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Hesekiel 45: Fürstlich!

Der Italiener Niccoló Machiavelli hat 1513 das Buch „Der Fürst“ verfasst, in dem er Ratschläge gibt, wie am effektivsten Machtpolitik ausgeübt wird. Das Werk beschreibt geschickte Techniken, wie man sich durchsetzt. Es geht nicht um Moral oder um Ethik oder um das allgemeine Recht, sondern nur um die Frage, wie ich mich behaupten und meine Interessen verwirklichen kann.

Wenn in Hesekiel 45, 8-9 von den „Fürsten“ die Rede ist, dann geht es Gott um die klare Ablehnung von Willkürherrschaft und um die Leitungsaufgabe, die das Adjektiv „fürstlich“ wirklich verdient!

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2Timotheus 1: Letzte Worte eines großen Mannes

„… mich verlangt, dich zu sehen…“ 2Tim. 1,4

Dies ist nun der letzte Brief des Paulus. Manche nehmen an, dass er nach seiner ersten Gefangenschaft in Rom nochmals frei kam und zu Timotheus nach Ephseus reiste. Dort organisierte sich der beginnende Kaiserkult um Nero – der Kaiser als Gottheit. Möglicherweise kam es dort zu einem schärferen Konflikt des Paulus mit der römischen Staatsmacht, als wegen seiner Anschuldigungen aus Jerusalem. Das würde erklären, dass sich frühere Mitarbeiter aus Asien von Paulus abgewandt hatten, weil es ihnen zu gefährlich wurde (V. 15).

Zurück in Rom – diesmal nicht nicht offenem Vollzug, sondern in Gefängnissen, in denen man ihn suchen musste – fand ihn Onesiphorus und „erquickte“ ihn „oft“ durch seine Besuche (V. 16-17). Hier schreibt Paulus, seinen Tod vor Augen (K. 4,6), seinen letzten Brief an seinen besten Freund Timotheus. Ein Abschiedsbrief. Letzte Worte eines großen Mannes. Er erinnert sich zurück, wie er Timotheus kennen gelernt hatte und was ihn zutiefst mit ihm verband. Es verlangt ihn, ihn zu sehen – bewegende Worte!

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1. Chronik 25: Was ist geistliche Musik?

Bei der Auswahl der Musiker für den Tempeldienst handelt es sich um Personen, die sowohl „prophetische Männer“ sind als auch bestimmte Musikinstrumente wie „Harfen, Psalter und Zimbeln“ spielen können (1. Chronik 25, 1). Ihre geistliche Kompetenz verbindet sich mit ihrer künstlerischen Begabung: Jesus im Herzen und Musik im Blut macht einen geistlichen Musiker.

Das bedeutet auch, dass es sich nicht um eine bestimmte Musikrichtung handelt, die „geistlich“ ist. Ob unser Leben „geistlich“ ist, hängt nicht davon ab, was wir tun, sondern mit welcher Herzenshaltung wir es tun (Kolosser 3, 17).

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Hesekiel 44: Zugang nur für Personal

Der Zugang zum Tempel wird reglementiert. Nicht alle konnten beliebig an jeden Ort. Sondern es gab Bereiche, in die nur das „Personal“ Zugang hatte. Das waren die Priester und Leviten, die zum Dienst im Tempel beauftragt waren (Hesekiel 44, 5).

Gott kritisiert allerdings nicht nur, dass ganz Fremde in den Tempel gelassen wurden (Hesekiel 44, 7). Zu den Menschen, denen er den Zutritt in seine unmittelbar Gegenwart verweigert, gehören auch Menschen, die zwar formal zum Personal, d. h. zum Priesterstand gehören, die aber in ihrem Herzen unbeeindruckt geblieben sind und sich in ihrem Leben gegen Gott stellten.

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1Timotheus 6: Paulus – mitten im Leben!

„Kämpfe den guten Kampf des Glaubens!“ 1Tim. 6,12

Ein weiteres Thema in der Gemeinde war der Umgang mit Armut und Reichtum.

  • Die Ärmsten, die Sklaven, sollten sich als Christen beweisen und ihre Herren achten! (V. 1-2) (Paulus hatte nicht die Aufgabe, das Sklavenproblem zu lösen. Es musste vom biblischen Menschenbild her gelöst werden und es wurde gelöst durch Christen wie Wilberforce Anfang des 18. Jh.)
  • Die Leiter der Gemeinde sollten aufpassen, dass sie nicht habsüchtig werden und sich nicht durch ihren Dienst bereichern, ihn nicht als „Gewerbe“ betrachten. (V. 6-8)
  • Die Reichen sollten nicht stolz sein, sondern ihren Reichtum einsetzen, den Armen Gutes zu tun. (V. 17-18)

Paulus – mitten im Leben! Ein Menschenkenner, ein Gotteskenner, ein mutiger Mahner.

