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Psalm 119, 113-176: Verändernde Kraft

Die Wirkungsgeschichte der Bibel in kultureller und ethischer Hinsicht ist sehr bemerkenswert. Sowohl in Bezug auf die Situation ganzer Gesellschaften als auch im Hinblick auf individuelle Lebensentwürfe. Psalm 119 beschreibt nicht nur an vielen Stellen die Auswirkungen von Gottes Wort in unserem Denken und Verhalten, sondern der Psalmist erbittet die verändernde und bewahrende Wirkung von Gott in seinem Leben: „Mache meine Schritte fest durch dein Wort und lass kein Unrecht über mich herrschen.“ (Psalm 119, 133).

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Markus 11, 20-33: Jesus räumt auf

„Habt Glauben an Gott!“ Mk. 11,22

Die Vollmacht Jesu gegenüber dem über Nacht verdorreten Feigenbaum gibt ihm Anlass seinen Jüngern etwas zum Thema Vollmacht zu sagen. Er verheißt ihnen Vollmacht im Gebet. Gott wird ihre Gebete erhören. Markus fügt noch einen Satz Jesu hinzu, den Matthäus nicht berichtet: Vollmacht im Gebet hängt auch von der Bereitschaft ab, jemandem zu vergeben, gegen den man etwas hat (V. 25).

Mit einem Groll im Herzen kann man nicht vor Gott kommen und so tun, als ob nichts wäre. Man muss den Groll loslassen. Tempelreinigung und Herzensreinigung gehören zusammen.

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4Mose 24: Segen statt Fluch

Bileam unternimmt in 4Mose 24 einen letzten Versuch, Israel gegen den Willen Gottes zu schädigen. Dabei muss er erleben, dass seine destruktiven Unternehmungen zu einer Steigerung von Gottes Solidarität mit seinem Volk führt: Gott verflucht es nicht (4Mose 23, 8). Er segnet es stattdessen (4Mose 23, 20). Und nun werden sogar die verflucht, die Israel verfluchen wollen (4Mose 24, 9). Gott hat das für Israel vorgesehene Böse in etwas für sie Gutes verkehrt. Das ist ein Sachverhalt, auf den in der Bibel mehrfach zurückgegriffen wird (5Mose 23, 6; Josua 24, 10; Nehemia 13, 2) und der Gottes Möglichkeiten und seine grundsätzliche Absicht mit uns zeigt (Römer 8, 28).

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Psalm 119, 57-112: Gott kümmert sein Reden von gestern

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Die Haltbarkeitsfristen des „menschlichen Geschwätzes“ (K. Adenauer) in Politik, Wissenschaft und Kultur reduzieren sich immer mehr. Der Verfasser von Psalm 119 ist unter anderem deswegen so begeistert von Gottes Wort, weil es im Gegensatz zu allen anderen Sparten und Elementen des Lebens von bleibender, nämlich ewiger Dauer ist: „Ich habe gesehen, dass alles ein Ende hat, aber dein Gebot bleibt ewig bestehen.“ (Psalm 119, 96).

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Markus 11, 1-19: Betriebsblind

„… und er besah ringsum alles…“ Mk. 11,11

Markus berichtet, dass Jesus als der vom Volk erwartete und ausgerufene Sohn Davids, als Messias in Jerusalem einreitet und als erstes in den Temepel geht. Dort besah er ringsum alles (V. 11). Was er dort sah, muss ihn erschüttert haben. Denn am nächsten Tag, nachdem sie in Bethanien übernachtet hatten, kam er zurück und bezeichnet das Treiben im Tempel als „Räuberhöhle“ (V. 17). Das Bethaus für alle Völker (Jes. 56,7) war durch das Volk Gottes zur Räuberhöhle geworden.

Das sah bis dahin niemand so. Die Hohenpriester und Schriftgelehrten nicht (V. 18) und das Volk, das dort zum Opfern kam, auch nicht. Wie „betriebsblind“ waren sie geworden? Wie betriebsblind sind wir…?

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4Mose 23: Unbestechlich und treu

Trotz gegenteiliger klarer Anweisung Gottes unternimmt Bileam insgesamt 3mal den Versuch, das Volk Israel zu verfluchen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird in 4Mose 23 ein erheblicher Materialaufwand geleistet (4Mose 23, 1), ein mehrfacher Ortswechsel durchgeführt (4Mose 23, 13.26) und zuletzt die Methode verändert. Aber Gott verflucht sein Volk nicht (4Mose 23, 8), sondern er segnet es (4Mose 23, 20). Wahrsager wie Bileam mögen käuflich sein. Aber Gott lässt sich durch nichts und niemanden von seinen Zusagen abbringen (4Mose 23, 19).

