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3Mose 19: Heiligkeit praktisch

Die vielen einzelnen Anweisungen in 3Mose 19 machen Gottes Anspruch auf das ganze Leben deutlich. Alles soll von Gottes Charakter, d. h. von Heiligkeit geprägt sein (3Mose 19, 2).

Praktisch bedeutet das zum Beispiel die Einrichtung einer Sozialhilfe für Bedürftige (3Mose 19, 9-10), eine rechtzeitige Auszahlung von Löhnen (3Mose 19, 13), Schutz für körperbehinderte Personen (3Mose 19, 14), korruptionsfreie Rechtssprechung (3Mose 19, 15), Umweltschutzbestimmungen (3Mose 19, 23-25), Respekt für Senioren (3Mose 19, 32) und nicht zuletzt ein sehr fortschrittliches Integrationsgesetz (3Mose 19, 33-34).

Heiligkeit ist kein theologischer Begriff, sondern praktische Lebensgestaltung.

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Psalm 77: Christian way of living

Manche Lebensetappen sind sehr kompliziert und machen uns traurig. Der Verfasser von Psalm 77 leidet unter den aktuellen Entwicklungen in seinem Leben (Psalm 77, 11). Aber er versteht, dass diese Erfahrungen zu dem Weg gehören, den Gott mit ihm gehen will, auf dem er ihn prägen und segnen wird. In diesem Sinne bezeichnet er diesen Weg als „heilig“ (Psalm 77, 14-15). „Heilig“ ist die höchste Qualitätsbezeichnung, die möglich ist. Aus diesem Grunde können wir Ja sagen zu Gottes Wegen. Denn Gott weiß, was er tut.

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Lukas 11, 29-54: Krass!

„Hier ist mehr als Salomo! Hier ist mehr als Jona!“ Lk. 11,31.32

Die Evangelien berichten übereinstimmend, wie der Konflikt Jesu mit den Pharisäern im Laufe seiner Lehr- und Verkündigungstätigkeit immer mehr zunahm. Es konnte nicht anders sein. Um der Menschen willen, um der Wahrheit willen musste Jesus die falsche Lehre und die Heuchelei der Pharisäer aufdecken. Er nennt sie „böses Geschlecht“ (V. 29) und benennt Heiden des AT, die Gottes Ruf hörten, die diese Pharisäer am Jüngsten Tag anklagen werden (eine für jüdische Ohren unerhörte Aussage!). Das 6-fache „Wehe“ deckt den ganzen Schaden auf (siehe auch Mt. 23,13-36, siehe besonders V. 34!). Krasse Worte – nötige Worte, weil das Volk von diesen blinden Blindenleitern verführt wurde.

Niemand hat so geredet wie Jesus! Das konnte nicht gut ausgehen! Aber es ist gut ausgegangen: Jesus hat sein Leben für uns gelassen!

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3Mose 18: Sex konkret

Die Sexualethik von Gottes Leuten sollte nicht den zeitgenössischen Sitten der anderen Völker entsprechen (3Mose 18, 3-4), sondern den Geboten Gottes (3Mose 18, 30).

In diesem Zuge werden alle möglichen Formen von geschlechtlicher Verirrung aufgelistet: Sex mit Familienangehörigen und Verwandten, Sex mit gleichgeschlechtlichen Partnern oder mit Tieren. Gottes Reden ist hier notwendigerweise konkret.

Bemerkenswert ist der Zusammenhang, den Gott zwischen der Sexualethik eines Volkes und seiner langfristigen Entwicklung herstellt (3Mose 18, 24-29).

Und ebenfalls besonders nachdenkenswert ist der Tatbestand, dass in der Aufzählung der sexualethischen Abweichungen die scheinbar damit verbundene Gefahr des Kindsopfers (vgl. auch Kindesmissbrauch, Kindstötung) Erwähnung findet (3Mose 18, 21).

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Psalm 75-76: Furchterregender Gott

Psalm 75 und Psalm 76 beschreiben Gott als Richter, vor dem niemand bestehen kann (Psalm 76, 8-9) und der in erschreckender Weise auftreten kann. Diese zukünftige Dimension Gottes ist gegenwärtig vielen nicht bewusst, aber sie wird zu einem bestimmten Zeitpunkt (Psalm 75, 3) für einen bestimmten Personenkreis (Psalm 75, 5-6) eine dann erschreckende Wirklichkeit (Psalm 75, 9). Für die „Elenden“ bedeutet das Gericht Gottes gleichzeitig Hilfe (Psalm 76, 10).