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1. Chronik 24: Dienstverpflichtet

Wer Gott dienen will, muss sich in dieser Welt einbinden lassen in eine Organisationsstruktur, die es ermöglicht, dass seine Gaben und Kompetenzen zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle eingesetzt werden können.

So waren die Priester im AT trotz ihrer hohen geistlichen Autorität keine autonomen Selbständigen, die sich aufgrund ihrer Bedeutung auch ganz individuell selbst managen konnten. Priester ließen sich in Abteilungen einordnen und leisteten nach fest gelegten Dienstplänen ihre Arbeit (1. Chronik 24). Auf diese Weise war ihr Dienst berechenbar und sie haben gleichmäßig für die Gesamtheit gesorgt (1. Korinther 12, 25).

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Hesekiel 42-43: Jesus in my house!

Der prächtigste Palast und das großartigste Zukunftsgebäude wären sinnlos, wenn sie unbewohnt blieben. Der Tempel von dem auch in Hesekiel 42 und 43 die Rede ist, wird von Gott erneut „heimgesucht“ (Hesekiel 43, 1-2). Diesmal jedoch nicht, um Gericht zu halten (Hesekiel 43, 3), sondern um dort seine Heimat für immer zu finden (Hesekiel 43, 7). Dieser Bewohner macht den eigentlichen Wert aus. Darum ist diese Zukunftsplanung eine Verheißung, auch wenn wir heute noch nicht alle von Hesekiel verwendeten Bilder nachvollziehen können.

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1Timotheus 5: Leben braucht Ordnung!

„Ehre die Witwen..“ 1Tim. 5,3

Zu einem guten Gemeindeleben gehört auch, dass gute Strukturen geschaffen werden.

  • Witwen, die Kinder und Enkel haben, sollen von diesen versorgt werden (V. 8)
  • Junge Witwen sollten wieder heiraten und erneut ein gutes Beispiel christlicher Familie geben. (V. 14)
  • Alte Witwen wurden in einer Art Witwendienst „ausgewählt“, in einer Liste eingeschrieben und von der Gemeinde versorgt – wenn sie keine eigene Familie hatten. Diese taten einen wichtigen Dienst für die Gemeinde: Seelsorge an Frauen (jungen wie alten). (V. 9)
  • Älteste sollten für ihren Dienst in der Gemeinde finanziell unterstützt werden und eine gewisse Immunität gegen leichtfertige Anklagen haben. Offene Verfehlungen von Leitern sollten offen korrigiert werden, damit sie nicht zu Verunsicherung führen. (V. 17-19)

Geistliches Leben nüchtern und praktisch gestaltet!

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1. Chronik 23: Dienst nach Vorschrift

In 1. Chronik 23 wird angekündigt, dass sich im neu erbauten Tempel auch der Dienst der Leviten und Priester in der äußeren Art und Weise leicht verändern kann  (1. Chronik 23, 26). Aber die wesentlichen, das sind die inhaltlichen Anliegen, bleiben dieselben. Zu diesem unverlierbaren Charakter eines priesterlichen Lebens gehörte damals und gehört heute eine Bereitschaft zum Loben und Danken, die unseren ganzen Alltag umschließt (1. Chronik 23, 30).

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Hesekiel 41: Maßarbeit

Bei der Beschreibung der zukünftigen Welt Gottes, die von Hesekiel in der Architektur des Tempels dargestellt wird (u. a. Hesekiel 41), fällt auf, dass alle Gebäudeelemente ganz genau vermessen und in ihren Ausdehnungen und Größenordnungen dokumentiert werden.

Auch wenn sich trotz dieser schriftlichen Darstellung die zukünftige Form des Reiches Gottes unserer Vorstellungskraft entzieht, handelt es sich aus Gottes Perspektive um eine Planung, die er mit Liebe zum Detail umsetzen wird. Gott leistet Maßarbeit.

Bei Versuchen, diese Maßangaben in einer Art Bauskizze zu erfassen, wird optisch erkennbar, dass es sich um ein Gebäude von ausgesprochener Symmetrie und gut auf einander abgestimmter architektonischer Choreographie handelt. Gottes neue Welt ist ein Kunstwerk.