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2. Chronik 26: Hoch- und Tiefbau

Der neue König Usija baute „Türme und Brunnen“ (2. Chronik 26, 10). Mit dem einen verbesserte er die Wehrfähigkeit des Staates Juda und mit dem anderen sicherte er den Zugang zur Wasserquelle. Das sind zwei Existenzfragen, auf die nicht nur ein Herrscher für sein Land, sondern jeder Mensch für sein persönliches Leben achten muss.

Bei Usija kam jedoch das Verhältnis von Hoch- und Tiefbau aus dem Gleichgewicht. Denn es wuchs bei ihm nicht nur die Fähigkeit zur Selbstbehauptung, sondern auch sein Stolz. Und zwar in einem solchen Maße, dass er meinte, auf Gott verzichten zu können (2. Chronik 26, 16). Das hatte tragische Folgen.

So gibt es viele Menschen, die Ihr Lebenshaus sehr hoch bauen, aber nicht ausreichend tief verwurzeln, weil sie gleichzeitig den Zugang zur Quelle des Lebens vernachlässigen.

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Joel 1: Invasion von Insekten

Ein unvergleichlicher und unaufhaltbarer Einmarsch wird in Joel 1 beschrieben. Es handelt sich um den Überfall durch Raupen, Heuschrecken, Käfer und andere Insekten, die nichts mehr übrig lassen.

Gleichzeitig ist diese „Verwüstung vom Herrn“ (Joel 1, 15) nicht nur eine Beschreibung des gegenwärtigen Gerichts, sondern auch eine bildhafte Ankündigung für die zukünftige Invasion von feindlichen Heeren.

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Jakobus 3: Gute Worte

„Wer ist weise und klug unter Euch?“ Jak. 3,13

In den christlichen Gemeinden und den Judenchristen, die Jakobus vor allem vor Augen hat, gab es auch damals schon Streit und Zank (Gemeinde besteht aus Sündern!, gerechtfertigten) (V. 14). Jakobus ermahnt seine Brüder und Schwestern in Kap. 3 in diese Richtung: Gottes Weisheit ist „… friedsam, gelinde, lässt sich etwas sagen…“ (V. 17).

In diesem Zusammenhang spielen unsere Worte eine wichtige Rolle (Jakobus spricht von der „Zunge“). Drei Bilder illustrieren die Macht dieses kleinen Gliedes: Pferdezaum, Schiffsruder und ein kleines Feuer am Waldrand. Menschlich lässt es sich nicht zähmen (V. 8). Aber Gott kann uns reifen lassen (V. 2).

Möge uns Gott heute gute Worte schenken!

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2. Chronik 25: Halbherzig

Mit dem Adjektiv „halbherzig“ wird die Persönlichkeit des Königs Amazja beschrieben (2. Chronik 25, 2). Er lebte mit Gott und wird auch von ihm begleitet und gesegnet. Aber plötzlich und ohne eine auch nur annähernd nachvollziehbare Veranlassung öffnet er sein persönliches Leben und das Leben seines Volkes für die Verehrung fremder Götter (2. Chronik 25, 14-15). Die Folgen bleiben nicht aus und sind verheerend.

Ein halbes Herz in Liebes- und Glaubensdingen ist keine Fifty-fifty-Chance, sondern eine 100%ige Enttäuschung.

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Hosea 13-14: Tiefenrausch

Das ist der Begriff, der mir immer wieder einfällt, wenn ich in der Bibel auf die Beschreibung des menschlichen Verhaltens stoße (Hosea 13, 1-2). Obwohl wir die negativen Auswirkungen der Sünde zu spüren bekommen, treibt es uns immer weiter in diesen Strudel hinein.

Aber Gott kann uns ganz unten rausholen. Er kann uns aus dem „Totenreich erlösen“ (Hosea 13, 14).

Für den, der eingesehen hat, dass ihn die Sünde in die Tiefe zieht (Hosea 14, 2), ist das tröstliche Abschlusswort des Prophetenbuches Hosea ein Angebot zum Aufwachen und Auftauchen. Gott sagt: „Ich will ihre Abtrünnigkeit wieder heilen. Gerne will ich sie lieben. Mein Zorn soll sich von ihnen wenden!“ (Hosea 14, 5).

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Jakobus 2: Die gute Balance

„… die Teufel glauben’s auch und zittern…“ Jak. 2,19

Das Ansehn der Person war für die Judenchristen, die im römischen Reich Handel trieben und meist zu den Begüterten gehörten, eine echte Anfechtung. Den Reichen ehren, den Armen herunter setzen, so sollte es in der christlichen Gemeinde nicht sein. Christen sind Leute, die einmal vor Gott durch das „Gesetz der Freiheit“ (V. 12) gerichtet werden: Gerechtfertigt durch den Glauben an Jesus, den Willen Gottes, das Gute tun! (Jak. 2)

Glauben ohne Werke dagegen, offenbart einen „toten“ Glauben. Paulus „allein durch Glauben“ (Röm. 3,28) steht hier nicht gegen Jakobus „nicht durch Glauben allein“ (V. 24). Luther konnte in seinem Kampf gegen die katholische Werkgerechtigkeit mit diesen Versen nicht so viel anfangen. Sie stehen zwar wörtlich, nicht aber dem Sinn nach im Gegensatz zueinander. Wahrer Glaube, den Paulus betont, zeigt sich im Prinzip in den guten Werken, die Jakobus betont.