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Lukas 11, 1-28: Jesus und die bösen Geister

„Ist der Satan mit sich selbst uneins, wie kann sein Reich bestehen?“ Lk. 11,18

Exorzismus war ein großes Thema in der Antike. Jesus stellt sich dem und betont die Macht Gottes, „Gottes Finger“ (V. 20). Gegen kritische Deutungen, er sei mit dem Teufel im Bunde (V. 15), wehrt er sich vehement: „Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich“ (V. 23). Wo es an anderer Stelle um die Hilfe für Menschen ging, konnte Jesus sehr tolerant sein: Wer nicht gegen euch ist, ist für euch.“ (K. 9,50). Für Jesus gab es die Macht des Bösen mit unterschiedlichen Erfahrungen der Menschen. Das stellt er dar.

Für die Menschen im 21. Jh. gibt es so etwas nicht mehr. Wo es keinen Gott mehr gibt, gibt es auch keine Dämonen mehr – alles sei ausschließlich im Kopf des Menschen. Christen wissen um die Macht des Bösen, vor allem aber um die Macht Gottes und um den Segen der Medizin, auch der Psychotherapie.

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3Mose 17: Verwechslungsgefahr

3Mose 17 erklärt, dass alle Opfer vor der Stiftshütte durchgeführt werden sollten (3Mose 17, 2-6), weil mit einem anderen Ort auch leicht die Hinwendung zu einer anderen Gottheit verbunden sein konnte (3Mose 17, 7). Um hier keine Verwechslung zu begünstigen, wurde sicherheitshalber sogar jede weitere Schlachtung außerhalb des Bereichs der Stiftshütte untersagt. Diese Anordnung galt jedoch nur für die Zeit der Wüstenwanderung und wurde später wieder aufgehoben (5Mose 12, 15.20). Mit diesen Bestimmungen sollte für das Volk Israel die ausschließliche Ausrichtung auf Gott unterstrichen werden.

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Psalm 74: Denk dran!

Um sich zu einer Sache zu motivieren, hilft es manchmal, ganz bestimmte Erinnerungen wach zu halten. Um zu erreichen, dass Gott rettend in das erniedrigende Erleben seines Volkes eingreift, wird Gott aufgefordert, an bestimmte Dinge zu denken:

  1. an seine Leute (Psalm 74, 2)
  2. an seine Feinde (Psalm 74, 18)
  3. an seinen Bund (Psalm 74, 20)
  4. an seine eigene Schmach (Psalm 74, 22)

Ich weiß nicht, ob Gott diese Erinnerung nötig hat. Aber laut Bibel dürfen wir Gott diese Dinge ins Gedächtnis rufen.

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Lukas 10, 25-42: Wer ist mein Nächster?

„Gehe hin und tu desgleichen!“ Lk. 10,37

Antwort: „Der, der hier und jetzt meine Hilfe braucht!“ – Wie gut konnte doch der Pharisäer das Gesetz zusammenfassen: Gott lieben und den Nächsten! (V. 27). Das Beispiel Jesu vom „barmherzigen Samariter“ bürstet seine Theologie gegen den Strich. Die „Geistlichen“ in Israel helfen nicht, der „Feind“ erbarmt sich! Das saß!

Die Umsetzung in unserem Leben hier und heute ist nicht minder herausfordernd. Gott schenke uns Kraft, dass wir nicht nur Gott lieben, sondern unseren Nächsten hier und heute – wie uns selbst! Das eine geht bei Jesus nicht ohne das andere.

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3Mose 16: Gut, wenn man einen Sündenbock hat!

Neben anderen Opfertieren ist in 3Mose 16 die Rede von zwei Ziegenböcken (3Mose 16, 5-10).

Der eine Ziegenbock wird geschlachtet und als Sündopfer dargebracht (3Mose 16, 15-19). Er symbolisiert die Ursache der Versöhnung zwischen Gott und Mensch: das stellvertretende Opfer ermöglicht dem Menschen den Zugang ins Heiligtum.

Der andere Ziegenbock bleibt am Leben und bekommt alle Schuld auferlegt (3Mose 16, 21) und wird mit dieser Last in die Wüste hinaus getrieben. Diese Handlung symbolisiert das Ergebnis der Versöhnung: die ganze Schuld wird aus der Gegenwart Gottes und aus dem Leben der Menschen „entfernt“ (Psalm 103, 12).

Jesus ist unser Sündenbock, der unsere Schuld auf sich nahm (Johannes 1, 29) ans Kreuz getragen hat (1. Petrus 2, 24), womit sie in eine unerreichbare Distanz gebracht und jedem weiteren Zugriff entzogen worden ist.