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Matthäus 23, 1-12: Wie man Menschen beeindruckt

„Der Größte unter euch soll eurer Diener sein.“ Mt. 23,11

Jesus spricht das über die Pharisäer aus, was die Menschen selber fühlten, aber nicht wagten zu sagen. Die Heuchelei der Pharisäer war sehr krass: Sie lehrten zum Teil richtig (V. 3), lebten aber ganz anders. Sie pflegten ihr Image als treue Gesetzeshüter so perfekt, dass die Menschen es nicht wagten, ihre Werke anzuprangern. Sie suchten die Ehre der Menschen und liebten es, „Rabbi“, „Vater“, „Lehrer“ genannt zu werden! Jesus entlarvt ihr Spiel, um die Menschen vor ihnen zu schützen.

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4Mose 21: Die größte Gefahr und ihre Beseitigung

Ein Weg durch die Wüste ist hart. Vor allem wenn dieser Marsch 40 Jahre dauert. Die größten Gefahren auf dieser Volkswanderung, von der 4Mose 21 berichtet, ergaben sich für Israel nicht aus den häufigen Angriffen von externen Feinden (4Mose 21, 1; 4Mose 21, 23). Eine existentielle Bedrohung entstand erst durch die selbstzerstörerische Auflehnung des Volkes gegen Gott (4Mose 21, 3.4). Gott konnte den bevorstehenden Untergang des Volkes durch eine ganz bestimmte Vorgehensweise abwenden (4Mose 21, 8). Auf diese Form wird im NT Bezug genommen, weil es sich dabei um ein Bild für die umfassende und radikale Errettung handelt, die Gott in Jesus Christus anbietet (Johannes 3, 14-16).

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Psalm 116: Was kann ich für Dich tun?

Mit einer Liebeserklärung beginnt der Psalm 116, denn der Verfasser dieses Liedes hat tiefgreifende Erfahrungen mit Gott gemacht, auf die an dieser Stelle dankbar zurück geblickt werden. Aus diesem Erleben erwächst die Überlegung: „Wie kann ich dem Herrn vergelten, was er Gutes an mir getan hat?“ (Psalm 116, 12).

Diese Frage ist ein Dreh- und Angelpunkt im Text. Bei dieser Vergeltung geht es nicht um ein gleichwertiges Zurückzahlen der erfahrenen Leistung (Gottes Gnade lässt sich nicht „bezahlen“), sondern um eine dem menschlichen Vermögen entsprechende und von Gott erwartete Reaktion der Dankbarkeit und des Vertrauens als Antwort auf Gottes Handeln. Der Psalm nennt dann mehrere Möglichkeiten, wie eine solche Antwort des Dankes und der Liebe aussehen könnte.

Welche Fragestellung bestimmt unser Leben: „Was sollte Gott noch für mich tun…?” oder „Wie kann ich ihm meine Liebe zeigen?”

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Matthäus 22: Verlegen war der Rabbi nie

„…das Volk entsetzte sich über seine Lehre…“ Mt. 22,33

Die Rabbiner verstanden es, aus alltäglichen oder problematischen Begebenheiten grundsätzliche Wahrheiten abzuleiten. Jesus zeigt sich darin als einzigartiger Rabbi, obwohl er nie Schüler eines Rabbis gewesen war und deshalb auch nie als Rabbi ordiniert worden war. Das irritierte natürlich die Pharisäer und Schriftgelehrten. Sie starten einen weiteren Versuch, Jesus in aller Öffentlichkeit zu diskreditieren. Die Frage nach dem wichtigsten Gebot im AT sollte eine breite Streitfront eröffnen (V. 34-36) an der man ihn „kriegen“ konnte. Jesu Antwort ist genial (V. 37-40).

Und er stellt Gegenfragen: Die Frage nach Davids Verhältnis zum Messias (der meist zitierte Psalm 110,1 im NT!) beantworten sie traditionell: Der Messias sei Davids Sohn. Wenn David ihn aber „Herrn“ nennt – bedeutet das, dass der Messias Gottes Sohn ist…! Genial!

Von nun an wagte niemand mehr, ihm eine Falle zu stellen. Die Leute ahnten, welche Weisheit aus Jesus sprach (V. 33).

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4Mose 20: Ein Augenblick der Schwäche

Immer wieder wurde vom Volk Israel alles in Frage gestellt. Auch 4Mose 20 berichtet, dass Mose und Aaron angeklagt werden, weil sie angeblich das Volk aus Ägypten an einen bösen Ort geführt haben (4Mose 20, 5).

Zuerst verhält sich Mose unter diesem erneuten Druck vorbildlich und sucht die Gegenwart und die Anweisungen Gottes (4Mose 20, 6). Allerdings verhält er sich dann nicht entsprechend dem, was Gott ihm angekündigt und aufgetragen hat.

Mose wird trotz seines Ungehorsams von Gott nicht öffentlich bloß gestellt (4Mose 20, 11). Aber er muss die Konsequenzen seines Fehlers tragen (4Mose 20, 12). Ein entscheidender Augenblick der Schwäche verhindert, dass der Wegbereiter die Erreichung des Ziels miterleben darf.

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Psalm 114-115: Du wirst bedacht!

