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Sprüche 16: Abweisung oder Wegweisung?

In Sprüche 16 wird an unterschiedlichen Stellen etwas zu unseren Lebenswegen gesagt. Besonders bekannt ist die Gegenüberstellung in Sprüche 16, 9: „Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber der Herr lenkt seinen Schritt.“

Viele empfinden diesen Satz als Ankündigung einer ständigen Enttäuschung nach dem Motto: „Der Mensch denkt, aber Gott lenkt.“ – Es kommt sowieso alles anders als Du Dir das vorstellst und wünschst.

Ich verstehe diese Aussage dagegen als befreiende und mich entkrampfende Verheißung. Denn ich darf Pläne machen und auf Ziele zugehen. Aber Gott wird verhindern, dass ich dabei in die Irre gehe. Und deswegen wird er mir nicht nur Türen öffnen, sondern sie auch verschließen. Er wird Umleitungsschilder aufstellen und mir an anderen Stellen dafür Abkürzungen zeigen. Ich soll verantwortlich planen, aber Gott wird mich bei allem bewahren. Aus diesem Grunde freue ich mich über diesen Bibelvers und halte mich im Übrigen an Sprüche 16, 3: „Befiehl dem Herrn deine Werke, so wird dein Vorhaben gelingen.“

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Matthäus 27, 1-26: Welchen wollt ihr? Jesus Barabbas!

„Sie zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an.“ Mt. 27,28

Matthäus betont im Verhör vor Pilatus besonders die Wahl des Volkes zwischen Jesus und Barabbas. Krasser geht der Kontrast nicht mehr. Sie ziehen einen Schwerverbrecher dem König der Wahrheit vor. Jesu Wahrheit und Liebe ist „schlimmer“, als die Gewaltverbrechen eines Mörders.

Matthäus betont auch das schlechte Gewissen des Pilatus. Pilatus wusste, dass die Motive der Juden unecht und böse waren (V. 18). Mitten in der Verhandlung erreicht ihn versteckt die Botschaft seiner Frau mit ihrem Albtraum über den „gerechten“ Jesus – ein schlechtes Omen für einen abergläubigen Heiden (V. 19). Der Prozess artet in einen Tumult aus – die Leute skandieren: „Kreuzige!“. Sie übernehmen die Verantwortung für Jesu Tod: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ (V. 25). Pilatus versucht sich selbst herauszuziehen. Er wäscht vor allen demonstrativ seine Hände. Er will unschuldig sein – kommt aber aus der Sache nicht heraus.

All diese Berichte zeigen: Jesus ist unschuldig. Er ist der einzig Gerechte. Menschen hassen ihn. Wer ihn nicht hören will, will ihn loswerden. Das alles zieht den Leser stark auf die Seite Jesu…

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5Mose 16: Je nachdem

Die Feste für das Volk Israel sollten zu festen Zeiten und an feststehenden Orten durchgeführt werden (5Mose 16). Hier gab es keine Beliebigkeit, weil eine Veränderung der Rahmenbedingungen auch eine Veränderung der Bedeutung nach sich gezogen hätte.

Die persönliche Spendenbereitschaft der gläubigen Israeliten dagegen blieb zwar nicht dem Zufall überlassen, aber sie blieb dem „freien Willen“ der Menschen überlassen. Sie sollten „geben je nachdem, wie dich der Herr, dein Gott, gesegnet hat“ (5Mose 16, 10). Hier erfolgen keine Vorgaben, sondern jeder sollte handeln entsprechend seiner eigenen Einschätzung: „Jeder mit dem, was er zu geben vermag, nach dem Segen, den dir der Herr, dein Gott, gegeben hat.“ (5Mose 16, 17).

Je nachdem wie Gott Dich gesegnet und Dir gegeben hat, sollst Du andere segnen und ihnen geben? Was meinst Du, wie sehr hat Gott Dich gesegnet?

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Sprüche 15: Seht, was kommt von innen raus!

Unsere innere Einstellung entscheidet mit darüber, ob ich nie einen guten Tag erlebe oder ob es für mich an jedem Tag ein kleines oder großes Fest gibt (Sprüche 15, 15).

Ein „fröhliches Herz“ bewirkt ein dementsprechendes äußeres Erscheinungsbild (Sprüche 15, 13). Und wenn ich mit einem „freundlichen Angesicht“ auf andere zugehe, erreiche ich damit ihr Herz (Sprüche 15, 30).

Darum: „Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.“ (Sprüche 4, 23).

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Johannes 19, 1-16: In der Zange

„Woher bist du?“ Joh. 19,9

Auffällig in dem Bericht des Johannes über die Verhandlung Jesu vor Pontius Pilatus ist, dass dieser mehrmals zwischen Prätorium (dem Amtssitz des römischen Statthalters, in den Jesus geführt wurde) und dem Vorplatz (auf dem die Anklageführer stehenblieben, weil sie vor Beginn des Passa nicht in ein heidnisches Haus treten wollten) hin und her pendelt. Pilatus war Prokurator von 26 bis 36 n.Chr. und direkt dem Kaiser unterstellt. Nach Zeitzeugen war er rücksichtslos hart und willkürlich. Er wurde 36 n. Chr wegen seiner Härte gegenüber den Samaritern von Rom seines Amtes enthoben.

