Permalink

Jeremia 21: Raus oder rein?

Der König Zedekia bittet Jeremia, für das Volk Juda die Pläne Gottes zu erfragen, weil er eine ganz bestimmte Antwort von Gott erhofft: „Vielleicht wird der Herr gemäß allen seinen Wundern an uns handeln, so dass der Feind von uns abzieht.“ (Jeremia 21, 2).

Aber Gottes Reaktion besteht in der Ankündigung, „dass der Herr selbst gegen sie kämpft“ (Jeremia 21, 5) und sie in die Hand ihrer Feinde geben (Jeremia 21, 7).

„Der Weg des Lebens“ für das israelitische Volk besteht nicht im Widerstand bis zum letzten Mann, sondern in der Aufforderung zur Kapitulation vor dem Ratschluss Gottes und das heißt, in der Kapitulation vor dem menschlichen Gegner (Jeremia 21, 8).

So wie der Eroberer Alexanders der Große vor jeder von ihm eroberten Stadt eine Fackel in den Boden rammte und jedem, der – solange die Fackel brannte – die Stadt verließ, das Leben garantierte, genauso stellt Gott seinem eigenen Volk ein Ultimatum. Die Flucht aus der Stadt und der Weg in die Gefangenschaft war die einzige Chance zum Überleben! Die alles entscheidende Frage für alle Hörer der Botschaft Jeremias lautete darum: Raus oder rein?

Permalink

Römer 15: Große Pläne

„Ich habe es dennoch gewagt und euch manches geschrieben…“ Röm. 15,15

In Kap. 15 schließt Paulus das Thema der Gewissensbindung ab, indem er jetzt ganz direkt die beiden unterschiedlichen Gruppen in der Gemeinde in Rom benennt, die sich nach dem Vorbild Christi (V. 7) annehmen sollen: „Juden“ (V. 8) und „Heiden“ (V. 9). Die Judenchristen sollen die Heidenchristen annehmen, weil Jesus ihnen gedient hat – er die Verheißungen Gottes an das Volk Israel bestätigt hat. Die Heidenchristen sollen die Judenchristen annehmen, weil Gott ihnen, den zunächst nicht Erwählten,  Barmherzigkeit erwiesen hat (V. 9-12). Selbst die Heilsgeschichte zieht Paulus heran, damit Friede in Rom einzieht!

Ab Vers 14 legt er den Römern seine Reisepläne vor – der äußere Grund für den Römerbrief. Gott hat ihn zum Heidenapostel berufen (V. 16 u. 18) und so will er auch weiter nach Spanien (V. 24 u. 28). Die Römer sollen ihn dazu aussenden und unterstützen.

Paulus, ein Friedensstifter mit weitreichendem Horizont!

Permalink

2. Samuel 24: Suche es dir selbst aus!

David ist schuldig geworden und soll nun zwischen unterschiedlichen Formen der Bestrafung wählen. Er will nicht in die Hände von Menschen fallen (2. Samuel 24, 14). Das ist für ihn das Schlimmste, was er unbedingt vermeiden will. Das ist eine weise Entscheidung, denn Gott ist barmherzig, aber der Mensch ist ein Mensch. Wenn du es umgehen kannst, liefere dich ihm nicht aus.

Jesus hätte dieses Schicksal, „in die Hände von Menschen ausgeliefert zu werden“, umgehen können, denn ihn traf keine Schuld und darum auch notwendigerweise keine Strafe. Aber er nahm diese Höchststrafe freiwillig auf sich (Matthäus 17, 22), damit wir frei und straflos davon kommen.

Seitdem hat der Mensch die Wahl. Nicht die Wahl zwischen unterschiedlichen Strafformen. Sondern die Wahl zwischen Strafe und Freiheit, zwischen Gericht und Gnade, zwischen Tod und Leben (Johannes 5, 24). Suche es dir selbst aus!

Permalink

Jeremia 20: Warum tut er sich das an?

Jeremia beschreibt in Jeremia 20 die Last seines Dienstes und gibt zu erkennen, dass er zeitweise ein verzweifelter Prophet ist, der an seinem Auftrag zu zerbrechen droht.

