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Jeremia 14: Woran geht die Kirche zugrunde?

Der fürbittende Prophet Jeremia versucht mildernde Umstände für das ungehorsame Volk Israel zu erwirken, indem er Gott gegenüber auf die Irreführungen durch die Priester und Propheten hinweist. Darum lässt sich das Volk nicht korrigieren.

Gott antwortet in Jeremia 14 auf diesen Verteidigungsversuch damit, dass die religiösen Instanzen der Menschen nicht von ihm beauftragt worden sind: „Diese Propheten weissagen Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, ihnen nichts befohlen und nichts zu ihnen geredet. Sie weissagen euch Lügengesichte und Wahrsagerei, Hirngespinste und Einbildungen ihres eigenen Herzens.“ (Jeremia 14, 14)

Das ist eine erschütternde Bestätigung der Feststellung von Hermann Bezzel: „Die Kirche geht nicht zugrunde an ihren Sünden, sondern an ihren unberufenen Dienern.“

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Römer 8: Leben als Christ im Geist Christi

„Ist Gott für uns, wer mag gegen uns sein?“ Röm. 8,31

Christen sind zwar lebenslang immer noch Sünder, aber im Gnadenstand leben sie „nach dem Geist“ (V. 4). Sie haben eine neue Gesinnung: Sie sind „geistlich“ gesinnt (V. 5) – trotz aller ungeistlicher Vorfälle. Wer Christi Geist nicht hat, ist kein Christ! (V. 9). Offensichtlich benutzt Paulus das Wort „fleischlich“ hier (nicht zu Christus gehören) in einem anderen Sinn, als in Kap. 7,14 (menschliche Schwachheit als Christ) oder in 1Kor. 3,1 (geistliche Unreife). Einer gemischten Hörerschaft in Rom (V. 13) macht Paulus nochmals klar, wer Christ ist: „In“ welchen „der Geist wohnt“ (V. 11) und welche „vom Geist getrieben“ sind (V. 14). Dieser Geist gibt den Kindern Gottes Heilsgewissheit (V. 16).

Dieser Geist gibt Christen auch Hoffnung (V. 18-30) inmitten einer vergänglichen und von Leid und Schmerzen geplagten Welt. Es kommt der Tag der Erlösung des Leibes, der noch aussteht. Christen sind geistlich erlöst, eines Tages empfangen sie – wie Christus nach der Auferstehung – einen unvergänglichen, ewigen Leib ohne Leid und Schmerz.
Diese Gewissheit ist besonders in Verfolgung, Not und Tod wichtig – nichts kann Christen von ihrem Herrn scheiden! (V. 31-39).

Keine Verdammnis mehr für Christen trotz mancher schwerer Gegenwart – ein gewaltiges Kapitel, das die Folgen der Rechtfertigung des Sünders aus Gnade durch Glauben eindrücklich abschließt.

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2. Samuel 17: Die lebensbedrohliche List des Bösen

Ahitofel, der frühere Berater Davids, war zu seinem Feind geworden und erteilte nun seinem Gegner Absalom Ratschläge, die für David sehr gefährlich werden konnten (2. Samuel 17, 1-3):

  • Denn wenn man David – wie Ahitofel es plante – sofort nachjagte, würde damit noch der Überraschungseffekt ausgenutzt und verhindert, dass David zur Ruhe kommen konnte. Auf der Flucht und in der Hektik war er ein sehr verletzlicher und schwacher Gegner, der keine große Gegenwehr aufbauen konnte. So wäre verhindert worden, dass die Erfahrung und Stärke von Davids Männern wirksam werden konnte.
  • Außerdem wäre durch einen zügigen Verlauf des Aufstandes verhindert vorden, dass das Volk überhaupt eine Gelegenheit bekam, sich für eine der beiden Parteien zu entscheiden. Es wurde vor vollendete Tatsachen gestellt und damit eventuell eine Bürgerkriegssituation, nämlich eine Ablehnung des Aufstandes aus dem Volk heraus, verhindert oder zumindest begrenzt.
  • Der Widersacher Gottes und größte Feind des Menschen will uns auch unter Druck setzen und sein Eisen schmieden, solange es heiß ist. Deswegen hat er etwas dagegen, wenn wir zur Ruhe und eventuell zur Besinnung kommen und uns für den wahren König in unserem Leben, Jesus Christus, entscheiden.
  • Ahitofel wusste, dass sein Plan klug und alternativlos war. Darum wusste er auch, wann das Spiel verloren ist. Er erkannte es früher als jeder andere und war in seiner Schlussfolgerung absolut konsequent (2. Samuel 17, 23).
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Jeremia 13: Auf einmal nackt!

Das Volk Israel ist in Gottes Augen wie ein unbrauchbarer Gürtel geworden (Jeremia 13, 10-11).

Ein Gürtel hält die Bekleidung zusammen und verhindert, dass die Blöße aufgedeckt wird. Aber Israel hat sich nicht mehr gegürtet, d. h. hat sich nicht mehr beherrscht. Und nachdem Israel sich freiwillig die Blöße gegeben und seine intime Beziehung Gott gegenüber preisgegeben hat, will Gott nun sein Volk entkleiden und der öffentlichen Schade aussetzen (Jeremia 13, 22 und 26).

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Römer 7: Christsein ist auch ein Kampf

„Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!“ Röm. 7,25

In Römer 7 führt Paulus den Gedankengang, wie der Christ mit Sünde umgehen soll (also ein wichtiges Thema in der christlichen Gemeinde!) weiter, indem er einen Vergleich mit dem Eherecht schließt: Ehe gilt lebenslang, wenn der Partner stirbt, ist der andere frei, neu zu heiraten (V. 2-3). Der Vergleich: Menschen sind an die Sünde gebunden (durch das Gesetz Gottes), wenn sie aber geistlich mit Christus gestorben sind, sind sie frei für die neue Bindung an Christus (V. 4-6). Dieser Vergleich ist deshalb so gut, weil er deutlich macht, dass Christsein – wie die Ehe – nicht nur eine aktuelle Haltung, sondern eine dauerhafte Stellung bedeutet.