Wie kriegen wir in unserem christlichen Leben das immer wieder ausbalanciert?

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2. Chronik 24: Glaube in den „Wechseljahren“

Joasch war ein hervorragender König und geistlicher Leiter, solange Jojada, der dem Joasch das Leben gerettet und ihm den Königsthron ermöglicht hatte, als Berater an seiner Seite stand (2. Chronik 24, 2).

Als Jojada nicht mehr lebte, traten an seine Stelle ganz andere Einflüsse (2. Chronik 24, 17) und verkehrten seine Lebensausrichtung ins direkte Gegenteil. Bis dahin, dass Jojadas Sohn, der die Haltung seines Vaters repräsentierte, auf Befehl des Königs aus dem Weg geräumt wurde.

In einem bisher auf Gott ausgerichteten Leben kommt es aufgrund von nicht ganz nachvollziehbaren Gründen zum Seitenwechsel.

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Hosea 11-12: Wie würdest Du reagieren?

Wenn die dringend erforderliche Hilfe und Unterstützung für den anderen, die Du leistest, von diesem gar nicht bemerkt wird? (Hosea 11, 3)

Wenn die Menschen, für die Du Dich einsetzt, zu müde und gleichgültig sind, um Dir nur ein wenig Aufmerksamkeit entgegenzubringen? (Hosea 11, 7)

Wenn es sich bei Deinen hilfsbedürftigen Freunden um Leute handelt, die Dich als Dank für Dein Interesse notorisch belügen und immer wieder austricksen wollen? (Hosea 12, 1)

Ich kann nicht versprechen, dass meine menschliche Reaktion in einer solchen Situation nicht sehr hart und ablehnend ausfallen würde. Aber ich kann verweisen auf Gottes Reaktion in solchen Fällen. Sie besteht in einer glühenden Erklärung seiner Liebe und seiner Bereitschaft, um den anderen zu kämpfen (Hosea 11, 8-9). Denn Gott ist Gott und kein Mensch.

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Jakobus 1: Der Leiter der Urgemeinde spricht…!

„Alle gute Gabe … kommt von dem Vater des Lichts… „ Jak. 1,17

Der Jakobusbrief ist wahrscheinlich vor dem Apostelkonzil von Jakobus, dem ältesten Bruder Jesu, zwischen 44 und 50 in Jerusalem geschrieben und damit das früheste Schriftstück des NT. Er richtet sich an die Judenchristen in der Diaspora.  Jakobus war kein Apostel, aber nach einer Erscheinung des auferstandenen Jesus (1Kor. 15,7) kam er zum Glauben und wurde allmählich zum Leiter der jerusalemer Gemeinde, die hauptsächlich aus Judenchristen bestand.

Jakobus ist der Vertreter des frühen Judenchristentums. Die späteren Themen der heidenchristlichen Gemeinden und deren Auseinandersetzung mit heidnischen Lastern tauchen hier nicht auf. Jakobus, der erstaunlicher Weise neben dem Hebräerbrief das reinste Griechisch des NT schreibt, geht es um die praktische Umsetzung des Glaubens: Hören und Tun – Glaube und Werke – klassische Themen des Judentums! Nach altkirchlicher Überlieferung lag Jakobus stundenlang im Tempel betend auf den Knien. Er wurde durch ein Urteil des Hohenpriester Hannas 62 in Jerusalem gesteinigt.

Jakobus stärkt die Judenchristen im römischen Reich in ihren Anfechtungen. Gott prüft uns, aber Versuchung zum Bösen kommt nicht von ihm (V. 17) – ein wichtiger Unterschied! Und: Hören und Tun des Wortes gehören zusammen. Der Gottesdienst des Alltags liegt Jakobus am Herzen: die Schwachen besuchen und trösten (V. 27). Was hat uns der Leiter der Urgemeinde zu sagen? (Jak. 1)

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2. Chronik 22-23: Das kurze Leben eines Drachen

Wenn eine Frau den Titel „Drachen“ verdient, dann war es Atalja, deren Leben in 2. Chronik 22 und 23 im Zeitraffer beschrieben wird.

Sie stiftete ihren eigenen Sohn zur Gottlosigkeit an. Und als er starb, verfolgte und vernichtete sie alle königlichen Nachkommen, um sich die Macht anzueignen. Erst 6 Jahre danach gelang es einem mutigen Mann, das Volk zu einer entschlossen Auflehnung gegen diese unberechtigte Thronbesteigung zu veranlassen und wieder einen Nachkommen Davids zum König zu machen.