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Psalm 119, 1-56: Sehnsucht nach außerirdischem Zuspruch

Jeder Satz in Psalm 119 nimmt Bezug auf das Reden Gottes durch sein schriftlich überliefertes Wort. Die besondere Bedeutung von Gottes Wort für unser menschliches Leben wird hervorgehoben, indem in einigen Aussagen der Beschreibung der irdischen Lebenssituation die Wirkung von Gottes Wort gegenüber gestellt wird: Weil wir nur „Gast auf Erden sind“, darum soll Gott „seine Gebote nicht verbergen“ (Psalm 119, 19). Sondern gerade weil „die Seele am Staube klebt“, sehnt sich der Beter nach dem übernatürlichen Charakter von Gottes Wort, nämlich dass Gott ihn „erquickt nach seinem Wort“ (Psalm 119, 25; Matthäus 4, 4).

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Matthäus 23, 13-39: Der Löwe von Juda

„… die ihr der Witwen Häuser fresst und verrichtet zum Schein lange Gebete!“ Mt. 23,14

Jesus nimmt – um der der Wahrheit und der Menschen willen – kein Blatt vor den Mund: Das 8-fache „Wehe“ über die Pharisäer schließt seine Auseinandersetzung mit ihnen ab. Nie hatte einer deutlicher den Schleier der Heuchelei herabgerissen. Ein heiliger Zorn erfaßt Jesus – so hatte er den Tempel gereinigt – so wird er einmal Gericht halten über alle Ungerechtigkeit und versteckte und offene Grausamkeit dieser Welt. Jesus war sanftmütig, aber er konnte auch zornig sein.
Dabei blutete ihm sein Herz. Welch ein Schmerz spricht aus der Klage über Jerusalem… (V. 37).

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4Mose 22: Korrupter Prophet wird tierisch genervt

Balak, der Moabiterkönig, möchte das Volk Israel mit Hilfe des Sehers Bileam verfluchen und schädigen (4Mose 22). Bileam wird jedoch von Gott verboten, etwas gegen das Volk Israel zu unternehmen (4Mose 22, 12-13). Als das Angebot von der Gegenseite erhöht wird (4Mose 22, 14-17), lässt sich Bileam trotzdem auf einen korrupten Deal ein. Der Prophet, der mit Gott in Kontakt stand und auf eine besondere Weise bevollmächtigt war, sinkt auf ein trauriges Niveau. Seine Eselin entwickelt mehr Scharfblick und Gespür für Gottes Gegenwart und seinen Willen als ihr Besitzer (4Mose 22, 21-34). Auf diese Weise wird der große Prophet von Gott durch ein Tier korrigiert und gewarnt (2. Petrus 2, 15-16).

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Psalm 117-118: Glaube am Morgen

Was tust Du, bevor Du aufstehst? Wie begrüßt Du den Tag? Die ersten bewusst gefassten Gedanken und formulierten Worte sind Ausdruck der inneren Einstellung.

In Psalm 118 wird uns ein Vorschlag gemacht, wie der Urschrei des Glaubens am Morgen lauten kann. Sehr oft klammere ich mich gedanklich beim Erwachen an dieses Gebet und nehme es für mein kleines Leben in Anspruch: „Auch diesen Tag hat Gott gemacht. Wir wollen uns freuen und fröhlich sein in ihm. Ach, Herr, hilf! Ach, Herr, lass es gut gelingen!“ (Psalm 118, 24-25).

Wenn ich beim Erwachen in dieser Weise die Verbindung zu Jesus aufnehme, mache ich mir bewusst, dass jeder Tag von Gott kommt. Das prägt meine Einstellung: Ich darf mit Erwartung in diesen Tag gehen! Jesus verfolgt auch heute eine Absicht! Er führt mir heute Menschen zu und stellt mich in Angelegenheiten hinein! Er hat ein Programm mit mir vor! Heute bieten sich mir verschiedene Gelegenheiten…

Und an diese Erweiterung meines Erwartungshorizontes knüpft sich die nüchterne Bitte um Beistand: „Ach, Herr, hilf!“. Ich bin schwach und elend. Das ist wohl wahr. Wann spüre ich das deutlicher als am Morgen! Aber diese morgendumpfe Selbsteinschätzung darf ich verarbeiten in dem Ruf um Hilfe.

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