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Hiob 12-14: Kurz und unruhig!

So knapp und treffend charakterisiert Hiob das menschliche Leben. Er ist sich der begrenzten und belasteten Situation des Menschen zutiefst bewusst (14, 1-6). Vor allem der Satz „Kann wohl ein Reiner kommen von einem Unreinen?“ (V. 4) macht deutlich, dass Hiob nicht von seiner absoluten Unschuld ausgeht, sondern mit seiner relativen Unschuld argumentiert. Und in dieser Haltung klammert er sich weiter an Gott und weiß, dass sein hinfälliges Leben Gott nicht gleichgültig ist (16, 15). – Egal, was seine Freunde als selbst erwählte Pressesprecher Gottes dazu sagen.

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Matthäus 2: Kein Zufall!

„…und er wohnte in der Stadt Nazareth; auf dass erfüllt würde, was da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarener heißen.“ Mt. 2,23

An der Krippe Jesu steht die Welt – für die Jesus, über Israel hinaus, gekommen ist: Sterndeuter (griech: Magier) aus dem Orient! Gott gebraucht ihr magisches Welt- und Sternenbild, um sie zu Jesus zu führen. Seltsame Wege – aber Gott kommt zum Ziel!

Die Flucht der Familie nach Ägypten vor Herodes und auch die Rückkehr nach Nazareth, ihrer Herkunftsstadt, erinnert an den Zug Israels nach Ägypten und die Rückkehr nach Palästina. All diese Ereignisse belegt Matthäus mit Zitaten aus dem AT – Jesu Kommen ist nicht zufällig, sondern in Gottes Heilsplan.

Auch unser Leben ist nicht zufällig, sondern in Gottes Heilsplan!

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1Mose 13-14: Der Bruderstreit…

…spielt in diesen beiden Kapiteln eine besondere Rolle. Die Ursachen und die Hartnäckigkeit der Streitigkeiten werden nüchtern beschrieben.
Noch wichtiger ist jedoch, auf welche Weise die bestehende Spannung durch die Initiative und das Entgegenkommen von Abraham neutralisiert wird.
Und bemerkenswert ist auch, dass weder beim Aufkommen des Streites noch bei der Trennung zwischen Abraham und Lot in Frage gestellt, dass sie Brüder sind und bleiben.
Deswegen entsteht aus der Trennung auch nicht Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal des Bruders. Denn als Lot in Schwierigkeiten gerät, befreit ihn Abraham (Kapitel 14).
Diese Aktion führt Abraham in die Begegnung mit Melchisedek, dem „Priester des höchsten Gottes“, der ihn segnet und dem Abraham den Zehnten gibt (14, 17-20). Und uns führt das zu Hebräer 7.

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Hiob 11: Die Logik des Wohlstandsevangeliums

Zofar kritisiert Hiob zwar dafür, dass er sich mit seinem begrenzten Wissen Gottes Allwissenheit entgegenstellt. Aber Zofar selbst nimmt für sich in Anspruch, über Gottes Gründe, Wege und Absichten genau Bescheid zu wissen.
Der Inhalt seiner Rede: Wenn Hiob endlich und wirklich Buße tun und richtig glauben würde, dann würde sich seine Lebenssituation auch bestimmt zum Guten wenden.
Diese Logik des Wohlstandsevangeliums kenne ich auch aus meinem Denken: Weil ich etwas für Gott tue, darf er mir bitte jetzt keine Kopfschmerzen schicken. – Diese Logik entspricht jedoch nicht der Realität.

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Matthäus 1: … auch Josef glaubt und macht mit!

„Jakob zeugte Josef, den Mann der Maria, von der Jesus geboren ist, der da heißt Christus.“ Mt. 1,16

Matthäus beginnt mit einem Stammbaum Jesu von Abraham bis David und David bis Jesus. Die 2 mal 14 Glieder sind eine Auswahl der wichtigsten Väter, keine lückenlose Kette. Darin kommen auch 4 Frauen vor: Rahab, Rut, Bathseba und Maria, wichtige Mütter in Israel (eine Hure, eine Ehebrecherin, eine Ausländerin). Von Josef heißt es nicht, dass er Jesus zeugte, wie alle anderen Väter vor ihm (V. 16), sondern hier nennt Matthäus Maria, „von der Jesus geboren ist“.

In der Geburtsgeschichte betont Matthäus als einziger den Konflikt, den Josef hatte, als er von der Schwangerschaft Marias erfuhr. Aber – nicht nur Maria glaubt und macht mit, auch Josef glaubt und macht mit!