  • Er muss immer Gewalttat und Zerstörung ankündigen (Jeremia 20, 8)
  • Das führt zu Spott und Hohn für ihn (Jeremia 20, 7-8).
  • Alle Leute werden zu Gegnern (Jeremia 20, 10).
  • Seine Geburt erscheint ihm nicht mehr als Geschenk, sondern als Belastung (Jeremia 20, 14ff).
  • Seine Lebenszeit ist bestimmt von Mühsal, Kummer und Schande (Jeremia 20, 18).

Warum tut Jeremia dann aber diesen Dienst?

  • Die Veranlassung dafür ist nicht der Wunsch Jeremias, sondern Gott hat ihn überredet und ist ihm zu stark geworden (Jeremia 20, 7).
  • Zwischenzeitlich wollte Jeremia diesen Dienst kündigen, aber dann „brannte es in seinem Herzen“, so dass er es „nicht aushalten konnte“ (Jeremia 20, 9).
  • Außerdem richtet er sich immer wieder daran auf, dass „Gott mit ihm ist wie ein starker Held“ (Jeremia 20, 11).
  • Und Jeremias Verhältnis zu Gott kommt in dem Gebet zum Ausdruck: „Dir habe ich meine Sache anvertraut.“ (Jeremia 20, 12).
  • Und: „Singt dem Herrn, lobt den Herrn. Denn er hat die Seele des Armen errettet aus der Hand der Übeltäter.“ (Jeremia 20, 13).
Permalink

Römer 14: Respekt vor dem Gewissen des anderen!

„Lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Auferbauung untereinander.“ Röm. 14,19

Ein weiteres Thema christlicher Ethik ist die Frage der Akzeptanz von unterschiedlicher Gewissensbindung in der Gemeinde (Römer 14,1ff). Juden und Heiden in Rom hatten unterschiedlich geprägte Gewissen: enge und weite. Paulus sagt, es gibt „Schwache“ und „Starke“ in der Gemeinde. Im Bereich der sogenannten „Mitteldinge“ (Lebensstilfragen, Traditionsfragen, Modefragen), die an sich nicht Sünde sind, gilt das Gewissen des Einzelnen als Maßstab.

Wo das nicht beachtet wird, entsteht der Konflikt, dass die Engen die Weiten verurteilen und die Weiten die Engen verachten (V. 3). Beides soll vermieden werden, im Blick auf Christus, der beide Gewissensbindungen annimmt, Gewissen schärfen und formen will.

Die Starken sollen die Schwachen respektieren, also auf ihre Gewissenfreiheiten im Beisein der Schwachen verzichten (V. 15). Die Schwachen sollen den Starken nicht ihre enge Gewissensbindung aufzwingen (Zeichen von Gesetzlichkeit) (V. 22).

Jeder soll nicht nur das Gewissen des anderen respektieren, sondern auch seine eigene Gewissenprägung, die nur behutsam durch weitere Prägung verändert werden kann (V. 23).

Gott hat mit unserem Gewissen etwas sehr Gutes, Hilfreiches in uns geschaffen – das soll nicht zur Spaltung der Gemeinde missbraucht werden!

Permalink

2. Samuel 23: Kapitän und Mannschaft

Im ersten Teil dieses Kapitels (2. Samuel 23) beschreibt David seine besondere persönliche Befähigung, mit der Gott ihn ausgerüstet hat, damit er ein bevollmächtigter und gesegneter König für sein Volk sein konnte.

Im zweiten Teil des Kapitels werden die Helden Davids aufgezählt, die als mutige und fähige, unbedingt loyale Mitarbeiter an seiner Seite standen.

Für eine gute Mannschaftsleistung muss beides zusammenkommen: Die ganz individuelle und vielleicht auch besondere Begabung des Leiters und seine Ergänzung und Unterstützung durch ein Team von hingebungsvollen und zuverlässigen Personen.

Permalink

Jeremia 19: Der zerbrochene Krug

In Jeremia 18 wurde hervorgehoben, dass der Töpfer im Entstehungsprozess eines Gefäßes sein Produkt nach seinem eigenen Willen verwerfen und neu gestalten kann, ohne dass er jemandem darüber Rechenschaft ablegen müsste. Gott schafft, was er will und wie er es will.

