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Jeremia 17: Der Sache auf den Grund gehen

Auch in Jeremia 17 geht es um den schweren Herzfehler, auf den Jeremia bereits öfter zu sprechen gekommen ist. Das „überaus trügerische und bösartige Herz“ kann von niemandem „ergründet“ werden. Nur Gott kann unser Innerstes erforschen und der Sache „auf den Grund gehen“. Das geschieht sehr individuell, nämlich bei „jedem einzelnen“, und ganz angemessen, nämlich bei jedem „entsprechend seiner Wege und Taten“ (Jeremia 17, 9-10).

Diese gründliche Diagnose ist die Voraussetzung für echte Heilung, die Gott auch möglich machen kann (Jeremia 17, 14).

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Römer 11: Gott kommt zu seinem Ziel

„Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.“ Röm. 11,29

Nachdem die Leser in den Schmerz des Paulus mit hineingenommen sind, stellt er die alles entscheidende Frage: Ist Israel von Gott verworfen – wie es scheinbar aussieht? Das aber weist Paulus weit von sich. Gott steht zu seiner Erwählung! Als Beweis führt er sich selber an („Ich bin auch ein Jude“) und Elia, der auch nicht glauben konnte, dass noch 7.000 Weitere Baal widerstanden haben. Die Lösung für Paulus ist die Erwählung Gottes (V. 7).

Er zeigt sogar auf, dass Erwählung einen für uns (nicht immer) erkennbaren Sinn macht. Israels Verstockung war die Zeit der Heiden (ihre Verwerfung der Welt Versöhnung, V. 15), in Gottes Heilsgeschichte einzusteigen.

Deshalb sollen die Heiden nicht hochmütig auf Israel herabschauen, sondern Erfurcht vor Gott haben (V. 20).

Gottes Heilsgeschichte zielt auf die „Fülle der Heiden“ hin und auf „ganz Israel“ (V. 25-26). Beides sind Teilmengen, weil sich nicht alle Menschen retten lassen. „Ganz Israel“ ist die ganze Schar derer, die bei der Wiederkunft Christi Jesus als Messias endlich annehmen wird. Gott wird sich „aller“ = Menschen aus beiden Gruppen, Juden und Heiden, erbarmen (V. 32).

Den Abschluss bildet eine Doxologie (Verherrlichung) Gottes (V. 33-36), der durch eine jahrtausende lange Geschichte mit seinen Menschen zum Ziel kommt. Das bleibt ein großes Geheimnis, das man nicht bis ins Letzte erklären kann. Anbetung Gottes ist die angemessene Weise, darauf zu antworten!

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2. Samuel 20: Falsche Brüder

Joab hatte einen neuen Konkurrenten. Nach Abner, den er bereits ermordet hatte (2. Samuel 3), bestand für ihn nun die Gefahr, dass Amasa ihn eventuell ersetzen könnte. Auf eine sehr heimtückische Art und Weise beseitigt er nun auch diesen Mann, obwohl es sein Kampfgenosse war (2. Samuel 20).

Der Apostel Paulus erwähnt als eine besondere Herausforderung für seinen Dienst die „Gefahr unter falschen Brüdern“ (2. Korinther 11, 26). Das sind Menschen, die mit Dir im gemeinsamen Einsatz für die Sache Gottes stehen, dabei aber in Wirklichkeit vor allen Dingen ihre eigenen Ziele verfolgen. Und wenn andere Personen ihren privaten Absichten im Wege stehen, dann werden diese Leute ausgeschaltet. Und zwar nicht in einer offenen Auseinandersetzung, sondern sie geben vor, jemanden zu umarmen, und erdolchen ihn bei dieser Gelegenheit. Das sind solche „falschen Brüder“ wie der grausame Joab. Gott bewahre uns vor ihnen. Und Gott bewahre uns davor, solche „falschen Brüder“ zu werden.

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Jeremia 16: Wer bietet mehr?

Israel ist in negativer Hinsicht steigerungsfähig. Ihre Sünde übertrifft die frühere Schuld ihrer Väter (Jeremia 16, 12).

Aber Gott sei Dank ist er auch steigerungsfähig. Sein nachträgliches Erbarmen übertrifft sogar noch das Gnadenhandeln, das bisher als Grundlage der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk gegolten hatte (Jeremia 16, 14-15).

Gottes Liebe überbietet alles: „Ist die Sünde mächtig geworden. Dann ist seine Gnade noch mächtiger geworden!“ (Römer 5, 20).

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Römer 10: Welch ein langer Atem!

„Herr, wer glaubt unserm Predigen?“ Röm. 10,16

Mit persönlichen Schmerzen schreibt Paulus davon, dass Israel seine eigene Gerechtigkeit aufrichtet. Moses Maßstab wollte nie eigene Werkgerechtigkeit erzeugen, sondern Menschen zum Glauben erziehen, weil Gottes Maßstab unerreichbar war und ist. „Christus“ vom Himmel herab-, oder aus den Toten herauf „zu holen“ (V. 6-7) – ist ein Bild für menschliche Überheblichkeit und eigene Leistung. Glaubensgerechtigkeit empfängt Christus. Wer von Herzen glaubt und bekennt, wird gerettet.

Die logischen Kettenglieder (V. 14-15) zeigen auf, dass sich Menschen auf den Weg machen müssen, Menschen zu Gott zu rufen, auch Juden. Das aber ist zur Zeit ein mühseliges Unterfangen, weil Israel ein Volk ist, „das sich nichts sagen lässt und widerspricht“ (V. 21).