Im Prozess Jesu macht er eine eher hilflose Figur. 7 Mal geht Pilatus hinein und heraus aus dem Prätorium. Das ist ein äußeres Bild für seine Zerrissenheit in diesem Verhör. Eigentlich findet er keine Schuld an Jesus, die für die Römer eines Todesurteils würdig wäre. Andererseits war Pilatus mit dem Hohenpriester Kaiphas befreundet und wollte die Juden nicht enttäuschen. Er versucht ihr Mitleid zu erzeugen, um sie umzustimmen. Er fürchtet sich vor Jesus, als er hört, dass Jesus als „Sohn Gottes“ vor ihm stehe. Bis zuletzt fragt er die Juden: „Soll ich euren König kreuzigen?“ – und er weiß, dass Jesus kein Revoluzzer ist. Seine Freundschaft zu Kaiphas und seine Angst vor dem Kaiser lassen ihn gegen sein Gewissen zur Verurteilung Jesu kommen.

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5Mose 15: Wer darf ein Loch in Dein Ohr machen?

Das ganze Kapitel 5Mose 15 spricht davon, dass man auf dem Hintergrund der eigenen Segenserfahrung anderen Menschen mit Großzügigkeit begegnen, Schulden erlassen, Arme unterstützen und Sklaven in die Freiheit entlassen soll.

Es gab jedoch die Situation, dass ein Sklave bewusst nicht verabschiedet werden wollte. Die Gründe dafür konnte die Liebe zu seinem bisherigen Herrn gewesen sein genauso wie die Feststellung, dass er in der Abhängigkeit von diesem Herrn eine Geborgenheit und Lebensqualität hatte, die er außerhalb dieser Abhängigkeit nicht erhalten hätte (5Mose 15, 16). Um die verbindliche Zuordnung einer solchen Person zu dem bisherigen Haushalt und zu den damit verbundenen Pflichten und Rechten zu dokumentieren, wurde deren Ohr an einem Türpfosten durchbohrt und vermutlich gekennzeichnet (5Mose 15, 17).

Wem gehört Deine Liebe? Wo bist Du so gut aufgehoben, dass Du Dich ganz bewusst in diese Abhängigkeit begibst? Denn irgendwohin gehört jeder von uns?

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Sprüche 14: Keine Humanität ohne Divinität

Von Dr. Gerhard Bergmann stammt die Aussage: „Humanität ohne Divinität wird zur Bestialität.“ – Diese Meinung vertritt auch Sprüche 14, weil hier die Gewalttätigkeit gegenüber dem schwachen und unterlegenen Nächsten als Verachtung gegenüber dem Schöpfer definiert wird, während Nächstenliebe als ein Ausdruck von Gottesfurcht gilt (Sprüche 14, 31). In unserer Gottesbeziehung liegt die Wurzel für die Respektlosigkeit anderen Mitmenschen gegenüber oder für Nächstenliebe. Wer den Schöpfer nicht ehrt, wird seine Geschöpfe nicht lieben.

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Johannes 18, 28-40: Was ist Wahrheit?

„Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.“ Joh. 18,37

Das Verhör vor Pilatus zeigt, dass die Juden unter römischer Herrschaft für Todesurteile keine Autorität hatten, andere juristische Urteile standen ihnen die Römer zu. Todesurteile aber durften nur die Römer fällen (V. 31). Als Pilatus prüfen will, ob Jesus ein jüdischer Freiheitskämpfer ist, für den die Todesstrafe gilt, merkt er, dass Jesus anders ist, als all die anderen Rebellen. Er stellt Jesus, dem König der Wahrheit (V. 37), die philosophische Frage: „Was ist Wahrheit?“ Er will aber gar keine Antwort. Nur, er merkt, Jesus ist kein Schwerverbrecher.

Was ist Wahrheit? Eine Frage, die sich heute subjektiv auflöst in vielen Wahrheiten – „meine“, „deine“. Die Bibel: Die Wahrheit ist eine Person. Jesus: „Ich bin die Wahrheit!“ (Joh. 14,6)

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5Mose 14: Keine Frage des Geschmacks!

Das Volk Israel wird am Anfang von 5Mose 14 auf dreifache Weise in seiner Beziehung zu Gott charakterisiert als: „Kinder des Herrn“ und „heiliges Volk“ und „sein Eigentum“ (5Mose 14, 1-2).

Diese besondere Stellung hat Auswirkungen auf alle anderen Lebensbereiche, auch auf die Ernährungsweise. Selbst das Essen, die Auswahl und Zubereitung der Speisen erfolgte in dem Bewusstsein, zu Gott zu gehören und von ihm bestimmt zu sein. Manche dieser Vorgaben sind aus ästhetischen, ethischen oder gesundheitlichen Gründen nachvollziehbar. Aber nicht alle. Und zum Zeitpunkt ihrer Entstehung waren einige Speisegebote vielleicht noch weniger begründbar.

Aber als Christ zu leben, beinhaltet die Bereitschaft, viele Lebensentscheidungen nicht vom eigenen Geschmack, sondern vom Willen Gottes abhängig zu machen.

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Sprüche 13: Die Last des Reichtums

Mit dem Satz „Wenn ich einmal reich wär…“ beginnen viele Wunschphantasien, in denen Reichtum mit der Steigerung der Lebensqualität gleichgesetzt wird.  Eine sehr viel nüchternere Einstellung vertritt Sprüche 13.

Das Leben eines Reichen steht unter Belastungen und Bedrohungen, die ein nicht so wohlhabender Mensch gar nicht kennt: „Mit Reichtum muss mancher sein Leben erkaufen; aber ein Armer bekommt keine Drohung zu hören.“ (Sprüche 13, 8).

Der Reichtum eröffnet nicht nur viele Möglichkeiten, sondern der Reichtum muss gleichzeitig für die Absicherung investiert oder als Schutzgeld eingesetzt werden gegenüber den Angriffen und Problemen, die speziell das Leben eines Reichen bedrohen. Und darum ist mit dem Reichtum immer die Gefahr verbunden, dass er mehr nimmt als er gibt.

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