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1. Chronik 5: Eigentlich und uneigentlich

Eigentlich war Ruben der Erstgeborene der Familie Jakobs. Eigentlich war ihm damit eine besondere Bestimmung und Bedeutung, eine besondere Aufgabe und auch ein besonderer Segen verheißen. Eigentlich wäre das seine Perspektive gewesen.

Aber er hat diese Möglichkeiten verloren, weil er innerhalb seiner eigenen Herkunftsfamilie Ehebruch getrieben hat (1. Chronik 5, 1). Was eigentlich seine Bestimmung war, ist damit nicht zur Erfüllung gekommen.

Ein sexuell normal entwickelter Mann weiß um die Gefahr der Unzucht. Aber uns ist nicht immer der Preis bewusst, der dafür gezahlt werden muss.

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Hesekiel 18-19: Jeder für sich

Jeder von uns ist auf eine genetische, psychologische, traditionelle und manchmal auch ganz praktische Art und Weise in einen Zusammenhang gestellt mit seinen Vorfahren und der historischen Vergangenheit seiner Familie. Diese Vorgeschichten können von Vorteil sein und sie können von Nachteil sein. Manchmal verschafft einem der gute Ruf der Vorfahren eine günstige Ausgangsposition für die eigene Existenz. Manchmal kann meine Herkunft und das Vorleben meiner Verwandten mir alles verbauen.

Hesekiel 18 und 19 zeigen, dass es bei Gott keine Sippenhaft gibt und darum auch keine Altlasten, die mir aus der Vorgeschichte meiner Herkunftsfamilie anhängen. Aber Gott bucht auch nicht das vorbildliche Leben und die guten Leistungen meiner Vorfahren auf mein „Konto“. Sondern Gott sieht jeden Menschen für sich als eine gesondert zu beurteilende und ganz individuell zu verstehende Persönlichkeit. Und ob er mich segnet, ist weder abhängig von dem Verhalten meines familiären Backgrounds noch abhängig von meinem eigenen Vorleben, sondern allein von der Frage, ob ich mich ihm zuwende und mit ihm lebe. Diese Entscheidung trifft jeder von uns für sich allein. Und darauf kommt es an.

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Philipper 3: Himmlischer Ausblick

„Ich möchte ja ihn erkennen und die Kraft seiner Auferstehung…“ Philip. 3,10

Die Philipper waren Paulus Freunde und aus Liebe seine Sponsoren und theologisch mit ihm am nächsten verbunden. Trotzdem hält es Paulus in Kap. 3 für notwendig, doch einmal vor den Judaisten zu warnen, die in die christlichen Gemeinden die jüdische Beschneidung einführen und die Christen auf die Einhaltung des Gesetzes nach jüdischer Auslegung einschwören wollten. Selbst wenn er das nur vorsichtshalber tut, zeigt es doch, welche Versuchung dahinter für die Gemeinden stand.

Den Gewinn aus seiner Vergangenheit als Pharisäer bezeichnet er drastischer Weise als „Kot“. Damit lehnt er nicht alles ab, was er in der Vergangenheit gelernt hat, aber die spezifisch jüdische Werkgerechtigkeit sieht er als Schaden an, vor der er warnt.

Wie er zurückblickt, so schaut er auch voraus: Als die Vollkommenen (vollkommen Gerechtfertigten) (V. 15) sollen die Philipper, wie er, der himmlischen Vollendung, die noch vor ihnen liegt, nachjagen. Der Blick auf den Himmel und auf die Verklärung unseres Leibes, gleich dem Auferstehungsleib Christi, ist eine große Aussicht, die wir fest im Auge behalten sollen.

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1. Chronik 4: Moden und Methoden des Betens

Mitten in dieser Aneinanderreihung von Nachkommenschaften wird eine Person in ihrer Frömmigkeit etwas ausführlicher charakterisiert. Jabez wendet sich im Gebet an Gott (1. Chronik 4, 10) und bittet ihn um Segen für sein ganzes Leben. Und der Chronist erwähnt auch Gottes Reaktion: „Gott ließ kommen, worum er bat!“.