Das aber trifft nicht nur auf das Volk Israel zu, sondern auch auf Nichtjuden hier und heute. Welch einen langen Atem hat Gott in seiner Heilsgeschichte!!!

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2. Samuel 19: Ungerechtfertigte Trauer

Joab ist eine schillernde Persönlichkeit, die auch sehr viele erschreckende und grausame Züge trägt. Doch im Hinblick auf sein in 2. Samuel 19 berichtetes Auftreten gegenüber David hat er meine volle Sympathie.

David beweint lautstark und sehr öffentlichkeitswirksam seinen Sohn Absalom, der ihn verraten und bekämpft hat und der ihn bei einem Sieg, wie David ganz genau weiß, nicht geschont hätte.

Bei der Trauer um seinen intriganten und verlorenen Sohn übersieht und vernachlässigt David auf eine unverschämte und tief verletzende Weise die Männer, die ihm treu geblieben sind, ihr Leben für ihn eingesetzt haben und sowohl ihm als auch dem ganzen Volk Israel den Frieden erwirkt haben.

Wo beweinen wir Beziehungen, die in unserem Leben nicht (mehr) möglich sind und halten uns ungebührlich damit auf, während wir gleichzeitig undankbar und gleichgültig gegenüber den Menschen und Beziehungen sind, die Gott jetzt als Geschenk und Angebot in unser Leben stellt?

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Jeremia 15: Wer wird sich um dich kümmern?

Gott kündigt im Buch Jeremia immer wieder das Gericht für sein Volk an. In diesem Zusammenhang stellt er in Jeremia 15 aufrüttelnde Fragen, die es zu beantworten gilt: „Wer will sich denn deiner erbarmen, Jerusalem? Wer wird denn Mitleid mit dir haben? Wer wird denn kommen und fragen, ob es dir gut geht?“ (Jeremia 15, 5).

Die Antwort auf diese Frage nach den Freunden und Helfern in den Notlagen unseres Lebens, macht erkennbar, wo in unserem Leben der letzte Halt, der einzig uns verbleibende Trost im Leben und im Sterben ist! Wie lautet Deine Antwort auf diese Frage?

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Römer 9: Tragisch – aber nicht hoffnungslos

„Nicht alle sind Israeliten, die von Israel stammen.“ Röm. 9,6

In den nächsten 3 Kapiteln beschäftigt sich Paulus mit einem Problem, das er persönlich als Jude hat (V. 2) und das die Juden in Rom auch brennend interessiert: Gottes Heilsgeschichte mit seinem Volk Israel – angesichts der Tatsache, dass die Gemeinde Jesu sich mehr und mehr auf das Heidentum verlagerte. Heiden nahmen das Evangelium an, überall entstanden heidenchristliche Gemeinden – und die Juden, Gottes Volk im alten Bund, lehnten Christus zum größten Teil ab. Gibt es eine heilsgeschichtliche Zukunft für Israel?
Seine Gedankenschritte sind folgende:

  • Nicht alle Israelisten haben den Glauben Abrahams, nicht alle sind wahre Israeliten (V. 6-13)
  • Gottes Heislgeschichte kann man nur „verstehen“, wenn man das göttliche Prinzip von Erwählung akzeptiert (V. 14-29).
  • Wegen der Erwählung wird ein „Rest gerettet“ (V. 27)
  • Erwählung verneint nicht Entscheidung. Viele Juden haben sich gegenwärtig falsch entschieden (V. 30-33) weil sie die pädagogische Zielsetzung des Gesetzes zur eigenen Werkgerechtigkeit missbraucht haben (V. 32).

Das alles ist tragisch – aber nicht hoffnungslos!

 

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2. Samuel 18: Absaloms Tod

Das Ende des intriganten und machtbesessenen Absaloms wird in 2. Samuel 18 beschrieben.

Die Art seines Todes entspricht vielleicht seiner Persönlichkeit. Das lange und volle Haar, ein Schönheitsmerkmal und äußeres Zeichen für Männlichkeit, wird ihm zum Verhängnis. Ohnmächtig zappelnd wird er zu einer leichten Beute seiner Gegner.

Von seinem Vater David wurde dieses Ende befürchtet und zu verhindern gesucht. Aber der Tod Absaloms stellte eine unausweichliche Konsequenz dar und wurde unter anderem auch darum von Joab vollzogen. Denn ohne die endgültige Beseitigung des Gegenkönigs ist kein dauerhafter Friede möglich.

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Jeremia 14: Woran geht die Kirche zugrunde?

Der fürbittende Prophet Jeremia versucht mildernde Umstände für das ungehorsame Volk Israel zu erwirken, indem er Gott gegenüber auf die Irreführungen durch die Priester und Propheten hinweist. Darum lässt sich das Volk nicht korrigieren.

Gott antwortet in Jeremia 14 auf diesen Verteidigungsversuch damit, dass die religiösen Instanzen der Menschen nicht von ihm beauftragt worden sind: „Diese Propheten weissagen Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, ihnen nichts befohlen und nichts zu ihnen geredet. Sie weissagen euch Lügengesichte und Wahrsagerei, Hirngespinste und Einbildungen ihres eigenen Herzens.“ (Jeremia 14, 14)

Das ist eine erschütternde Bestätigung der Feststellung von Hermann Bezzel: „Die Kirche geht nicht zugrunde an ihren Sünden, sondern an ihren unberufenen Dienern.“

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