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Hiob 22: Eine grandiose Bußpredigt…

…bildet den Abschluss der Rede des Elifas (Hiob 22, 21-30). Das Problem besteht allerdings darin, dass dieser treffend formulierte Bußruf ausgeht von:
•    einem negativen Menschenbild: Menschen sind für Gott unnütz (V. 2)
•    einer pharisäischen Logik: Zurechtweisung hat ihre Ursache immer in Sünden (V. 4)
•    und darum von vielen unbewiesenen Verdächtigungen (V. 6-11).
Hiob kann auf die Aufforderung zur Umkehr nicht eingehen, weil er nicht weiß, wovon er umkehren soll.

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Johannes 4, 27-54: Exemplarischer Glaube

Die Berichterstattung von Johannes ist nicht erschöpfend. So nimmt er auch eine exemplarische Auswahl vor bezüglich der Wundertaten von Jesus, die er „Zeichen“ nennt (Joh 20,30.31).
Die ersten beiden im Johannesevangelium erwähnten Wunder (Joh 2,11; 4,54) sind als Auftakt von besonderer Symbolhaftigkeit.
Das Verhalten des königlichen Beamten ist eine exemplarische Beschreibung des Glaubens:
1. Glaube veranlasst, aus der Not zu Jesus zu gehen: Joh 4,47
2. Glaube lässt sich nicht abweisen: Joh 4,48.49
3. Glaube verlässt sich auf Gottes Zusage: Joh 4, 50
4. Glaube macht Erfahrungen mit Gott: Joh 4,51-53
5. Glaube ist ansteckend: Joh 4,53

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1Mose 25-26: Bei Streit ziehe weiter und grabe einen neuen Brunnen

In besonderer Weise möchte ich uns aufmerksam machen auf den Charakter und das Verhalten von Isaak:
Isaak wurde unter Segen Gottes reich (1Mose 26,12) und erlebte darum auch Neid und Ablehnung (1Mose 26,16).
Er ließ die alten und zugeschütteten Brunnen seines Vaters Abraham (1Mose 26, 15) wieder ausgraben (1Mose 26,18).
Als seine Knechten eine neue Quelle entdeckten, entstand ein erster Streit über den Besitzanspruch.
Isaak überließ den Kontrahenten diese Quelle und grub einen neuen Brunnen, über den jedoch auch ein Konflikt aufbrach.
Und wieder zog Isaak weiter und grub einen weiteren Brunnen, der ihm nicht streitig gemacht wurde.
Diese nachgebende Verhaltensweise wurde für Isaak nicht zum Nachteil. Gott selbst bestätigt ihn (1Mose 26,24) und auch seine Kontrahenten müssen irgendwann anerkennen: „Du bist nun einfach mal der Gesegnete des Herrn.“ (1Mose 26,28).

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Johannes 4, 1-26: Ein super Gespräch!

„Gib mir zu trinken!“ Joh. 4,7

Als sich die Situation um Jesus – jetzt wieder am Jordan – verdichtet, zieht er in den Norden nach Galiläa. Der normale Jude machte dafür einen mehrtägigen Umweg am Jordan entlang – er umging Samarien. Die Samariter, ein Produkt der Umsiedelungspolitik aus der Zeit der Babylonischen Gefangenschaft, waren den frommen Juden verhasst.

Jesus zieht geradewegs hindurch und trifft eine Frau am Brunnen. Hier beginnt er ein Gespräch – doppelt ungewöhlich als Mann gegenüber einer Frau (V. 27) und als Jude gegenüber einer Samariterin. Schrittweise offenbart er sich:

  • Anknüpfung mit einer Bitte (V. 7)
  • Hinweis auf mehr als Wasser (V. 10)
  • Er zeigt sich als Prophet (V. 18)
  • Er zeigt sich als Messias (V. 26)

Bei Jesus können wir lernen, hilfreiche Gespräche mit Menschen zu führen…

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1Mose 24: Erfolgreiche Partnersuche

Abraham beauftragt seinen ältesten Knecht, eine Frau für seinen Sohn Isaak zu suchen. Folgende fünf praktische Leitlinien sind mir aufgefallen.
1.    Es wird ein grundsätzlicher Anspruch erhoben: Maßgeblich sind ganz bestimmte Vorstellungen über die Herkunft der zukünftigen Braut: 1Mose 24,3. Lieber Single bleiben als eine Preisgabe dieser Voraussetzungen: 1Mose 24,8.
2.    Es wird auf Gottes Leitung vertraut: Abraham geht von der göttlichen Vorbereitung und Leitung bei der Suche nach der richtigen Partnerin aus: 1Mose 24, 7
3.    Es wird auf bestimmte Merkmale geachtet: Der Knecht orientiert sich an vorher festgelegten Kriterien, die eher sozialer Natur waren (1Mose 24,14) und durch ästhetische Werte nur ergänzt wurden (1Mose 24, 16).
4.    Es wird viel gebetet: Isaak wird als Beter beschrieben (1Mose 24, 63). Aber vor allem der beauftragte Knecht betet (1Mose 24, 12) und wird erhört „noch ehe er ausgeredet hatte“ (1Mose 24, 15).
5.    Es wird nicht nur geheiratet, sondern auch geliebt: Nachdem Rebekka zugestimmt hat (1Mose 24, 57-58), wird sie zu Isaak gebracht, der sie zu seiner Frau nimmt und sie lieb gewinnt: 1Mose 24,67.

