirkung der Reformation bestand darin, dass die Informationen von „Läufern“ in Form von „Briefen“ durch das ganze Land getragen wurden und auf diese Weise für eine umfassende Kommunikation gesorgt wurde (2. Chronik 30, 6.10).

Permalink

Amos 1-2: Wie man Gottes Reden ersticken kann!

Mitten in den verschiedenen Gerichtsbotschaften (Amos 1) beschreibt Gott verschiedene Gnadenbeweise (Amos 2), mit denen er den Menschen gesucht hat und für sich gewinnen wollte.

Eine besondere Zuwendung Gottes bestand darin, dass er immer wieder Menschen erweckte und als „Propheten“ oder „Gottgeweihte“ schickte, um durch sie zu reden (Amos 2, 11).

Und die besondere Sünde seiner Leute bestand darin, dass sie diese Gottgeweihten „verführten“ und die Propheten „verfolgten“ (Amos 2, 12) und auf diese Weise die Verbindung zu Gott unterbrachen. Ungehorsam ist schlimm, aber der Abbruch jeder Kommunikationsmöglichkeit ist schlimmer.