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Klagelieder 5: Verzweifelt und zutraulich

Das Volk Israel zählt alle Wunden auf, die Gott ihm geschlagen hat und aus denen es blutet (Klagelieder 5). Diese Auflistung ist eingerahmt von dem wiederholten Ruf zu Gott: „Denke an uns!“.

Diese Bitte, dass Gott seine Leute, die er richtet, nicht ganz vergisst, greift das Anliegen des Propheten Jeremia auf, das sich durch sein ganzes Wirken zieht. Der Auslöser des Gerichts ist auch gleichzeitig der Ausgangspunkt für die Hilfe. Der Glaube führt nicht nur alle Erfahrungen in letzter Konsequenz auf Gott zurück, sondern macht Gott auch zum Adressaten für jede Bitte um Hilfe (Klagelieder 5, 21). Aus diesem Bewusstsein heraus entsteht ein verzweifeltes und zugleich zutrauliches Gebet zu Gott, wie wir es in diesem Text finden.

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Galater 1: Der Eiferer

„Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe?“ Gal. 1,10

Wenn wir Paulus im 2. Korintherbrief schon kennengelernt haben als eifernder „Narr“, der sich ins Zeug legt für seine Gemeinden, dass sie nicht in seiner Abwesenheit von Irrlehrern verführt werden, so lernen wir ihn hier im Galaterbrief noch einmal zugespitzter kennen.

Paulus hatte die Gemeinden in Galatien auf der 1. und 3. Missionsreise gegründet und besucht (Apo. 16,6 und 18,23) und erfuhr nun – wahrscheinlich in seiner Zeit in Ephesus – dass sich die Galater von judaistischen Lehrern hatten umdrehen lassen – zu einem judaistischen Evangelium: Christen müssen erst Juden werden und sich beschneiden lassen, um richtige Christen sein zu können!

Das bringt ihn richtig in Rage! Der Galaterbrief ist der einzige, in dem im Briefeingang (Gal. 1) kein Wort des Lobes oder Dankes oder ein Aufruf zur Fürbitte wäre. Zwei Mal verflucht er die Verführer (V. 8 und 9). Sehr deutlich betont er seine Autorität als Apostel, der seine Vollmacht allein von Christus hat, dem sich Christus persönlich offenbart hat.

Der Galaterbrief ist auch heute hoch aktuell. Er hilft der Gemeinde Jesu sich von Gesetzlichkeit, vom Ritualismus und allem äußerlichen Formenwesen immer neu zu befreien. Luther hat daraus seine größte Durchschlagskraft erhalten. Es war sein Lieblingsbrief.

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Ich habe von Jugend auf gern die Bibel gelesen; am liebsten aber lese ich im Sankt Johannes. In ihm ist so etwas ganz Wunderbares… so etwas Schwermütiges und Ahnungsvolles, dass man nicht satt werden kann. So ist mir immer beim Lesen im Johannes, als ob ich ihn beim letzten Abendmahl an der Brust meines Meisters sehe.

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Ich habe das Neue Testament nach meinem besten Vermögen und Gewissen übersetzt. Ich habe auch niemanden gezwungen, dass er’s lese, sondern es jedem freigelassen. Ich habe allein denen damit dienen wollen, die es nicht besser machen können. Es ist niemandem verboten, es besser zu machen. Wer es nicht lesen will, der lasse es liegen.