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Hiob 20: Wie Sie sehen, gibt es nichts zu sehen!

Zofar beschreibt, bestätigt und beschwört das Gericht über die Gottlosen.
Damit ist aber eigentlich noch nichts gesagt über den Status des Hiob. Und auch nicht über die Bedeutung des Leidens von Hiob.

Trotzdem ist es gut auf den Punkt gebracht: Wir werden sehen, dass der Gottlose irgendwann nicht mehr zu sehen sein wird (Hiob 20, 9) und dass er auch nichts Gutes mehr zu sehen bekommt (Hiob 20, 17).

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Johannes 3: Vertrauliche Gespräche

„Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Joh. 3,3

Johannes gibt zwei wichtige Gespräche wieder. Zwischen Jesus und Nikodemus und Johannes dem Täufer und seinen Jüngern.

Nikodemus: Nach dem ersten Aufsehen erregenden Auftritt Jesu im Tempel, kommt es zu einem vertraulichen Gespräch mit Nikodemus, einem der Obersten, vielleicht aus dem Hohen Rat. „Wer bist du?“, fragt er indirekt (V. 2). Jesus antwortet in Bildern: Nur der, der mit dem Geist (Wasser als Bild für den Geist) getauft ist, nimmt Gottes Reich tatsächlich wahr. Bilder wie „Geburt“ (V. 3), „Wind“ (V. 8), die Geschichte von der Eisenschlage bei Mose in der Wüste (V. 14) und „Licht“ (V. 19ff) zeigen: Glaube an Jesus eröffnet das Reich Gottes (V. 18).

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1Mose 21-23: Gott ist der Gebende, der Fordernde und der Segnende

Gott erfüllt seine Versprechen und schenkt Abraham und Sarah einen Sohn (1Mose 21).
Dann fordert Gott von Abraham, dass er diesen einzigen, von ihm geliebten Sohn Isaak opfert (1Mose 22,2), obwohl damit nach menschlichem Verständnis die Verheißung für die Zukunft aufgegeben wird.
Aber weil sich Abraham bereit zeigte, genau das zu tun, bestätigt Gott schließlich erneut seine Verheißungen im Hinblick auf Isaak (1Mose 22,16-18).

Gott gibt … und nimmt wieder … und zuletzt beschenkt er uns über alle Maßen.

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Hiob 19: Tiefpunkt und Höhepunkt zugleich

Das ist eines meiner vielen „Lieblingskapitel“ in der Bibel.

In dieser Rede beschreibt Hiobs seine erschütternde Verzweiflung (Hiob 19,6-22) und gibt unmittelbar danach das bekannte und alles überragende Zeugnis von seiner letzten Gewissheit (Hiob 19,25-27) weiter.

Das steht hier neben einander, weil es mit einander zu tun hat. Denn in den Tiefpunkten des Leidens werden die Zielpunkte unseres Lebens, d. h. unsere eigentliche Hoffnung erkennbar.

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Johannes 2: Jesus kann feiern und eifern!

Jesus wurde zu einer Hochzeit eingeladen – er war nicht als Spielverderber bekannt! Er hilft sogar aus, als der Wein knapp wird – sein erstes Wunder (V. 11). Allerdings nicht, um Party zu machen, sondern bei dieser Gelegenheit seine Herrlichkeit/Gottheit zu offenbaren. Folge: Seine Jünger, die das (mit den Dienern) mitbekommen hatten, glaubten an ihn.

Dann aber geht er zum Passahfest nach Jerusalem – wie schon seit Kindheit jährlich immer. Johannes betont die Festbesuche Jesu in Jerusalem. Dort zeigt Jesus, dass er auch zornig sein kann. Das römische und griechische Geld musste in tyrische Währung gewechselt werden.(*) Am Wechsel und Viehverkauf verdienten auch die Priester. Der Tempel wurde zum Handels- und Finanzplatz: „Räuberhöhle“, sagte Jesus und warf alle hinaus.

Ein Gleichnis, das nur seine Jünger (im Rückblick) verstanden – Jesus ist der Tempel Gottes – wird ihm später als Anklagepunkt vorgehalten (Mt. 26, 60-61). Auch dieses „Zeichen“ führt dazu, dass seine Jünger an Jesus glauben (V. 22).

Die Verse 23-25 sind ein Summarium, eine Zusammenfassung des ersten Wirkens Jesu in Jerusalem. Er hat also mehr getan („die Zeichen“), als Johannes auswahlweise berichtet.  Das ist genau Johannes Stil (Joh. 20, 30-31).

(*) seit der Makkabäerzeit so festgelegt

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