Die Wiederentdeckung dieser hier ausgedrückten wunderbaren Gebetshaltung des Jabez hat viele Menschen neu zum Beten motivierten. Es wurden Bücher und Texte verfasst, die daraus eine bestimmte Methode ableiteten, die für eine gewisse Zeit richtig in Mode kam und für einige Menschen eine Hilfe darstellten.

Nicht nur Jabez, sondern alle Beterinnen und Beter der Bibel sind für uns eine Erinnerung an die großartige Möglichkeit des Gesprächs mit Gott, das jenseits von den vorübergehenden Moden und Methoden ausschlaggebend ist für unser Leben.

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Hesekiel 17: Gott als „Oberförster“

Diese Überschrift ist keine Blasphemie, sondern geht auf das Bildmaterial zurück, das in Hesekiel 17 von Gott selbst gebraucht wird. In dieser prophetischen Rede des Hesekiel vergleicht er die Weltgeschichte mit einem Wald, in dem sein Volk Israel einer der Bäume ist, die von Gott nach seinen Vorstellungen verpflanzt, gefördert oder auch abgeschafft werden. In diesem Gleichnis wird klar, dass Gott „der Herr über den Wald ist“ und über die Entwicklung jeder einzelnen Pflanze entscheidet.

Aber gerade eben indem Gott verhindert, dass bei uns Menschen die Bäume in den Himmel wachsen, will er uns eine himmlische Perspektive sichern (Hesekiel 17, 23-24).

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Philipper 2: Das Christusgeheimnis

„… macht meine Freude vollkommen…!“ Philip. 2,2

Im 2. Kapitel steht der einzigartige Christushymnus (V. 5-11) ein Lied, das die frühe christliche Gemeinde wahrscheinlich gesungen hat. Durch seine Geburt in Bethlehem erniedrigte sich Jesus selbst und nahm die menschliche Natur zu seiner göttlichen hinzu. Er legte seine Gottheit nicht ab, als er Mensch wurde, sondern nahm die menschliche Natur hinzu. Diese, seine Gottheit war nach wie vor da und blitze manchmal hindurch (seine Wunder und Totenauferweckungen, seine Verklärung auf dem Berg usw.). Aber er wurde ganz und gar Mensch – der Schöpfer wurde Geschöpf und blieb doch Gott, Gottes Sohn – ein Geheimnis! Ob das die Philipper verstanden hatten? Jedenfalls sollten sie die Anwendung daraus verstehen: Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war (V. 5)!

In diesem Geist soll die Gemeinde mit Gottesfurcht ein heiliges Leben führen – auf der Grundlage, dass Gott Kraft und Gelingen dazu schenkt (V. 12-13).

Paulus schickte nicht nur Epaphroditus zurück nach Philippi, sondern nach dem Ende seiner Gerichtsverhandlungen auch Timotheus, der Paulus wiederum von den Philippern berichten sollte. Hier lesen wir ein ergreifendes Zeugnis über Timotheus – sein bester Mitarbeiter! (V. 20-22).

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1. Chronik 3: Die Unordnung nimmt zu

Die Repräsentanten der davidischen Königsfamilie werden in 1. Chronik 3 in chronologischer Reihenfolge aufgelistet. Es handelt sich leider um eine Entwicklung mit sinkender Tendenz.

In der Nachfolge von David kommt es zu einer Abfolge von Personen, die einen Abstieg in Frömmigkeit, Autorität, Charakter und Segenswirkung dokumentiert.

Die menschliche Neigung entspricht den Beobachtungen, die auch in der Physik gemacht werden: Ohne ein ordnendes Eingreifen und Gestalten nimmt die Unordnung in einem System immer zu (2. Thermodynamischer Hauptsatz).

