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Micha 6: Wir wissen, was gut ist!

Es gibt bestimmt ethische Fragestellungen, die sehr komplex sind und deren Beantwortung nicht einfach ist. Aber bei aller Wertschätzung für eine hoch differenzierte Betrachtungsweise von Ethik und Moral, entsteht in unserer Gesellschaft oft der Eindruck, dass die Unterscheidung von Gut und Böse eine Geheimlehre darstellt, die nur für Spezialisten zugänglich ist oder vollkommen unterschiedlich ausfallen kann.

Gott stellt sich gegen eine Problematisierung der Frage, was gut ist und was Gott von uns erwartet. Denn er hat ein Grundwissen in uns Menschen hinein gelegt, das von einer großen Eindeutigkeit ist und jedem Menschen zur Orientierung dienen kann (Micha 6, 8). Damit können wir anfangen und werden feststellen, dass Gott uns dann auch Schritt für Schritt weiterführt.

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Judasbrief: Hilfe für Zweifelnde

„… dem einen Gott, dem Retter durch Jesus Christus, unserem Herrn, sei Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.“ Jud. 25

Der Judasbrief stammt von dem leiblichen Bruder Jesu (Mt. 13,55). Er war also auch ein Bruder des Jakobus, dem späteren Gemeindeleiter in Jerusalem (V. 1). Er diente der Gemeinde in Jerusalem wahrscheinlich als Reiseprediger oder Missionar. Da er bei den Lesern eine große Kenntnis des AT voraussetzte, schrieb er wahrscheinlich an Gemeinden mit überwiegend jüdischem Anteil – ca. um das Jahr 66 – 68, da die Zerstörung Jerusalems (70) noch nicht erwähnt ist und da Petrus den Brief wohl kannte (große Ähnlichkeiten). Er erwähnt zwei jüdisch apokryphe Schriften, die „Himmelfahrt Mose“ (V. 9) und das „Henochbuch“ (V. 14), die im Judentum bekannt waren.

Judas beschreibt das Gericht Gottes über die Irrlehrer anhand der Gerichte über Gottlose aus dem AT (Sodom, Bileam, Korah…). Bezeichnender Weise richten die Irrlehrer Spaltungen an (V. 19)! Im Gegensatz dazu spricht er die Gläubigen an: „Ihr aber, meine Lieben…“ (V. 17 und 20). Sie sollen

  • sich der Zweifelnden annehmen
  • und der offen in Sünde Gefallenen
  • und sich gleichzeitig selber bewahren, als solche,
  • die von Gott bewahrt werden.

Wichtige seelsorgerliche Hinweise -auch für uns!

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Esra 8: „Öffentliche Hand“ oder „Gottes Hand“

Unsere Gesellschaft funktioniert nach dem Subsidiaritätsprinzip. Das bedeutet, die öffentliche Hand greift erst dann ein, wenn der Einzelne oder eine gesellschaftliche Gruppe in ihrer Selbstbestimmung den sie betreffenden Herausforderungen nicht mehr gewachsen ist.

Esra hatte gegenüber der „öffentlichen Hand“ in seiner Zeit bezeugt, dass er nach seinen bisherigen Erfahrungen (Esra 8, 18) auch mit seinem aktuellen Projekt unter dem Schutz der „Hand Gottes“ steht (Esra 8, 22).

Aus diesem Grunde schämte er sich nun, von der Politik den militärischen Geleitschutz für die Reise nach Jerusalem zu erbitten, sondern Esra demütigt sich vor Gott und bittet ausschließlich ihn um seine Hilfe (Esra 8, 21) und wird erhört (Esra 8, 31).

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Micha 5: Programmatischer Austragungsort

Bethlehem ist ein kleiner Ort, aber von weltgeschichtlicher Bedeutung, denn in Micha 5, 1 wird angekündigt, dass aus dieser sehr kleinen Ortschaft in Juda „der kommen soll, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist…“.

Die Auswahl von Bethlehem als Austragungsort für die Geburt des Retters ist programmatisch für das, was Gott durch die Sendung seines Sohnes in diese Welt verfolgte:

  1. Gott sieht und liebt das Kleine: Wer Bethlehem nicht übersieht, hat einen Blick für die Details!
  2. Gott gebraucht das Kleine: z. B. den kleinen Ort Bethlehem, die unscheinbare Maria, die primitiven Hirten, Dich und mich!
  3. Gott wurde klein: In Jesus Christus wurde Gott großartig klein, um uns groß zu machen (Lukas 1, 48-49).
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3Johannesbrief: Dienende Leiterschaft

„Ich habe keine größere Freude als die, dass ich höre, wie meine Kinder in der Wahrheit leben.“ 3Joh. 4

Der 3. Brief gibt einen weiteren Einblick in die Gemeinden des 1. Jahrhunderts: Reisende Prediger sollten aufgenommen, finanziert (V. 7) und weiter empfohlen (V. 6) werden, wenn sie apostolische Lehre weitergaben – im Unterschied zu reisenden Irrlehrern, die nicht aufgenommen werden sollten (siehe 1. Johannesbrief). Die Unterscheidung zwischen beiden war nicht immer einfach. Deshalb waren Empfehlungsschreiben wichtig.

