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2. Samuel 6-7: Außergewöhnliche religiöse Leistung

In diesen beiden Kapiteln (2. Samuel 6 und 2. Samuel 7) geht es um zwei wesentliche Elemente (Bundeslade, Tempel) des alttestamentlichen Gottesdienstes, deren nur vorübergehende Bedeutung für die Geschichte Gottes mit den Menschen bereits in diesen berichteten Ereignissen zum Ausdruck kommt.

Wie alle religiösen Menschen möchte auch David etwas Außergewöhnliches für Gott tun und entschließt sich, für die Bundeslade einen Tempel zu errichten. Während der Prophet Nathan von dieser geistlichen Initiative erfreut ist, erteilt Gott diesem Vorhaben eine Absage, weil weder seinem Wunsch (2. Samuel 7, 7) noch seinem Wesen (Jesaja 57, 15) entspricht.

Stattdessen verweist Gott auf seine Pläne: Nicht David wird ihm ein Haus bauen, sondern Gott wird dem David ein Haus bauen. Das ist der Unterschied zwischen Religion und Evangelium. Der Aktivposten unseres Lebens besteht in dem, was Gott für uns getan hat, tut und tun wird.

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Jeremia 5: Erschreckende Zwischendiagnose

Die schmerzhafte Operation am Herzen (Jeremia 4, 18) brachte noch keine Heilung, weil sich der Patient von den damit verbundenen Schmerzen unbeeindruckt zeigte (Jeremia 5, 3).

Diese Gefühllosigkeit und Uneinsichtigkeit kann Jeremia nur mit einem Mangel an ausreichender Unterweisung erklären (Jeremia 5, 4).

Doch sein Versuch, Aufklärungsarbeit zu leisten und damit eine Verbesserung herbeizuführen, macht erkennbar, dass die hartnäckige Ablehnung Gottes eine sehr bewusst vollzogene und bleibende Loslösung darstellt (Jeremia 5, 5-6). Es bleibt die erschreckende Diagnose, dass der Mensch ein krankes Herz hat und behalten will (Jeremia 5, 23). Aber Gottes Kampf um unser Herz geht weiter!

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Römer 2, 12-29: Doppelte Moral

„Eines solchen Lob ist nicht von Menschen, sondern von Gott.“ Röm. 2,29

Das ist eine harte Lektion für die Juden: Wenn sie die Gebote Gottes nicht halten (und niemand hält sie wirklich ganz!) sind sie genauso gerichtet wie die Heiden, die nach ihrem Gewissen gerichtet werden (das sie auch nicht immer halten konnten).

Sehr eindrücklich schildert Paulus die doppelte Moral der Juden (wahrscheinlich deshalb, weil sie durch ihre Tradition so blind dafür geworden sind) (V. 17-24).

In den Versen 25-29 zertrümmert er auch ihre größtes Bollwerk: Ihre Berufung auf ihre Beschneidung. Beschneidung nützt nur, wenn man das Gesetz hält… fatal (V. 25)!

Wie schwer ist Selbstgerechtigkeit für den Betreffenden aufzudecken?!

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2. Samuel 4-5: Nicht mit allen Mitteln!

David lebte in dem Bewusstsein, der von Gott berufene König über Israel zu sein. Trotz dieser Stellung und obwohl sich in der Vergangenheit sein Kontrahent Saul ihm gegenüber nicht zimperlich, sondern gehässig und mordlüstern verhalten hat, war es David nie gleichgültig, auf welche Weise er in die von Gott verheißene Stellung gelangen würde. Aus diesem Grund rächte er jede Ungebührlichkeit, die von seinen Unterstützern an Saul verübt worden sind, auch wenn sie angeblich erfolgten, um ihm zu der berechtigen Machtstellung zu verhelfen: 2. Samuel 4.

David wollte kein von Menschen ermöglichter, sondern ein von Gott eingesetzter König sein. Diese Abhängig von Gott beweist David damit, dass er in vielen Situationen den Willen Gottes erfragt (2. Samuel 5, 19.23).

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Jeremia 4: Operation am offenen Herzen

Der Prophet Jeremia beschreibt im Verlauf seines Buches den Kampf Gottes um das Herz des Menschen. Solange das menschliche Herz von der „Bosheit“ und von „heillosen Gedanken“ besetzt ist, ist keine Hilfe möglich (Jeremia 4, 14). Um diese tief liegende Ursache zu beheben, muss Gott dem Menschen darum auch „bis ans Herz dringen“ (Jeremia 4, 18). Wenn unser Leben im Wesentlichen verändert werden soll, dann müssen wir im Innersten erreicht werden (Römer 12, 1-2). Veränderungen an unserer Persönlichkeit sind nur möglich, wenn wir Gott den Zugriff auf unser Herz gestatten. Auch dann, wenn uns diese Operation am offenen Herzen weh tut.

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Römer 2, 1-11: Du bist nicht besser!

„… es ist kein Ansehn der Person vor Gott.“ Röm. 2,11

Im letzten Abschnitt von Kapitel 1 schrieb Paulus von der Gottlosigkeit der Heiden, die die Schöpfung mit dem Schöpfer vertauschen und die an den Konsequenzen daraus lernen sollen, dass es so nicht geht. In Kapitel 2 wendet Paulus sich an die Juden (in Rom gabe es in der Gemeinde außer den Heidenchristen und Heiden [ als Besucher]  auch viele Judenchristen und Juden [als Besucher]). Die Juden hielten sich für moralisch besser als die Heiden und verurteilten leicht überheblich die Heiden. Paulus schockiert die Juden mit der Feststellung: Du bist nicht besser (V. 1). Juden verkennen die Güte Gottes und verstocken sich auf religiöse Weise gegenüber Gott. Vor Gott ist aber nicht der fromm redet gerecht, sondern der seine Gebote hält – sei er Heide oder Jude! Die Verse 7-8 und 9-10 veraufen nach dem sprachlichen Muster xy yx.

Diese angesprochene Gerechtigkeit, auf die die Juden pochen – kann kein Mensch vor Gott leisten. Das müssen die Juden besonders lernen – manchmal auch etliche Christen….

 

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Ich habe von Jugend auf gern die Bibel gelesen; am liebsten aber lese ich im Sankt Johannes. In ihm ist so etwas ganz Wunderbares… so etwas Schwermütiges und Ahnungsvolles, dass man nicht satt werden kann. So ist mir immer beim Lesen im Johannes, als ob ich ihn beim letzten Abendmahl an der Brust meines Meisters sehe.

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Ich habe das Neue Testament nach meinem besten Vermögen und Gewissen übersetzt. Ich habe auch niemanden gezwungen, dass er’s lese, sondern es jedem freigelassen. Ich habe allein denen damit dienen wollen, die es nicht besser machen können. Es ist niemandem verboten, es besser zu machen. Wer es nicht lesen will, der lasse es liegen.