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2. Samuel 14: Indirekte Kommunikation

2. Samuel 14 berichtet von indirekter Kommunikation auf unterschiedlichen Ebenen.

Joab nimmt eine Sehnsucht bei David wahr, über die er aber nicht offen mit ihm redet. Stattdessen schickt er eine Frau vor, der er seine Worte in den Mund legt und durch deren geschicktes Auftreten und Reden David beeinflusst wird. David durchschaut zwar das Schauspiel, aber lässt sich trotzdem auf diese Weise dazu bringen, etwas zu tun, was er sich zwar einerseits auch selbst wünscht, was aber andererseits nicht seinen Überzeugungen und der politischen Vernunft entspricht.

So kommen Entscheidungen zustande, die einer geordneten und gemeinsamen Reflexion nicht standhalten können, sondern oft nur einem vorübergehenden Interesse von Einzelnen dienen. Und dabei ist jeder Opfer und Täter. Denn auch ein Absalom weiß, wie er Joab dazu kriegen kann, für ihn Lobbyarbeit beim König zu machen.

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Jeremia 10: Ein gut durchdachter Irrtum

Die Bibel weist immer wieder darauf hin, dass die Götzenfabrik der Mensch nur Produkte der eigenen Gedankenwelt produzieren. Das Ergebnis mag in kultureller und philosophischer Hinsicht auf den ersten Blick nicht so plump und banal wirken wie der Götzendienst, den Jeremia 10 beschreibt. Eine selbstgemachte Religion kann das „Werk von Kunstfertigen“ sein (Jeremia 10, 9), ein „klug ersonnener Mythos“ (2. Pe. 1, 16), durch den sie „mit Schlauheit zum Irrtum verführen“ (Eph. 4, 14). Alle menschlichen Ideen und Alternativen zu einem Glauben an den Gott der Bibel mögen schlüssig sein in den engen Grenzen des eigenen Horizontes. Aber in seiner Wirkung und Weisheit bleibt alles das auch auf das menschliche Spektrum begrenzt und bietet nur wenig Hilfe und überhaupt keine Rettung. Es ist maximal ein gut durchdachter Irrtum. Und darum halte ich es mit Graham Green: „Ich weigere mich, an einen Gott zu glauben, den ich verstehen kann!“

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Römer 5, 1-11: Die ganz neue Stellung!

„… wir haben Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus“ Röm. 5,1

Alle, die an Jesus Christus glauben, haben eine neue Stellung vor Gott. Sie versuchen nicht nur einigermaßen gut ihren Glauben zu leben, sie sind in eine neue Position versetzt, sie haben einen Stand, ein felsenfestes Fundament:

  • Sie sind gerecht geworden (gesprochen, „zugerechnet“) – auch wenn sie noch nicht perfekt sind (V. 1)
  • Sie haben Frieden mit Gott – auch wenn sie nicht immer „lieb“ sind
  • Sie haben Zugang zur Gnade Gottes – auch wenn sie manchmal nichts fühlen (V. 2)
  • Sie rühmen sich der zukünftigen Herrlichkeit – das kann man nur, wenn diese ganz sicher ist!
  • Sie waren Sünder (jetzt ihrer Stellung nach nicht mehr), – auch wenn sie als schwache Menschen täglich sündigen (V. 8)
  • Sie waren Feinde Gottes (jetzt ihrer Stellung nach nur noch Freunde) – auch wenn sie Gott immer noch manchen Ärger bereiten (V. 10)
  • Sie sind grundsätzlich Versöhnte – auch wenn es noch manchen Streit gibt, in der Gemeinde und auch Spannungen mit ihrem Gott. (V. 11)

Innerhalb dieser neuen Stellung, in die Christen versetzt sind, gibt es im Glaubensleben manche Bewährungsproben (V. 3-5), die sie aber auf Grund ihrer festen Stellung und der Gewissheit der unerschütterlichen Liebe Gottes zu ihnen (V. 5) bestehen können. Selbst wenn sie sie nicht bestehen – auf dem Boden ihrer neuen Stellung können sie aufstehen und weitergehen!

Das ist gewaltig – nicht wahr?!

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2. Samuel 13: Heiß und Kalt!

Ein junger Mann ist in 2. Samuel 13 so von der Sehnsucht und Leidenschaft nach einer bestimmten Frau gepackt, dass er sich ihretwegen verzehrt und körperlich abmagert. Das muss doch Liebe sein!