Und es gab das Problem herrschsüchtiger Gemeindeleiter (V. 9). Dienende Leiterschaft ist eine hohe Kunst. Echte Diener, dienende Leiter – wie Jesus einer war – und nicht „dienende“ Herrscher, wie es sie in der Kirchengeschichte immer wieder gegeben hat, sind in der Gemeinde sehr nötig!

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Esra 7: Ein wirklich brauchbarer Theologe

Der Statthalter Serubabel bekommt Unterstützung in Gestalt des Theologen Esra (Esra 7). Dieser Esra stand nicht nur unter dem Schutz des persischen Herrschers, sondern seine besondere Wirksamkeit wird immer wieder darauf zurückgeführt, dass „die Hand des Herrn, seines Gottes über ihm war“ (Esra 7, 6.9.28).

Gleichzeitig finden wir in der Person Esras konkret beschrieben, was einen theologischen Lehrer und Leiter in positiver Weise ausmachen sollte: „Denn Esra richtete sein Herz darauf,

  • das Gesetz des Herrn zu erforschen
  • und danach zu tun
  • und Gebote und Rechte in Israel zu lehren.“ (Esra 7, 10)
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Micha 4: Die langfristige Perspektive

Um Orientierung zu behalten in den Wechselfällen und Überraschungen des Lebens, benötigen wir einen Zielpunkt, der außerhalb der aktuellen Tagesereignisse liegt und auf den wir ausgerichtet sind.

Diesen Zielpunkt zeigt der Prophet Micha in seinem 4. Kapitel auf. Das strafende Gericht Gottes ist unausweichlicher Bestandteil des bevorstehenden Geschichtsverlaufs (Micha 4, 14). Aber durch diese vorübergehenden Vorgänge wird nicht Gottes eigentliches und endgültiges Ziel in Frage gestellt: das ewige Friedensreich.

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2Johannesbrief: Wahrheit und Liebe

„Wer weitergeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht..“ 2Joh. 9

Der 2. und 3. Johannesbrief sind sehr ähnlich – sie sind an zwei Privatpersonen geschrieben. Die meisten Ausleger lehnen es ab, in der Anrede „Herrin“ eine symbolische Benennung für eine Gemeinde zu sehen. Es geht im 2. Johannesbrief wieder um die Warnung vor „Verführern“ (V. 7), die als Prediger kommen und sich in die Gemeinden einschleichen und Jesus als Menschensohn ablehnen. Diese sollen nicht einmal gegrüßt werden – also Gastfreundschaft soll ihnen versagt werden, weil dadurch schon eine Brücke in die Gemeinde geschlagen wird und ihre Irrlehre Fuß fassen kann.

Der Kampf gegen die Irrlehrer spielte also gegen Ende des 1. Jahrhunderts schon eine wichtige Rolle. Genauso wichtig ist die Balance zwischen Wahrheit und Liebe (V. 4-5), ein Thema, das die Christenheit bis zur Wiederkunft Jesu beschäftigen wird!

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Esra 6: Segen der Dokumentation

Wie eine rettende Flaschenpost gelangt das ursprüngliche und für das jüdische Volk wohlwollende Edikt des persischen Königs Kyros in die Hände des gegenwärtigen persischen Machthabers und wird für ihn zum Maßstab für das politische Handeln (Esra 6, 1-2).

Die Voraussetzung für einen solchen Segen ist jedoch, dass wir die Vorgänge schriftlich erfassen und so aufbewahren, dass sie bei Bedarf wiedergefunden und in Erinnerung gebracht werden können. Das gilt sowohl für die Geschichtsabläufe in einer Glaubensgemeinschaft oder Gesellschaft (z. B. Chronik) genauso wie für die Entwicklungen im ganz privaten Leben (z. B. Tagebuch).

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Micha 3: Prophetie als Wunschkonzert

Die leitenden Persönlichkeiten Israels sind moralisch fragwürdig (Micha 3, 10), denn sie nutzen ihre Stellung und damit das Volk für ihren Zweck aus (Micha 3, 2-3).

Die Propheten Gottes sind käuflich geworden (Micha 3, 11) und machen den Inhalt ihrer Mitteilungen abhängig von den Lohn (Micha 3, 5).

Auf diese Weise prostituieren sich die Propheten und verlieren ihre göttliche Autorität. Sie funktionieren nur noch nach der „goldenen Regel“: Wer das Gold hat, bestimmt die Regel.

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