Dabei ist nicht das Gesetz das Problem, sondern die Sünde. Das Gesetz Gottes hatte die pädagogische Aufgabe, Sünde erst richtig bewusst und problematisch zu machen (V. 7-13).

Angesichts dieser Klarheit gilt es nun dem Kampf im Christenleben ins Auge zu schauen. Paulus als Christ bleibt Sünder („fleischlich“) (V. 14), er tut oft nicht, was er als Christ eigentlich will. Er unterliegt oft (V. 19) – das gibt er offen im Brief an die römische Gemeinde zu! Das ist manchmal ein „Elend“ (V. 24), gleichzeitig aber weiß er, dass er nicht mehr im „Sündenstand“ lebt, sondern erlöst ist im „Gnadenstand“ durch Jesus Christus (V. 25).

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2. Samuel 16: Not macht die Wirklichkeit erkennbar

In der Not zeigen sich die wahren Freunde. Jetzt geben Menschen zu erkennen, was in ihnen steckt und in welcher Beziehung sie wirklich zu David stehen. Der eine überschüttet ihn mit Rosinenkuchen, der andere schmeißt mit Steinen nach ihm.

David nimmt beides aus Gottes Hand an und zeigt in dieser Situation auch seine eigene innere Wirklichkeit (2. Samuel 16, 11-12).

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Jeremia 12: Streit zwischen Freunden

Jeremia stellt Gott in Jeremia 12 die kritische Frage, warum dieser es den Abtrünnigen so gut gehen lässt.

Das Schöne und Bemerkenswerte, was der Klage Jeremias auch den richtigen Rahmen gibt, besteht in der vorausgehenden Feststellung, dass Jeremia sich der Überlegenheit und Gerechtigkeit Gottes bewusst ist, auch in den Fällen, wo er Gott nicht vesteht (Jeremia 12, 1).

Und auch angesichts aller Dinge, die er den Gottlosen nicht gönnt, ist er sich seiner besonderen Stellung Gott gegenüber bewusst (Jeremia 12, 3).

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Römer 6: Meine Glaubensstellung prägt meinen Lebenswandel – nicht umgekehrt!

„… haltet euch dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid…“ Röm. 6,11

Die Tatsache, dass Christen im „Gnadenstand“ und nicht mehr im „Sündenstand“ (Augustin) leben, bedeutet nicht, dass sie jetzt munter drauf los sündigen könnten – weil die Gnade ja größer, „mächtiger“ ist als die Sünde (V. 1). Im Gegenteil, im Gnadenstand können sie besser der Sünde widerstehen, weil sie zusammen „mit“ Christus sind – 5x im griechischen Text (V. 4-8).

  • mit begraben
  • mit eingepflanzt
  • mit gekreuzigt
  • mit gestorben
  • mit ihm leben

Deshalb sollen sie fest daran glauben, dass sie dem Sündenstand gestorben sind (V. 11) – auch wenn sie augenscheinlich täglich Sünder sind. Den Römerbrief kann man nur verstehen, wenn man die Stellung des Christen und sein praktisches Glaubensleben unterscheidet – nicht trennt!

Als solche, die mit Christus leben, sollen die Christen ihren Leib und ihr neues Leben nutzen, um für die Gerechtigkeit Gottes zu kämpfen, statt sich der Ungerechtigkeit zu ergeben (bewusst kämpferische Sprache!). (V. 12-23)

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2. Samuel 15: Machterhalt um jeden Preis?

David wird Opfer einer Intrige, denn Absalom „stiehlt das Herz der Männer Israels“ (2. Samuel 15, 6). Die Verschwörung wurde stark (2. Samuel 15, 12) und David könnte gestürzt werden.

Während andere Herrscher in einer solchen Situation bis zur letzten Patrone um die eigene Position kämpfen, zeigt die Reaktion von David in dieser Situation einen bemerkenswerten Unterschied:

  • David stellt seine Gegner nicht als ungefährlich und schwach hin. Er wusste sofort, mit welcher schonungslosen Konsequenz von Absaloms Seite zu rechnen sein musste und warnt alle seine Leute davor.
  • David zieht sich zurück und weicht einer direkten Konfrontation aus. Zu diesem Zweck verlässt er die recht sichere Hauptstadt, um Schaden für Jerusalem und alle Bewohner zu vermeiden (2. Samuel 15, 14).
  • Er instrumentalisiert auch nicht die Bundeslade zu seinen eigenen politischen Zwecken, sondern liefert sich Gottes Ratschluss aus (2. Samuel 15, 26), weil er weiß der eigene Selbsterhaltungskampf ist sinnlos, wenn Gott nicht dahinter steht.
  • David möchte so wenige Leute wie möglich in negative Mitleidenschaft ziehen.
  • Er baut aber gleichzeitig einen Ring an Informanten auf, um die Zukunft nicht vollkommen aus der Hand zu geben.
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Jeremia 11: Wie oft habe ich das schon gesagt!

Durch den Propheten Jeremia weist Gott immer wieder darauf hin, wie oft und wie intensiv Gott bereits zu seinem Volk geredet hat, um dann feststellen zu müssen, dass Israel diesem wiederholten Aufforderungen Gottes gegenüber ungehorsam geblieben ist (Jeremia 11, 1-17).

Aber noch schlimmer als der Ungehorsam gegenüber Gottes Reden ist der Versuch, das Reden Gottes zu unterbinde (Jeremia 11, 18-23).

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