Matthäus schreibt sein Evangelium für Juden und betont die Erfüllung durch das AT. Er deutet das Geschehen von Jesaja 7 her: „…eine Jungfrau wird schwanger“. Matthäus kannte sich im AT aus …

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1Mose 12: Gott schützt einen Lügner

In 1Mose 1-11 wird die Urgeschichte der Menschheit skizziert. Die Hauptrollen spielen hier Adam und Noah. Ab 1Mose 12 wird die Urgeschichte des Glaubens geschildert. Abraham ist der Urvater aller Gläubigen (Galater 3, 7).

Genauso wie die Urgeschichte der Menschheit uns Grundsätzliches über unsere Existenz als Menschen benennt, so zeigt uns die Bibel im Leben von Abraham das Grundmuster des Glaubens.

Und das fängt gut an. Gott sprach zu Abraham. Er erschien Abraham. Und Gott schützt Abraham als dieser aufgrund einer für ihn typischen (vgl. 1Mose 20) Lüge in Schwierigkeiten kommt. Und das soll ein Vorbild für Glauben sein?

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Hiob 9-10: Mit Gott streiten

Hiob anerkennt, dass er weder Gottes Gerechtigkeit noch seiner unbezwingbaren Souveränität standhalten kann. Niemand kann Gott zur Rechenschaft ziehen (9, 12).

Aber Hiob hält an seiner Unschuld fest (9, 21.35; 10, 7). Und er widersetzt sich den Anklagen seiner Freunde, indem er die Behauptung aufstellt, dass Gottes Weltregiment nicht den menschlichen Vorstellungen von Gerechtigkeit entsprechen muss (9, 22-24).

Hiob möchte wissen, warum ihn Gott als Unschuldigen (zumindest im Verhältnis zu anderen) verwirft, während Gottlose sich bestätigt sehen dürfen (10, 2.3).

Obwohl Hiob innerlich zerrissen ist und mit Gott hadert, hört er nicht auf, mit Gott zu reden.

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Lukas 3: Wir folgen dem richtigen Mann!

„Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen!“ Lk. 3,22

Im fünfzehnten Jahr…“, wieder eine präzise Zeit und Situationsangabe des Lukas – ca. 30 Jahre später geht es um Johannes den Täufer. Diese Einordnung erfährt ihre Zuspitzung in der Gefangennahme Johannes durch Herodes (V. 19-20).

Johannes trat in der Wüste Juda am Jordan als Bußprediger auf. Als Wegweiser des Messias – wie Lukas aus Jesaja 40 deutet. Seine Taufe ist eine Erneuerungshandlung derer, die seine Botschaft aufnehmen. Sie wollen durch ein erneuertes Leben zeigen, dass sie auf den Messias warten.

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1Mose 10–11: Ursache aller Missverständnisse

Das 10. Kapitel im 1. Buch Mose listet die Stammväter der Menschheit auf, „von denen her sich die Völker der Erde nach der Sintflut ausgebreitet haben“ (V. 32).

Das 11. Kapitel zeigt, warum aber trotz des gemeinsamen Anfangs die Ausbreitung der Menschheit zu einer Zerstreuung wurde. Und es wird erkennbar, warum trotz einer steigenden Vermehrung der Weltbevölkerung von vielen das Leben wahrgenommen wird als „einsames Wandern im Nebel“, bei dem „keiner den anderen kennt“ und „jeder alleine ist“ (Hermann Hesse).

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Hiob 8: Einfache Erklärungen für komplexe Zusammenhänge

Hiobs Freund Bildad vertritt lauthals die Meinung, dass sich Gott in seinem Urteil ja wohl nicht irren kann (V. 3). Dabei setzt er allerdings schon voraus, dass Gott mit leidvollen Ereignissen im Leben Hiobs ein Urteil über ihn, bzw. über seine Familie (V. 4) sprechen würde.

Bildad präsentiert damit zwei Extrempositionen, die beide unhaltbar sind:

  • Leiden ist immer Gericht Gottes.
  • Glück ist die selbstverständliche Folge von Frömmigkeit.

Diese Aussagen (vgl. Zusammenfassung in V. 20) treffen zu als zusammenfassendes Endergebnis des Lebens. Aber mitten im Lebensprozess wird Glaube nicht automatisch mit irdischem Erfolg bestätigt. Und genauso wenig ist Leiden zweifelsfrei ein Zeichen für Schuld.

So ist das: Man möchte etwas kurz & knapp erklären und schlägt damit leicht alles kurz & klein.

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