Aber als sich die Begierde Befriedigung verschafft hat, folgt auf die Lust die Ernüchterung und der Überdruss. Und zwar auch mit einer hohen Intensität. Der Widerwille nachher war größer als die Leidenschaft vorher.

Starke Gefühle sind kein Beweis für Liebe und keine Garantie für eine dauerhafte Beziehung. Vor allem dann nicht, wenn diesen Gefühlen und Begierden einfach freier Lauf gelassen wird, ohne die göttliche Ordnung für die Ehe einzuhalten. So hat es Amnon damals gemacht und so machen es viele Paare heute, die sich mit starker Sehnsucht zu einander hingezogen fühlen. Man nimmt sich, was man gerade mit aller Gewalt begehrt. Und man lässt es abrupt fallen, wenn man dessen überdrüssig ist. Auch wenn es sich dabei um Menschen handelt.

Die Tatsache, dass Tamar und ihre Familie den sexuellen Kontakt zwischen ihr und Amnon als „Schändung“ verstehen, spiegelt wieder, dass in der Kultur und in dem Rechtsverständnis Israels die Ehe mit einem öffentlich-rechtlichen Vertragsschluss beginnt, nicht mit dem Geschlechtsakt.

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Jeremia 9: Kennst Du den?

Konrad Adenauer war der erste Bundeskanzler Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg und wurde im Laufe seiner Karriere mal gefragt, welche zeitgenössischen Persönlichkeiten er für die wichtigsten Politiker halte. Seine Antwort auf diese Frage lautete: „Ich kenne die!“. Es wäre zu weit gegriffen, wenn man in diesem Satz einen raffinierten lautsprachlichen Hinweis auf die wirklich bedeutungsvollen Weltgestalter sehen würde, nämlich: „Ich – Kennedy“. Aber mit seiner Feststellung lässt Adenauer keinen Zweifel daran aufkommen, dass er ganz genau weiß, auf welche Politiker es in seiner Zeit ankommt, und dass er diese Menschen nicht nur richtig einschätzt, sondern auch persönlich kennt.

Mitten in einem Kapitel, in dem Jeremia beschreibt, dass die Untreue Gott gegenüber zu einem Zerbruch der zwischenmenschlichen Beziehungen führt (Jeremia 9), weist er darauf hin, dass uns nicht das Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten helfen, sondern die Einsicht in Gottes Wesen und die besitzergreifende Freude über seine göttlichen Eigenschaften (Jeremia 9, 22-23). Weisheit besteht darin, dass man Gott kennt.

 

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Römer 4, 13-25: Der Glaube an das Unglaubliche

„Das ist geschrieben … um unseretwillen, welchen es zugerechnet werden soll, wenn wir glauben…“ Röm. 4,24

Paulus argumentiert für die Glaubensgerechtigkeit. Diese muss aus Gnade – also ohne Verdienst und Eigenleistung des Menschen sein – sonst wäre sie nicht „fest“ für alle Nachkommen Abrahams (V. 16). Das leuchtet ein: Wenn Gottes Gerechtigkeit für die Menschen an deren Leistung hängt – und sei es nur zu 1%, so wäre das eine unsichere Sache. Menschen sind fehlbar, Sünder, „keiner – nicht einer“ (Kap. 3,10) würde den Maßstab Gottes erreichen. Also muss es ganz „allein“ auf Gottes Seite liegen: Aus Gnade! Und die kommt zu uns durch den Glauben, durch den wir diese ergreifen.

Dieser rechtfertigende Glaube ist im Kern Auferstehungsglaube. Er glaubt das Unmögliche, wo nichts zu hoffen und zu erwarten ist – wie bei Abraham. Er glaubte dem Versprechen Gottes, einen Sohn zu bekommen – sogar, dass Gott seinen Sohn Isaak von den Toten lebendig machen könne (V. 17)! Er glaubte gegen die jahrzehnte lange Unfruchtbarkeit seiner Frau, gegen sein eigenes Alter (100 Jahre). Er glaubte das Unglaubliche, das ihm Gott versprochen hatte. Er wusste, was Gott verspricht, das kann er auch tun! (V. 21)

Diesen Glauben haben auch die Römer (V. 24) – wenn sie an Jesus glauben. An den Jesus, den Gott von den Toten auferweckt hat.