Allerdings gibt es einige Ausnahmen in der Abfolge der davidischen Könige, die sich dem Trend nach unten widersetzen und gegen den Abstieg kämpfen.

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Hesekiel 16: Nicht für Personen unter 18 Jahren

Eine junge Frau wird von einem Mann vor dem sicheren Tod bewahrt. Er rettet ihr das Leben und gewährt ihre eine Grundversorgung, die ihr die Gesundheit zurück gibt und eine Existenz in Freiheit ermöglicht. Darüber hinaus heiratet er diese Frau und stattet ihr Leben mit Reichtum und Luxus aus.

Aber dann bricht diese Frau aus der Beziehung aus und wird zur Prostituierten. Nicht aus materieller Not, sondern aus hemmungsloser sexueller Gier. Dabei gibt sie sich nicht für Geld hin, sondern sie liefert sich wahllos jedem aus, der sie haben will und bezahlt noch dafür. Irgendwann verliert diese Frau die Kontrolle über sich und ihre Eskapaden. Sie wird zum Objekt und Opfer der Menschen, derer sie sich bisher bedient hat. Sie ist ausgeliefert. Sie ist im Dreck. Sie ist ganz unten.

Und dann kommt ihr Mann und nimmt diese treulose Frau wieder zu sich, vergibt ihr und geht eine neue Beziehung mit ihr ein.

Was ist das für eine Geschichte? Das ist die Geschichte von Gott und Jerusalem (nachzulesen in Hesekiel 16). Es ist gleichzeitig die Geschichte von Gott und uns.

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Philipper 1: Ein außergewöhnlicher Gefangener

„Christus ist mein Leben, und sterben ist mein Gewinn.“ Philip. 1,21

Mit der Gemeinde in Philippi war Paulus am freundschaftlichsten verbunden. Von ihnen lies er sich am liebsten unterstützen, da er sich ihrer Loyalität gewiss war. Sie war die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden (Apg. 16,12-40) und bestand überwiegend aus Heiden, mit einer kleinen, jüdischen Minderheit. Zwei Mal war Paulus in Philippi gewesen. Er schrieb diesen Brief gegen Ende seiner Gefangenschaft in Rom, ca. 63 oder 64 n.Chr. und gab ihn Epaphroditus mit, der dem Paulus eine reiche Unterstützung von den Philippern nach Rom überbracht hatte, dort aber dann ernstlich krank wurde. Nach seiner Genesung reiste er – quasi mit einem Dankbrief des Paulus – zurück nach Philippi.

Die Philipper bangten um Paulus in Rom. Er wußte zwar nicht genau, wie sein Prozess ausgehen würde – in Rom konnte man schnell hingerichtet werden – aber er war guter Hoffnung: Seine Gefangenschaft machte anderen Christen Mut, für Christus zu leiden (V. 14), das Evangelium wurde gefördert (alle erkannten, dass Paulus kein Verbrecher war, sondern um seinen Glaubens willen gefangen war) (V. 13) und weitere verkündigten Christus – selbst wenn ihre Motive dazu nicht lauter waren.

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1. Chronik 2: Einblicke in Details

Die historische Berichterstattung des 1. Chronikbuches wird in den ersten Kapiteln (1. Chronik 2) ihrem Namen gerecht und stellt die Entwicklung des Volkes Israels vornehmlich in Geschlechtsregistern dar.

Diese Form der Registerführung vermittelt einen grundsätzlichen Überblick und liefert Informationen über die verwandtschaftlichen Verknüpfungen der Beteiligten, die in einer prosaischen Form der Geschichtsschreibung eher nicht enthalten sind: Wo finden wir z. B. alle Namen der Geschwister Davids erwähnt? Oder die Information, dass der Heerführer Joab ein Neffe von David war?

Außerdem bleibt in dieser eher auf das Wesentliche reduzierten Darstellung der Geschlechtsregister immer noch Raum für die Erinnerung an interessante und bedeutungsvolle Details (1. Chronik 2, 7).

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