Psalm 115 stellt den Unterschied heraus zwischen dem lebendigen Gott im Himmel (Psalm 115, 3) gegenüber den stummen, blinden, tauben, lahmen und vollkommen leblosen Götzen (Psalm 115, 4-7).

Der lebendige Gott ist nicht nur zu großen Handlungen fähig, sondern er ist konkret aktiv und segnet. Dabei denkt er an uns (Psalm 115, 12). Seine Gedanken sind auf uns ausgerichtet, auf „die Kleinen und Großen“ (Psalm 115, 13). Und wer von Gott bedacht wird, der ist auch ein Gesegneter (Psalm 115, 15).

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Matthäus 21, 23-46: Mit dem Dickkopf durch die Wand

„Obwohl ihr’s sahet, tatet ihr dennoch nicht Buße…“ Mt. 21,32

Jesus wird von den Pharisäern mit Fangfragen traktiert. Sie wollen ihn öffentlich bloßstellen, damit sie einen vom Volk akzeptierten Grund hätten, ihn gefangen zu nehmen. Jesus fällt darauf nicht herein, stattdessen erzählt er ihnen Gleichnisse, die ihre Motive aufdecken. Sehr eindrücklich das Gleichnis von den zwei Söhnen: Der eine bejaht den Willen des Vaters, tut ihn aber danach nicht. Der andere verneint den Willen des Vaters, besinnt sich aber und tut ihn dann doch. Sie können nicht anders als zuzugeben, dass der zweite Sohn den Willen des Vaters tat – ein Bild für sie und die Zöllner und Huren in Israel (V. 28-32). Auch mit dem Gleichnis von den bösen Weingärtnern hält Jesus ihnen so klar den Spiegel vor, dass sie eigentlich hätten einlenken müssen (V. 33-46). Stattdessen wächst ihr Trotz.

„Das Herz ist ein trotziges Ding…“ Jeremia 17,9

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4Mose 19: Umständliche Reinigung

Durch bestimmte Situationen und Berührung mit gewissen Sachverhalten wurden Israeliten in zeremonieller Hinsicht unrein. 4Mose 19 erwähnt nicht nur einige dieser Ursachen für Unreinheit, sondern beschreibt den sonderbaren und komplizierten Vorgang, mit dem die Voraussetzung für die Möglichkeit einer Reinigung geschaffen wurde.

Dieser umständliche und für uns nicht ganz verständliche Weg deutet an, wie groß und geheimnisvoll der Aufwand dafür ist, damit der Mensch einen reinen Zustand vor Gott erlangt.

Nicht nur solche Kapitel im AT, sondern auch die Kernbotschaft des Evangeliums können wir nur bis zu einem gewissen Punkt erklären. Wichtiger als eine bis ins Detail nachvollziehbare Erklärung ist, dass wir die befreiende Wirklichkeit echter Reinigung (1. Johannes 1, 7) verkündigen.

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Psalm 112-113: Geht Dir ein Licht auf?

Christen sind keineswegs immer Lichtgestalten. Manchmal stehen sie im Dunklen, auch im selbst verschuldeten Dunklen.

Aber „den Aufrichtigen geht ein Licht auf in der Finsternis: der Gnädig, Barmherzige und Gerechte!“ (Psalm 112, 4).

Wer ehrlich mit den dunklen Punkten in seinem Leben umgeht, macht den ersten Schritt auf das Licht zu. Denn wer aufrichtig ist in Bezug auf seine Fehler, Sünden, Misserfolge und Niederlagen darf erleben, wie Gott als „der Gnädige, Barmherzige und Gerechte“ es hell werden lässt (1. Johannes 1, 9).

Wenn wir Schwächen, Zweifel und Lücken zugeben, dann können wir sie auch abgeben und müssen deswegen nicht aufgeben.

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Matthäus 21, 1-22: Prophetie erfüllt sich!

„Hosianna dem Sohn Davids!“ Mt. 21,9

Matthäus betont – wie auch in der Weihnachtsgeschichte: Durch Jesus erfüllen sich die alttestamentlichen Prophetien (hier Sacharia 9,9). Die Freundenrufe mit denen das Volk Jesus bei seinem Einritt in Jerualem begrüßt, klingen an Psalm 118,24-26 an. „Hosianna“ heißt: „Herr, hilf doch!“. Später wurde dieser Ausruf zu einem Lobpreis: „Gelobt sei…!“ Sie rufen Gott um Hilfe an und sie preisen gleichzeitig Jesus als „Sohn Davids“ (V. 9). Und auch die Kinder im Tempel rufen „Hosianna dem Sohn Davids“ – Jesus ist der Messias! (V. 15).

Über Nacht bleibt er in Bethanien (V. 17), wahrscheinlich bei seinen Freunden Lazarus, Maria und Martha (Joh. 12). Am nächsten Morgen lässt er einen Feigenbau verdorren, auf dem er keine Frucht zum Frühstück findet. Feigenbäume trugen 2x jährlich Frucht, also eigentlich fand man immer daran etwas zu essen. Ein Feigenbaum ohne Frucht war etwas ungewöhnlich – ein Bild auf das Volk Israel und das Gericht, das sie treffen würde. Jesus macht an dem Spruch über den Baum den Jüngern Mut, Gott in Zukunft für noch größere Wunder zu vertrauen.

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