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2. Samuel 11-12: David und Bathseba

Die Begebenheit von David und Bathseba hat viel Aufmerksamkeit erregt. Aber leider häufig nur in einer ganz bestimmten Hinsicht. Wie oft erfolgt der Hinweis auf diese in 2. Samuel 11 und 12 geschilderte Begebenheit, um damit zu signalisieren, dass Sünde in unserem Leben geduldet werden darf, denn selbst bei David ging es ja drunter und drüber! Warum sollen wir da kleinlich sein?

Es liegt mir fern, abzustreiten, dass das, was David hier mit Bathseba, Uria und vielen anderen Menschen anrichtete, sehr menschlich und darum auch in unserem Leben möglich ist. Aber ich möchte abstreiten, dass Gott diese oder andere Dinge in unserem Leben duldet. Denn hier steht: „Das gefiel dem Herrn übel, was David tat.“ (2. Samuel 11, 27)

Leider wird bei der Geschichte von David und Bathseba vergessen, dass Gott den David in die Busse geführt hat, d. h. in eine tiefe Traurigkeit über seine Schuld, in die Erfahrung der Vergebung und in eine aufrichtige Abwendung von der Sünde (2. Samuel 12, 1-14; Psalm 51). Nur darum hat David diese Angelegenheit „überlebt“ und nur mit dieser Reaktion auf unsere Fehler werden wir „überleben“.

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Jeremia 8: Das ist abartig!

Sich zu verlaufen, ist normal! Gott weiß um unser menschliches Versagen und kalkuliert unsere Irrwege ein. Aber wenn das passiert, dann lässt sich der, der sich verlaufen hat, im Normalfall auch bereitwillig wieder auf den richtigen Weg zurück führen (Jeremia 8, 4).

Jeremia muss beim Volk Gottes das Fehlen dieser Normalität beklagen. Damit zeigt sich im Verhalten Israels eine große Widernatürlichkeit. Denn selbst die Tiere kennen und halten sich an ihre „Zeit der Wiederkehr“, aber Gottes Volk bleibt uneinsichtig und kehrt nicht von seinem Irrweg nach Hause zurück (Jeremia 8, 5-7).

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Römer 4, 1-12: Argumente für die Juden

„Was sagen wir denn von Abraham, unserem Vater…“ Röm. 4,1

In Kap. 4 geht Paulus auf das Entsetzen der Juden in Rom ein, die befürchten, dass Paulus „Glaubensgerechtigkeit“ das Gesetz auflöst (Kap. 3,31). Diesem Vorwurf sah sich Jesus damals auch durch die Pharisäer ausgesetzt. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Der Glaube an Christus, der das Gesetz vollkommen erfüllt hat, bestätig das Gesetz als absoluten Maßstab Gottes.

Dazu bringt Paulus jetzt zwei Beispiele aus der Geschichte Israels: Abraham (V. 1-5) und David (V. 6-8). Wichtig hier ist der Begriff „Zurechnung“ (V. 6 und V. 8): Rechtfertigung aus Glauben ist ein juristischer Akt, den Paulus formal aus der Praxis des römischen Rechts kennt. Gott rechnet dem Sünder die Gerechtigkeit Christi zu. Er ist deshalb nicht schon ein moralisch besserer Mensch geworden. Das soll er mit der Zeit werden. Aber er ist im Glauben an Christus gerecht gesprochen – reif für den Himmel!

In den Versen 9-12 zieht Paulus das für Juden ungemein wichtige Zeichen der Beschneidung heran. Abraham, der Stammvater Israels, wurde von Gott gerecht gesprochen bevor er beschnitten war – und wurde damit auch ein „Stammvater“ aller Heidenchristen.

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2. Samuel 10: Ungewollt im Kampf

David, der sich als politischer Freund erweisen will, wird in dieser Situation ein Kampf aufgenötigt, den er nicht gesucht hat und dessen Ausdehnung er bis zuletzt begrenzen will. Aber er kann diese Schlacht nicht vermeiden.

General Joab bringt in 2. Samuel 10, 12 zum Ausdruck, mit welcher inneren Einstellung wir uns unausweichlichen Auseinandersetzungen, die wir nicht selbst herbeigeführt haben, stellen können:

  • „Sei getrost“ und bleibe gelassen, denn es ist zwar Krieg, aber du hast ihn nicht zu verantworten.
  • Erweise dich als „stark“ zum Schutz „für andere“. Kämpfe nicht aus persönlichen Motiven.
  • Überlasse dich dem, „was Gott gefällt“. Auch für den Fall, dass du unterliegen solltest.
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