Diese bildliche Botschaft wird in Jeremia 19 noch mal gesteigert. Denn Gott kann den Krug, den er selbst gemacht und sich dann noch mal erworben hat (Jeremia 19, 1) auch zu einem späteren Zeitpunkt mit voller Absicht wieder zerstören. Und zwar auf eine Art und Weise, die einen unreparierbaren Zustand hervorruft.

Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht, nämlich genau so lange wie Gott es zulässt.

Permalink

Römer 13: Politische Ethik im Horizont des Reiches Gottes

„Seid niemand etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt…“ Röm. 13,8

Zum christlichen Leben gehört auch die politische Ethik (V. 1-7). Christen respektieren staatliche Herrschaft und sehen in ihr sogar ein indirektes und verborgenes Handeln Gottes. Luther sagt: „Gottes Reich zur Linken“, in dem Gott durch das Prinzip von „Obrigkeit“ in dieser Welt Ordnung bewahrt und dem Chaos wehrt. Obrigkeit regiert mit Gewalt (Schwert) und soll einen Rahmen schaffen, in dem Gemeinde sich friedlich entfalten kann. Das von Gott gegebene Prinzip „Obrigkeit“ kann durch eine ungerechte Regierung sehr gottlos besetzt sein, die gar nicht weiss, dass sie vor Gott Rechenschaft ablegen muss (zu Paulus Zeit: Kaiser Nero!).Trotzdem ruft Paulus nicht zu Revolution auf, sondern missioniert in den gegebenen Strukturen. Das bedeutet nicht, dass Christen nicht auch durch politische Arbeit ungerechte Strukturen verändern sollten/könnten: Siehe William Wilberforce und die Sklavenbefreiung durch das englische Parlament.

Gemeinde ist „Gottes Reich zur Rechten“. In ihr regiert Gott durch Glaube, Liebe, Hoffnung zur ewigen Rettung von Menschen. Hier regiert das oberste Prinzip „Liebe“. Sie ist die Erfüllung des Gesetzes (V. 8-10).

Liebe üben in menschlich und politisch schwierigen Umständen und Zeiten wird nach Paulus besonders motiviert durch den Horizont des „kommenden Tages“ Christi (V. 11-14). Jesus kommt wieder, das gerechte Friedensreich Gottes kommt – deshalb sollen wir als Vorboten schon heute nach den Prinzipien dieses Reiches leben.

Permalink

2. Samuel 22: Unmittelbare Verbindung möglich

Das Danklied Davids in 2. Samuel 22 stellt eine abschließende Zusammenfassung seiner Erfahrungen mit Gott dar, die sehr stark mit Psalm 18 übereinstimmt.

Besonders bemerkenswert erscheint mir persönlich beim aktuellen Durchlesen des Textes, dass David in diesen Aussagen eine direkte und unmittelbare Verbindung zu Gott beschreibt. Wenn er zu Gott betete, dann war er sich der Aufmerksamkeit Gottes gewiss! (2. Samuel 22, 7).

Dieser direkte Kontakt war möglich trotz einer sehr großen Entfernung und trotz einer manchmal auch sehr großen Entfremdung zwischen David und Gott.

Gott hat durch Jesus Christus die Möglichkeit für eine unmittelbare Kontaktaufnahme zu ihm geschaffen (Psalm 50, 15), die wir zurzeit noch jederzeit in Anspruch nehmen können, egal wie groß die äußere und innere Distanz zwischen ihm und uns ist.

Permalink

Jeremia 18: Kein Hassprediger

Jeremia muss sich gegen den ständigen Vorwurf zur Wehr setzen, ein Hassprediger zu sein (Jeremia 17, 15-16). Verkündiger der biblischen Botschaft müssen unangenehme Wahrheiten weitergeben, die sie nicht aussuchen oder selbständig in den Vordergrund stellen. Dazu gehört auch die Botschaft von „Töpfer und Ton“ als Wiedergabe des Verhältnisses zwischen Schöpfer und Geschöpf, bzw. Gott und Mensch (Jeremia 18, 6). Das wendet sich ganz klar gegen das menschliche Autonomiebewusstsein (Jeremia 18, 12) und führt zu einer gesteigerten Ablehnung des Propheten bis hin zu Redeverbot und Angriff auf seine Existenz (Jeremia 18, 18). Jeremia ist kein Hassprediger, aber ein gehasster Prediger.

Seite 20 von 94« Erste...10...1819202122...304050...Letzte »